Lexikon des Agrarraums

M

Magerwiese

Wiese, die nur einmal im Jahr gemäht und kaum gedüngt wird. Leitart auf kalkreichem Boden in Mitteleuropa ist die Aufrechte Trespe und auf kalkarmem Boden das Rote Straußgras.

(s. a. Fettwiese)

Mahd

Schnitt der Wiesenvegetation mit dem Ziel, während des Winters Futter oder Einstreu für das Stallvieh zu haben. Es lassen sich Magerwiesen mit einmaliger und Fettwiesen mit zwei- bis dreimaliger Mahd pro Jahr unterscheiden. Die Mahd beeinflußt die Zusammensetzung der Vegetation derart, daß Holzpflanzen zurückgedrängt, Gräser aber begünstigt werden.

Mahdalm

Irreführender Ausdruck für Flächen in der alpinen Höhenstufe, die trotz der Verwendung des Begriffes Alm nicht beweidet, sondern gemäht (Bergmähder) werden.

Mähdrescher

Als eine der revolutionärsten Erfindungen in der Landwirtschaft der Neuzeit gilt der Mähdrescher, eine Maschine zum Ernten und Dreschen von Getreide und anderen Körnerfrüchten. Bis Anfang des 20. Jh. wurde das Getreide mit der Sense gemäht, zu Garben gebunden, auf dem Feld aufgestellt und getrocknet. Nach dem Abtransport wurden die Getreidekörner mit Dreschflegeln auf der Tenne ausgedroschen. Die Drescharbeit wurde mit Einführung der Dreschmaschinen zuerst mechanisiert. Danach kam es zur Entwicklung von Mähmaschinen bzw. Mähbindern, die das Mähen und das Binden von Garben bereits in einem Arbeitsgang erledigten. Die Ernte eines Hektars Getreide erforderte früher 360 Arbeitsstunden, heute kann ein moderner selbstfahrender Mähdrescher mit einer Schnittbreite von sechs Metern die Arbeit in einer Stunde bewältigen. Diese leistungsstarken Mähdrescher, die über 180.000 € kosten können, lassen sich auch zur Ernte von z.B. Körnermais, Raps und Sonnenblumen umrüsten.

Mähstandweide

Abgewandeltes Standweideverfahren, bei der die Tiere von Frühjahr bis Herbst auf der nicht in Koppeln unterteilten Fläche verbleiben. Der Futterüberschuss im Frühjahr wird durch Schnittnutzung geerntet. Dazu wird ein Teilbereich im Frühjahr ausgezäunt und nach der Mahd wieder in die Weidefläche einbezogen. Die Kurzrasenweide ist hier ebenfalls einzuordnen.

Mähweide

Intensiv genutztes und gedüngtes Dauergrünland. Es besteht ein geregelter Wechsel zwischen Winterfuttergewinnung und Weidegang innerhalb einer Vegetationsperiode. Eine Mähweidewirtschaft hat sich im 20. Jh. vor allem im Alpenraum und im deutschen Alpenvorland ausgebreitet. Die hohen Flächenerträge ermöglichen eine leistungsfähige Milch- und Fleischproduktion. Gewöhnlich werden Mähweiden erst nach dem ersten Grasschnitt beweidet.

Maiensäss

Bei der Almwirtschaft eine Zwischenweide zwischen Talweide und Hochalm. Die Maiensäß wird im Frühjahr für wenige Wochen während des Almauftriebs, gelegentlich auch im Herbst beim Almabtrieb benutzt. Im Sommer werden die Maiensäße gemäht.

Mais

Getreideart, die auch als „Kukuruz“ (türkischer Weizen), „Welschkorn“ und in den USA einfach als „corn“ bezeichnet wird. Der aus Wildformen gezüchtete Mais stammt aus Amerika und kam im 15. Jh. zunächst als Zierpflanze nach Europa, ehe er in der Landwirtschaft ab dem 17. Jh. angebaut wurde. Es gibt unterschiedliche Maissorten – je nach Verwendungszweck. In der europäischen Landwirtschaft wird Mais als Silomais für die Rinderhaltung oder als Körnermais bzw. Corn-Cob-Mix für die Schweine- und Geflügelhaltung angebaut. In Deutschland wurde 2004 auf 1,7 Mio. ha (etwa 7 % der Getreidefläche) Mais angebaut, auf denen vor allem Silomais (1,3 Mio. ha) wuchs. In Deutschland ist jetzt ein Praxis- und Erprobungsanbau mit genverändertem Mais erlaubt. 2005 wurden etwa 1000 Hektar zur Aussaat angemeldet. Eine besondere Form ist der Zuckermais, der als Gemüse für die menschliche Ernährung hauptsächlich in südlichen Regionen angebaut wird.

Weitere Informationen:

Maislabyrinth

Als Sommervergnügen angelegte, meist von Juli bis Erntedank genutzte Irrgärten in Maiskulturen im Rahmen von agritouristischem Zusatzeinkommen. Auf Flächen von 10.000 bis 45.000 m² ist ein Wegenetz mit bis zu drei Kilometern Länge möglich, für das die Besucher bis zu 1,5 Stunden benötigen. Um einen dichteren Bewuchs (Blickdichte) zu erzielen, wird der Mais meist doppelt (kreuz und quer) ausgesät. Das Labyrinth wird als maßstabsgerechte Skizze von Wegen, Kreuzungen und Sackgassen geplant und durch Ausfräsen bzw. Schneiden, teils auch mit Herbizideinsatz nach dem ersten Wachstum der Maispflanzen (etwa 10 bis 20 cm) angelegt. Zudem können ausgebrachte Hackschnitzel den Aufwuchs auf den Wegen verhindern. Bei der Gestaltung solcher Feldlabyrinthe können verschiedene Hilfsmittel bis hin zur GPS-Technik und Kulturpflanzen wie Sonnenblumen, Hanf oder Hirse zum Einsatz kommen.

Neben abstrakten Mustern werden UFOs, Landkarten, Symbole, Märchenmotive, Filmcharaktere und Ähnliches dargestellt. Viele dieser Labyrinthe vermitteln den Besuchern mit bebilderten Schautafeln unter anderem Wissenswertes über die Landwirtschaft. Sie werden mit weiteren Attraktionen kombiniert: Barfußparcours, Spielplatz, Sandkasten, Kräutergarten, Strohburg, Quiz und Wettbewerbe, Höhlen, Kletterspielplatz, Streichelzoo, Ponyreiten, Picknicknischen oder Live-Konzerte. Auch ein Bewirtungsangebot ist in der Regel vorhanden.

Das erste bekannte Maislabyrinth wurde 1993 nach einer Idee des Produzenten Don Frantz als Hilfsprojekt des Lebanon Valley College im US-Bundesstaat Pennsylvania angelegt. Es wurde von dem Irrgarten-Designer Adrian Fisher entworfen und stellte einen Stegosaurus dar.

In den USA werden seit dem Jahr 2000 Maisfelder als Freiluft-Horrorlabyrinthe verwendet. Dabei werden in einem klassischen Maislabyrinth Szenen aufgebaut, in denen meist professionelle Scareactors („Erschrecker“) versuchen, den Besuchern Angst einzujagen. 2007 wurde im englischen Freizeitpark Alton Towers eines der ersten dieser Maislabyrinthe als Horrorattraktion im Rahmen des Scarefest errichtet. 2010 und 2011 war solch eine Attraktion auch bei den Horror Nights im Europa-Park Rust zu finden. Ebenfalls 2007 fand die erste Gruselnacht in einem klassischen Maislabyrinth statt. Im Unterschied zu den Horror-Attraktionen wird hier ein bestehendes Labyrinth für einen oder mehrere Abende umgewandelt.

Mangelernährung

Ein langfristiger oder auch nur saisonal auftretender Mangel an Nährstoffen, der eine gesundheitliche Einschränkung bei körperlich verminderter Leistungsfähigkeit impliziert.

(s. a. Unterernährung)

Marienkäfer

Insekt. Er selbst und seine Larven vertilgen die für die Landwirtschaft schädlichen Blattläuse. Der Marienkäfer dient daher als Nützling bei der biologischen Schädlingsbekämpfung. Er wird bisweilen mit den Larven des Kartoffelkäfers verwechselt.

Mark

Im agrarhistorischen Sinne das gemeinschaftlich genutzte Land in germanisch-frühmittelalterlicher Zeit.

(s. a. Markgenossenschaft, Mir-System, Allmende)

Marketing

Konzeption der Betriebs-/Unternehmensführung, bei der im Interesse der Erreichung der Unternehmensziele alle betrieblichen Aktivitäten konsequent auf die gegenwärtigen und künftigen Wünsche der Nachfrager ausgerichtet werden. Marketing gilt damit einerseits als eine Philosophie der Unternehmensführung, andererseits auch als gezielte Planung von Maßnahmen zur Erschließung und Pflege von Märkten. Zu den strategischen Instrumenten des Marketings gehören Produktgestaltung und Sortimentspolitik, Distributionspolitik, Preispolitik und Kommunikationspolitik (Werbung, public relations, Verkaufsförderung).

Markgenossenschaft

Bei Germanen und Slawen (Mir-System) von Sippen gebildeter Siedlungsverband, der die Mark als Gemeineigentum besaß und bewirtschaftete. Die Markgenossenschaft wurde seit dem Mittelalter durch die zunehmende Grundherrschaft zurückgedrängt. Ein Relikt der Markgenossenschaft ist u.a. die Allmende.

Markkötter

Gruppe von Nachsiedlern, die in NW- und N-Deutschland sowie in Gebieten der deutschen Ostsiedlung seit ca. 1450 verstärkt neben die Altbauern (Meier, Erben, Anspänner) und spätmittelalterliche Erbkötter traten. Teilweise lassen sie sich bis ins Hochmittelalter zurückverfolgen. Sie unterschieden sich von den anderen bäuerlichen Sozialgruppen nicht so sehr durch Betriebsgrößen und Dienstverpflichtungen, sondern eher durch eine Minderung der Gemeinderechte (Markennutzung) und besondere Siedlungsnutzung. Die Markkötter siedelten meist am Rande bzw. abseits der Kernfluren auf Markenland (nw.-dt. Begriff für Allmendland) in Einzelhöfen. Viele Markkötter waren auf außerlandwirtschaftlichen Zuverdienst angewiesen.

Marktanbau

Anbau landwirtschaftlicher Produkte für den Markt (Lokal-, Binnen oder Exportmarkt).

(s. a. Cash Crop, Exportkultur)

Marktfrucht

1. Begriff aus der deutschen Betriebssystematik, in der die gleichnamige Betriebsform die Produktionszweige Intensivfrüchte und Extensivfrüchte umfasst.

2. Agrarprodukt, das nicht zur Selbstversorgung (Subsistenzwirtschaft), sondern für den Markt angebaut wird (Cash Crop).

Marktfruchtbetrieb

Siehe Betriebsform

Marktordnung

Administrative Regulierung des Gemeinsamen Agrarmarktes der EU, als Gegenbegriff zum freien Markt. Agrarmarktordnungen sind das klassische Instrument zur Verwirklichung einer protektionistischen Agrarpreispolitik in der EU.

In der landwirtschaftlichen Marktordnung der EU ging es lange Zeit nicht darum, einen freien Wettbewerb (Konkurrenz) zu ermöglichen, sondern im Interesse der Erzeuger und der Verbraucher die Preise für Agrarerzeugnisse stabil zu halten und zunächst, kurz nach dem 2. Weltkrieg, die Versorgung zu sichern. Zudem sollen Marktordnungen verhindern, dass einheimische Landwirte ihre nicht nur zur Ernährungssicherung, sondern darüber hinaus auch für die Landschaftspflege wichtige Arbeit aufgeben.

Die Agrarmarktordnung der Europäischen Union (EU) stand immer wieder zur Diskussion, auch in Beziehung zum Weltmarkt und zu den WTO-Verhandlungen (WTO, GATT). Dies hing auch damit zusammen, dass über die Hälfte des EU-Haushaltes für die Agrarwirtschaft aufgewendet wurde.

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Marktorganisation

Siehe Marktordnung

Marktstrukturgesetz

1969 in Kraft getretenes und 1975 novelliertes Gesetz zur Anpassung der landwirtschaftlichen Erzeugung an die Erfordernisse des Marktes. Es bildet die Grundlage für die Bildung und Förderung landwirtschaftlicher Erzeugergemeinschaften und deren Vereinigungen. Mit seiner Hilfe soll die Marktposition der deutschen Erzeuger im Hinblick auf die starken Konzentrationstendenzen in den der Landwirtschaft nachgelagerten Bereichen und auf den immer schärfer werdenden Konkurrenzkampf auf den Nahrungsmittelmärkten der Bundesrepublik Deutschland gestärkt werden.

Marktstrukturpolitik

Politikfeld, das sich auf eine Verbesserung der Strukturen im Bereich der Vermarktung und Verarbeitung - hier von Agrargütern - bezieht.

Marsch

Landschaftstyp, der an flachen Gezeitenküsten und an gezeitenbeeinflussten Flussmündungen durch den Absatz von anorganischem und organischem Feinmaterial entsteht, wobei der natürliche Sedimentationsvorgang durch Maßnahmen der Landgewinnung gefördert werden kann. Durch Bodenmeliorationen können sehr fruchtbare Marschböden geschaffen werden.

Marschen liegen in etwa auf Höhe des Meeresspiegels landeinwärts des Watts und der Salzwiesen und reichen bis zur Geest, die pleistozänen Ursprungs ist. Entstehungsgeschichtlich gehören sie zu den jüngsten geologischen Formationen: Sie sind holozänen Ursprungs, also nacheiszeitlich. Wenige Dezimeter bis mehrere Meter unter dem Marschboden und flachen Meeresgebieten befinden sich glazial geformte Schichten, die denen entsprechen, die in der Geest zutage liegen.

Die Marschen sind nicht völlig eben. Im deichnahen Bereich ist das Land der Jungen Marsch höher aufgespült und weniger gesackt ("Hochland") als weiter binnenwärts im Gebiet der Alten Marsch und der geestnahen Moormarsch, das auch Sietland ("niedrig gelegenes Land"). Entsprechend wird auf dem Hochland Ackerbau mit anspruchsvollen Kulturpflanzen (Weizen, Gerste, Raps, Gemüse) betrieben, während in der Alten Marsch und im Sietland trotz Entwässerung das Grünland mit Bullen- und Milchviehweiden vorherrscht.

Ausgedehnte Marschgebiete gibt es in Deutschland nicht nur direkt an der Nordsee, sondern beispielsweise auch als Flussmarschen im Gezeiten-Einflussgebiet der Tideflüsse, insbesondere der Elbe, Weser, Eider, Oste und Ems. Das Marschland der deutschen Nordseeküste bildet zusammen mit den auf niederländischer und dänischer Seite anschließenden Flächen das größte Marschgebiet weltweit. Die Längsausdehnung des Marschlandes zwischen Den Helder (NL) und Esbjerg (DK) beträgt grob 550 km. Zwar werden auch weiter im Binnenland gelegene Niederungslandschaften umgangssprachlich oft als „Marsch“ bezeichnet (oder Abwandlungen davon, z. B. Leinemasch in Hannover mit dem Maschsee), bodenkundlich und hydrologisch handelt es sich dabei aber um Auen.

Marschhufen

Hufen im Bereich von See- und Flussmarschen, die als planmäßige Anlage ab dem Hochmittelalter entstanden, meist verbunden mit ihrer Eindeichung.

Im Zuge eines starken Bevölkerungswachstums wurden auch bisher unbewohnte Gebiete besiedelt. Mit der Ansiedlung überwiegend holländischer und flämischer Bauern durch die Landesfürsten erfolgten im 12. und 13. Jahrhundert die ersten Deichbauten und Meliorationsmaßnahmen nach niederländischem Vorbild. Das Land wurde in rechteckige, schmal zugeschnittene und sich über die gesamte Länge einer Gemarkung erstreckende „Marschhufen“ aufgeteilt. Zur Abgrenzung und zur Entwässerung verliefen zwischen ihnen die so genannten Scheidegräben mit den begleitenden Hecken, die z. B. in der Lüneburger Elbmarsch bis in die heutige Zeit die „Marschhufen-Heckenlandschaft“ prägen.

Letztlich führte die Entwässerung zu einem Netz von schmalen und langen Streifenfluren, die z.B. im landwirtschaftlich genutzten Teil des Niedervielands (bei Bremen) auch heute noch die Landschaft prägen.

Marschhufendorf

Durch das Hufenprinzip geprägte planmäßige Reihensiedlung oftmals infolge systematischer Kolonisierung und vor allem der Eindeichung von See- und Flussmarschen. Daher ist die Verbreitung der Marschhufendörfer auf die Küstenlandschaften der Nordsee und die Uferrandzonen der Unterläufe der großen Flüsse, die in die Nordsee münden, beschränkt.

Die Marschhufendörfer gibt es besonders in den Niederlanden und etwa seit dem 10. Jahrhundert (Angaben variieren) in Norddeutschland in den Gebieten, in denen Niederländer mit ihren Wasserbau-Kenntnissen an der Entwässerung maßgeblich mitwirkten. Beispielsweise überließ 1106 oder 1113 der Bremer Erzbischof in der Wesermarsch bei Bremen (Vahr) Holländern Land zur Kultivierung (Hollerkolonisation).

Die Probleme bei der Erschließung erwuchsen aus der Notwendigkeit des Hochwasserschutzes und der Entwässerung, d.h. dem Bau und dem Unterhalt von Gräben und Deichen. Um die Arbeitsbelastung durch die Pflicht der Deicherhaltung möglichst gering zu halten, wurden die 48 ha großen Hufenstreifen möglichst schmal und lang angelegt.

Die Mittelachse der Siedlung bildet neben der Straße mindestens ein, in manchen Fällen auch zwei Gräben, die langgestreckte topografisches Objekte sind, an dem sich das Marschhufendorf ausrichtet. Siedler erhielten streifenförmige Stücke des Landes in der Größe einer Hufe, die sie urbar machten beziehungsweise rodeten. Am Weg und Hauptgraben wurden die Höfe errichtet, auf der dahinter liegenden Fläche wurde Landwirtschaft (häufig als Weidewirtschaft) betrieben. Am Ende der Hufe blieben häufig noch Wald beziehungsweise dessen Reststücke erhalten, an den man sich im Laufe der Zeit bei Bedarf an neuen Nutzflächen „heranarbeitete“. Die Abgrenzungen einzelner Hufe untereinander waren Gräben, woher die Bezeichnung Grenzgraben stammt.

Marschhufenflur

Von Marschhufen und Marschhufendörfern geprägte Niederungslandschaft, z.B. das Niedervieland im Westen von Bremen. Diese typischen historischen Nutzungsformen sind kleinflächig in der Lüneburger Elbmarsch noch heute gut zu erkennen. Beispielsweise in den Marschhufendörfern Radegast und Brackede stehen neben der jüngeren Bebauung die noch auf die Kolonisation zurückgehenden Marschhufen unter Denkmalschutz.

Maschinengemeinschaft

Horizontale überbetriebliche Kooperation einer relativ geringen Zahl von Betrieben, bei der ein vertraglich geregeltes, gewöhnlich gemeinsames Maschineneigentum besteht. Der Vorteil liegt in der besseren Auslastung der gewöhnlich sehr teuren Landmaschinen. Als Rechtsform liegt eine Gesellschaft des bürgerlichen Rechts vor. In ihrer Arbeitsweise gleichen die Maschinengemeinschaften landwirtschaftlichen Genossenschaften. Die Zahl der Maschinengemeinschaften ist rückläufig, die der Maschinenringe und landwirtschaftlichen Lohnunternehmer dagegen nimmt zu.

Maschinenring

Horizontale überbetriebliche Kooperation eines oft sehr großen Kreises von Landwirten, bei der Maschinen im Individualbesitz gegen Bezahlung untereinander ausgeliehen werden. Maschinenringe erlaubt die Erhöhung der Laufzeiten und damit den rationelleren Einsatz von teuren Maschinen. Ihre Rechtsform ist meist die der BGB-Gesellschaft. Die Organisation wird von einem haupt- oder nebenberuflichen Geschäftsführer wahrgenommen.

Maß-Einheiten

In der Landwirtschaft werden metrische (vom Meter abgeleitete) Maßeinheiten verwendet:

Massentierhaltung

Eine extreme Form der (kapital)intensiven und ausschließlich auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Viehhaltung in Betrieben mit geringen oder gänzlich fehlenden Futterbauflächen. Häufig ist diese Form der Viehhaltung in konzentriert in einer Region anzutreffen. Sie weist nach Windhorst folgende zusätzliche Merkmale auf:

Als Vorform der bodenunabhängigen Massentierhaltung gelten die Abmelkbetriebe (Abmelkwirtschaft) in den europäischen Großstädten des ausgehenden 19. Jahrhunderts, die aber ihre Bedeutung mit dem Aufkommen der Transport- und Kühltechnologien verloren. Als bäuerlich strukturierte Vorläufer sind auch die stark importabhängigen Schweinemastbetriebe im Oldenburger Münsterland zu nennen, die schon vor dem Ersten Weltkrieg über 1.000 Tiere umfassten und vorwiegend mit russischer Gerste und Dorschmehl gefüttert wurden. Eigener Futteranbau bestand noch.

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Mast

Das Füttern und Aufziehen von Nutztieren die zur Schlachtung vorgesehen sind. In der Mast bekommen die Tiere in der Regel Grundfutter (Heu, Silage, Getreide, Mais), Eiweißfutter (Sojaschrot, Rapsschrot, Leguminosen) und Mineralstoffe, oft in Fertigfuttermischungen. Dadurch soll nicht nur ein zügiges Wachstum mit Fleischansatz erfolgen, sondern auch Mangelkrankheiten vorgebeugt werden. Durch Zucht und gezielte Fütterung konnten die Mastzeiten verkürzt werden. In der ökologischen Landwirtschaft werden meist keine Futtermischungen verwendet, Eiweiß durch eiweißhaltige Pflanzen zugeführt. Dort dauert die Mast oft länger, das Fleisch muss teurer verkauft werden. Mastzeiten und Mastendgewichte:

Masthilfsmittel

Chemische Hilfsmittel zur Beschleunigung der Gewichtszunahme von Schlachttieren. Erlaubte Masthilfsmittel sind bestimmte Antibiotika, nicht erlaubt (wegen der Gefährdung der menschlichen Gesundheit) sind Hormone, z.B. Thyreostatika und Östrogene.

Matten, alpine

Pflanzenrasen in Gebirgen der gemäßigten Zone, hauptsächlich zwischen Waldgrenze und Schneegrenze. Merkmale sind lange Winterruhe, relativ kurze Vegetationszeit, verbreitete Beweidung, physiognomische Einheitlichkeit, floristische Differenzierung und Artenreichtum.

Maul- und Klauenseuche

Eine anzeigepflichtige, hochinfektiöse Tierseuche der Paarhufer, die durch sehr kleine Viren verursacht wird.

Mechanisierung

In der Agrargeschichte ein Entwicklungsprozess, bei dem hauptsächlich im Getreideanbau und der Viehwirtschaft der Ersatz menschlicher und tierischer Arbeitskraft durch Maschinen erfolgte. Ziel der Mechanisierung war die Entlastung von anstrengenden körperlichen Tätigkeiten und die Steigerung von Effizienz und Produktivität. Im Verlauf dieses global gesehen zeitlich sehr unterschiedlich ablaufenden Prozesses änderten sich die Produktions- und Wirtschaftsmethoden radikal. Auch ergaben sich enorme Auswirkungen für den Arbeitsmarkt und auf die Bevölkerungsentwicklung von ländlichen und städtischen Gebieten, denn während die Einwohnerzahl in den Dörfern stetig abnahm, stieg sie gleichzeitig in den Städten rapide an.

Die erste Mechanisierungswelle begann Anfang des 19. Jahrhunderts mit von Pferden angetriebenen Dresch- und Erntemaschinen auf den großen Farmen in den USA. 1841 baute Alexander Dean in England die erste Dreschmaschine mit Dampfantrieb.

Auch die ersten Traktoren wurden von Dampfmaschinen angetrieben, eigneten sich aufgrund ihres Gewichts jedoch nicht für alle Böden. Auf weniger tragfähigen Böden in Europa kamen daher indirekte Seilzuglösungen mit am Feldrand stehenden „Pfluglokomotiven“ zum Einsatz. Mit der Erfindung des Verbrennungsmotors wurden Ende des 19. Jahrhunderts auch Schlepper mit diesen ausgerüstet.

1935 baute die Firma Massey-Harris, Kanada, die ersten selbstfahrenden Mähdrescher mit Verbrennungsmotor. Ein Jahr später konstruierte die Firma Claas aus Deutschland den von einem Traktor gezogenen Mäh-Dresch-Binder (MDB). Auf den riesigen US-amerikanischen Feldern setzte sich der Traktor schon zu Beginn des 20. Jahrhunderts flächendeckend durch, in Europa sollte dies bedingt durch kleinteiligere Strukturen noch mehrere Jahrzehnte dauern.

Dies sind lediglich einige Marksteine der Mechanisierungsgeschichte im Feldbau. Vergleichbare Entwicklungen ergaben sich z. B. auch im Obstbau (Pflückmaschinen), Gartenbau und letzlich auch in der Stalltechnologie (z. B. Melkroboter).

Mehrbauhof

Eine mehrteilige agrarbäuerliche Behausung, bei der Wohn- und Wirtschaftsfunktion auf mehrere, entweder ganz voneinander getrennte oder mehr oder weniger locker miteinander verbundene Bauten verteilt sind. Der Begriff wird häufig synonym zu Gehöft gebraucht.
Als Übergang zum Ein(heits)hof lassen sich Formen klassifizieren, die aus einem mehrgliedrigen Baukörper bestehen, eine Form, die auch als Sammelbauhof bezeichnet wird.
Nach der Art der Zuordnung der Gebäude zueinander wird zwischen geregelter und ungeregelter Anlage unterschieden.
Der ungeregelte Mehrbauhof (auch Haufenhof oder Streuhof) besitzt eine regellose Zuordnung der Wohn- und Wirtschaftsgebäude mit einer oft großen Gebäudezahl für die einzelnen Funktionen. Er ist weltweit die am meisten verbreitete Form. Das Siedlungsbild der ländlichen Gebiete Afrikas und Asiens wird von ihr weitgehend beherrscht. In Mitteleuropa war sie ursprünglich weit verbreitet, wich aber aufwendigeren, geregelten Formen. Der Haufenhof findet sich z.T. noch in Nordeuropa, den Alpen, insbesondere in SO-Europa und im Mittelmeergebiet. Hierher gehört auch der Zwiehof (Paarhof) der Alpen.
Bei den verschiedenen Formen des geregelten Mehrbauhofes sind die Gebäude aneinandergereiht oder ordnen sich in geometrischer Form um einen Innenraum. Man unterscheidet zwischen Zwei-, Drei- und Vierseithöfen (Firstlinie nicht durchlaufend) und Zwei-, Drei- und Vierkantern (Firstlinie durchlaufend). Letztere sind beispielsweise in Dänemark, Niederbayern und Niederösterreich vertreten. Der in Europa am weitesten verbreitete Typ des geregelten Mehrbauhofes ist das sogenannte fränkische oder mitteldeutsche Gehöft. Es ist ein Zweiseithof (Hakenhof), Dreiseithof oder Vierseithof, dessen Hofplatz beim Zwei- und Dreiseithof meist durch eine Torwand gegen die Straße abgeschlossen ist. Der Typ reicht bis weit nach SO- und Osteuropa. Das Hofhaus des Orients und das Patiohaus des Mittelmeergebietes und spanisch bzw. portugiesisch kolonisierter Überseegebiete werden ebenfalls den geregelten Formen des Mehrbauhofes bzw. Sammelbauhofes zugerechnet.
Dem Begriff ungeregelter Mehrbauhof entspricht das regellose Gehöft, dem geregelten Mehrbauhof das Regelgehöft.

(s. a. Hofformen)

Mehrfachnutzung

Die Produktion von gewöhnlich zwei oder mehr Kulturpflanzen auf derselben Fläche während einer Vegetationsperiode (oder eines Jahres, wo dies gleichbedeutend ist), um auf diese Weise die Nutzung sowohl zeitlich als auch räumlich zu intensivieren. Die verschiedenen Kulturpflanzen können gleichzeitig angebaut werden, also als Mischkultur, oder nacheinander, also in Anbaufolge.
Mehrfachnutzung ist eine sehr alte, global praktizierte Methode. Sie ist in Ländern der humiden Tropen die am weitesten verbreitete Anbaumethode.

Meierei

1. Das Vorwerk eines Gutes, in vielen Fällen ein Viehhof.

2. Betrieb zur Verarbeitung von Milch- und Milchprodukten.

3. In Gartenanlagen die Bezeichnung für ein landwirtschaftliches Gehöft, das zumeist nicht wirtschaftlich genutzt wird, sondern stattdessen als Staffagebau zum Stimmungsträger wird, indem es auf die Einfachheit und scheinbare Sorglosigkeit des Landlebens verweist, worin arkadische Züge zum Ausdruck kommen.

MEKA

Abk. für Marktentlastungs- und Kulturlandschaftsausgleich, ein 2013 abgelaufenes Programm des Landes Baden-Württemberg zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft bei deren landschaftspflegerischen Leistungen und für ihre Beiträge zur Reduzierung von Produktionsmengen. Dem MEKA lag ein Punktesystem zugrunde, das erbrachte ökologische Leistungen in Abhängigkeit vom Mehraufwand der Arbeit, vom Ertragsausfall und vom landespflegerischen Wert honorierte.

Folgende Leistungen wurden u.a. bewertet:

Mit dem Ende der Förderperiode von MEKA III wurde das Programm über eine Neukonzeption der Agrarumweltprogramme in das neu geschaffene FAKT (Förderprogramm für Agrarumwelt, Klimaschutz und Tierwohl) übergeführt.

Melasse

Bei der Zuckerfabrikation aus Zuckerrohr, Zuckerrüben und auch aus Zuckerhirse als Nebenprodukt zurückbleibende zähflüssige, schwarzbraune Mutterlauge; sie enthält etwa 50 % Zucker (Saccharose oder Raffinose), 20 % Wasser, organische und anorganische Verbindungen, Vitamine und Kaliumsalze. Der Zucker kann nicht mehr kristallisiert werden. Bei der Zuckerproduktion haftet Melasse nach der Kristallisation an den Zuckerkristallen und wird durch Schleudern in den Zentrifugen vom Zucker gelöst.

Der größte Teil der Melasse wird in der Landwirtschaft als direktes Futtermittel sowie als Pelletbinder für Futterpellets für Vieh eingesetzt. Wegen ihres Zucker- und Rohproteingehalts ist Melasse für die Rindermast, für Milchkühe, Pferde, Schweine und Geflügel geeignet. In einigen Ländern wird Melasse mit Gras, Mais oder Getreide vermischt, ihre schnell fermentierbaren Zucker beschleunigen die Silierung.

Zudem wird sie als zuckerhaltiger Sirup auf vielfältige Weise im Bereich der Nahrungsmittelindustrie eingesetzt und stellt als Kohlenstoffquelle einen wichtigen Fermentationsrohstoff im Bereich der Biotechnologie dar (alkoholische Gärung, Backhefeherstellung).. In Deutschland wurden beispielsweise im Wirtschaftsjahr 2006/07 über 780.000 t Melasse verwendet, davon 530.000 t für Futterzwecke. In der Hefeproduktion wurden etwa 65.000 t verwendet und fast 10.000 t gingen an Alkoholbrennereien, die restlichen über 170.000 t nutzten sonstige Anwender.

Rohrzucker wurde in früheren Jahrhunderten in Form von Melasse in die Zuckersiedereien der Alten Welt transportiert, da Zucker hygroskopisch ist.

Das Wort Melasse wurde über das Französische (mélasse) und/oder Spanische (melaza) ins Deutsche entlehnt und geht wohl über spätlateinisch mellacium „eingedickter Wein, Mostsirup“ letztlich auf lat. mel „Honig“ zurück.

Melasseschnitzel

Das nach der Entzuckerung der zerkleinerten Zuckerrüben in Form von Schnitzeln übrigbleibende "Rübenmark", das unter Beifügung von Melasse getrocknet und entweder lose oder zu Pellets gepresst erhältlich ist. Diese Melasseschnitzel sind ein energiereiches, lagerfähiges Viehfutter.

Melioration

Melioration bezeichnet alle Bodenkulturmaßnahmen zur Verbesserung des Bodenwasser-, Bodenluft- und Nährstoffhaushaltes mit dem Ziel der Erhöhung der Bodenfruchtbarkeit und der Ertragssteigerung sowie der Verhinderung von Bodenerosion, Bodenversauerung und Bodenversalzung. Meliorationsmaßnahmen i.e.S. sind Ent- und Bewässe­rung, Entsteinen, Grünlandumbruch, Tieflockerung, Umverteilung des Substrates (im Falle von Substratschichtung), Einbringung von bodenfremden, z.T. synthetischen Stoffen, Kalkung und Düngung sowie Rekultivierung. Auch die Beseitigung von Kleinbiotopen, die aus der Sicht rationeller Landbewirtschaftung Wirtschaftshindernisse darstellen (Feldgehölze, Hecken, Ufervegetation, Ackerrandstreifen usw.) kann dazu gerechnet werden. Die Maßnahmen können auf betrieblicher und überbetrieblicher Ebene stattfinden.
Der erweiterte Begriff der Standortmelioration als Bestandteil der Landeskultur umfasst auch indirekt verbessernde Maßnahmen wie Flurbereinigung, Wind- und Wassererosionsschutz.

Melken

Milchgewinnung aus den Eutern von Kühen, aber auch Schafen und Ziegen. Bis weit ins 20. Jh. wurde die Milch von Hand in Eimer gemolken. Das Handmelken dauerte pro Kuh etwa eine Viertelstunde. Heute werden Melkmaschinen für diese Arbeit eingesetzt. Über die Zitzen der Tiere werden Melkbecher gestülpt und simulieren Saugbewegungen. Die Milch fließt über Rohrleitungen direkt in den Milchtank, wo sie sofort auf eine Temperatur von 4 °C abgekühlt wird. Sie kommt dabei nicht mit Keimen in Berührung. Eine Arbeitskraft kann auf großen Betrieben bei entsprechender Technik bis zu 100 Kühe Die neueste Entwicklung sind so genannte Melkroboter. Jede Kuh wird durch einen Chip identifiziert, Euter und Zitzen werden automatisch gereinigt und das wird Melkzeug automatisch angelegt und wieder abgenommen. Melkroboter werden wegen ihrer hohen Investitionskosten erst vereinzelt in der landwirtschaftlichen Praxis eingesetzt. Aber diese technische Lösung ist zukunftsweisend.

Melkroboter

Automatische Melkanlage, bei der die Kuh, die gemolken werden möchte, aus eigenem Antrieb die Melkbox betritt. Sofern die Daten auf dem Responder (Computerchip am Halsband der Kuh) das Melken erlauben (Datenabfrage z.B. nach dem letzten Melkzeitpunkt oder dem Gesundheitszustand), schließt der Automat die Box und gibt der Kuh zur Belohnung Kraftfutter. Die Position der Zitzen wird mit einem Laser bestimmt. Nach ihrem Reinigen werden vom Roboterarm die Melkbecher angesetzt, die Kuh wird schonend gemolken. Beim Verlassen der Melkbox wird der Responder der Kuh neu programmiert, die Anlage reinigt sich anschließend selbsttätig.
In Deutschland waren Ende 2008 circa 9000 Anlagen in Betrieb. Außerhalb von Europa werden kaum Melkroboter eingesetzt. In Ländern wie den USA, Japan oder Neuseeland sind entweder die Betriebe zu groß, die Arbeitskräfte zu billig oder der Milchpreis ist zu unsicher, um diese hohe Investition zu riskieren (im Frühjahr 2009 kostete eine Einboxenanlage rund 150.000 Euro).

Gegenwärtig sind folgende Aussagen zum Einsatz von Melkrobotern möglich:

Weitere Informationen:

MEPL

Maßnahmen- und Entwicklungsplan Ländlicher Raum Baden-Württemberg 2014 - 2020 (MEPL III) Mit dem MEPL III wird in Baden-Württemberg die ELER-Verordnung umgesetzt. Der Plan enthält die 16 Fördermaßnahmen (Richtlinien), die von der EU kofinanziert werden. Die MEPL-Maßnahmen sind zentrale Fördermaßnahmen im Rahmen der Integrierten Agrar- und Strukturpolitik. Der gesamte MEPL-Plafonds im Zeitraum 2014 bis 2020 beträgt insgesamt 1,865 Mrd. Euro, davon sind 709 Mio. Euro EU-Mittel. Die Maßnahmen sind 4 Schwerpunkten zugeordnet.

Weitere Informationen:

Mergelgrube

Heute aufgelassene, aber in der Landschaft noch gelegentlich erkennbare Abbaugruben von Mergel (Kalk-Ton-Gemisch), der vor der Einführung des Kunstdüngers verbreitet zur Düngung bzw. zur Bodenverbesserung diente. Gewonnen wurden die Materialien üblicherweise im damaligen Allmendland.

Metabolite

Abbau- und Umwandlungsprodukte von Pflanzenschutzmitteln, Wirkstoffen und organischen Umweltchemikalien.

Metateria

Süditalienische Form der Teilpacht, bei der nur Parzellen und nicht ganze Höfe verpachtet wurde.

(s. a. Mezzadria)

Methan

Ein sowohl direkt wie auch indirekt treibhauswirksames Spurengas. Methan nimmt pro Molekül im Vergleich zum CO2 das 30fache an Wärme auf.
Methan (CH4) entsteht stets dort, wo organisches Material unter anaeroben Bedingungen (ohne Sauerstoff) abgebaut wird. Die wesentlichen natürlichen Quellen für Methan sind Feuchtgebiete (Sumpfgas), Ozeane und Seen sowie die Aktivität von Termiten; die anthropogenen Quellen sind Naßreisanbau, Viehhaltung, Lagerung und Ausbringung von Wirtschaftsdünger, Biomasseverbrennung und Brandrodung in den Tropen, Erdöl/Erdgas-Förderung und -Verteilung, Kohlebergbau, Abwassersysteme und Mülldeponien.
Die wichtigste Abbaureaktion stellt die Umsetzung mit photochemisch in der Troposphäre gebildeten Hydroxylradikalen (OH) dar. Dabei entstehendes Ozon stellt die indirekte Treibhauswirkung des CH4 dar. Unbedeutender sind die gleichen Reaktionen in der Stratosphäre. Daneben vollzieht sich ein mikrobieller Abbau in Böden.
In den vergangenen 200 Jahren stieg die atmosphärische Methankonzentration von etwa 0,8 ppmv auf 1,72 ppmv Anfang der neunziger Jahre. Dieser Anstieg verläuft seit längerer Zeit in etwa parallel mit dem Weltbevölkerungswachstum.
Global ist die Landwirtschaft für knapp 60 % aller anthropogenen CH4-Emissionen (jährliche Gesamtsumme etwa 360 Mio. t CH4) verantwortlich, in Deutschland für 34,2 %.
Die Methanbildung in den Reisfeldern erfolgt durch anaerobe mikrobiologische Prozesse beim Abbau organischer Substanzen im Boden. Anoxische Bedingungen im Boden entstehen als Folge der Überflutung. Die Intensität der Methanbildung hängt von Art und Menge der organischen Substanz im Boden ab, zusätzlich von Temperatur, von einem negativen Redoxpotential im Boden sowie vom pH-Wert ab.
Der Verdauungstrakt von Wiederkäuern und anderen pflanzenfressenden Haustieren ist eine der wichtigsten Methanquellen. Die Haustiere sind mit 16 % an der gesamten globalen bzw. mit 23 % an der anthropogenen Methanemission beteiligt.
Entsprechend der zu erwartenden Zunahme der Tierbestände zur Versorgung der wachsenden Weltbevölkerung wird auch eine Zunahme der Methanemissionen aus den tierischen Exkrementen prognostiziert:

Möglichkeiten zur Reduktion der in der Tierhaltung anfallenden Methanemissionen:

  1. Verbesserung der Futterzusammensetzung und -verwertung
    - Erhöhung der Verdaulichkeit durch mechanische oder chemische Behandlung des Futters
    - Optimale Ausgewogenheit der Futterzusammensetzung durch Zugabe von limitierenden Nähr- und
    Wirkstoffen
  2. Leistungssteigerung durch Tierzüchtung
    - Steigerung der Produktionsleistung und Wachstumsrate
    - Steigerung der Reproduktion
    - Verbesserung der Krankheitsresistenz
  3. Veränderung der Pansenmikroflora
    - Gentechnische Veränderung der Pansenmikroorganismen
    - Biotechnologische Beeinflussung durch Zugabe spezifischer Hemmstoffe oder Antibiotika
  4. Leistungssteigerung durch Hormonzugabe (v.a. Wachstumshormone)
    - Rinder-Somatotropin (BST)
    - Anabole Steroide
  5. Verbesserung der Reproduktionsleistung (Beeinflussung der Fortpflanzung)
    - Erzeugung von Zwillingsgeburten
    - Embryo-Transplantation
    - Künstliche Besamung und Brunftsynchronisation

Die drei letztgenannten Maßnahmen sind wegen Gefahren für die menschliche Gesundheit verboten bzw. nur in einigen Ländern zulässig, wie das BST, andere haben technische Grenzen (Veränderung der Pansenmikroflora) oder sind relativ teuer. Eine höhere Einzeltierleistung führt zudem nur dann zu einer Reduktion der Methanemissionen, wenn gleichzeitig die Anzahl der Tiere entsprechend reduziert wird.
Die Methanemissionen aus tierischen Exkrementen als zweiter wesentlicher Quelle haben vor allem durch die Flüssigmistsysteme, infolge anaerober Lagerungsbedingungen der Gülle und Jauche zugenommen. Weidehaltung führt zu geringeren Emissionen. Die Flüssigmistsysteme in Deutschland verursachen etwa 90 % der Methanemissionen aus Tierexkrementen.

Mögliche Gegenmaßnahmen sind:

  1. Reduktion der Tierbestände
  2. Verkürzung der Lagerzeiten von Gülle (Verkürzung der Ausbringungsintervalle durch entsprechende Technik, z.B. Schleppschläuche, und besondere Fruchtfolgegestaltung)
  3. Belüftung der Gülle (allerdings mit der Gefahr verstärkter Ammoniakbildung)
  4. Biogasnutzung (mit den Vorteilen: Energiegewinnung, Erzeugung organischen Düngers, Geruchsbeseitigung, Teilhygienisierung, Trennung von flüssiger und fester Phase, Vermeidung von Umweltbelastungen)
  5. Lagerung unter Luftabschluß

Weniger als 1 % der Gülle wird derzeit in Deutschland in Biogasanlagen behandelt. Durch eine weitere Verbreitung von Biogasanlagen könnte die Methanemission aus den Tierexkrementen um 70 % vermindert werden.
Ob eine Reduktion der Zahl von (Methan-emittierenden) Zugtieren und ihr Ersatz durch mit fossilen Treibstoffen betriebenen Traktoren die CO2-Erhöhung in der Klimarelevanz aufwiegt, ist eine noch nicht untersuchte Frage. Immerhin schätzte man für die erste Hälfte der neunziger Jahre, daß 139 Mio. Wasserbüffel, 20 Mio. Kamele, 61 Mio. Pferde, 44 Mio. Esel und 14 Mio. Mulis für Trag- und Zugaufgaben eingesetzt wurden.

(s. a. Treibhauseffekt, Umweltwirkungen)

Mezzadria

Agrare Betriebsform in Italien (vorwiegend Mittel- und Oberitalien), bei dem die stadtsässigen Eigentümer ihr Land in Halbpacht bestellen lassen. Die Halbpächter (Mezzadri) leisten dabei 50 % der Pachtzahlung als Naturalabgabe aus den Ernteeinkünften. Es handelt sich i.d.R. um Einzelhöfe, die zur Erhaltung der Leistungsfähigkeit der Betriebe keine Teilung erfahren. Der Eigentümer versucht eine Überbesetzung der Höfe zu vermeiden, so daß die Größe der bewirtschaftenden Familie abhängig ist von der durchaus unterschiedlichen Größe und Naturausstattung der Betriebe. Die Eigentümer sind zwar stadtsässig, verbringen aber häufig im Sommer einige Monate auf dem Besitz zur Erholung und gleichzeitig zur Beaufsichtigung und Kontrolle des Betriebes.

Wesentliche Kennzeichen der Mezzadria sind:

Durch die starke Einbeziehung des Halbpächters in Entscheidungen, Gewinne und Investitionen besitzt er großes Interesse an den Anbausystemen und nicht zuletzt am Betriebserfolg.
In den letzten Jahrzehnten vollzog sich insbesondere bei den Großbetrieben der bisherigen Mezzadria ein Strukturwandel. Die Eigentümer faßten dabei ihr früher in mehrere Halbpachtbetriebe aufgeteiltes Land zu einem Großbetrieb von 100 bis 1.000 ha zusammen und bewirtschaften ihn "a conto diretto", d.h. auf eigene Rechnung.

(s. a. Metateria)

micro catchment

Kleine Wassersammel-Parzelle von ca. 1 - 3 Ar Größe, deren Oberfläche komprimiert und eingeebnet ist, damit sich Oberflächenwasser bildet. Dieses fließt den tiefstgelegenen Teilen der Parzelle zu, wo sich die jeweiligen Kulturpflanzen befinden. Die Form der Wassersammel-Parzelle ist quadratisch oder streifenförmig, je nach Gelände- und Kulturart. Ihre Größe wird durch die Niederschlagsverhältnisse und den Wasserverbrauch der angebauten Kultur bestimmt. Auf jeden Fall muß der wassersammelnde Teil der Parzelle außerhalb des Wurzelbereiches der Kultur liegen.

(s. a. Bewässerung, Bewässerungswirtschaft, water harvesting)

Miete

Frostfreie, kaum mehr praktizierte Winterlagerungsmethode für Futterrüben und Kartoffeln auf der Feldflur; meist am Rande des abgeernteten Feldes. Zur Abdeckung und als Schutz (Frost, Reduzierung der Atmung) wurden früher eine Schicht Stroh und darüber eine Schicht Erde verwendet, heute kommt meist zusätzlich eine Plastikfolie zum Einsatz. Die moderne Futterkonservierung erfolgt heute überwiegend in Silos.

Milchaustauschfuttermittel

Mischfuttermittel, die dazu bestimmt sind, unverändert oder mit Flüssigkeit zubereitet an Mastkälber oder, in Ergänzung oder als Ersatz der postkolostralen Muttermilch, an andere Jungtiere verfüttert zu werden.

Mikrobewässerung

Bewässerungsverfahren, bei dem nur ein kleiner Teil des Bodens bewässert wird. Im Unterschied zu Regnern/Sprinklern wird nur eine sehr geringe Wassermenge ausgebracht. Der Vorteil ist, dass man unebene Flächen gut damit bewässern kann.

Zur Mikrobewässerung gehören die Verfahren der Tropfbewässerung, Sprühbewässerung und der Unterflurbewässerung. Diese Verfahren sind i.d.R. ortsfest installiert. Die Tropfleitungen werden mit eingebauten oder aufgesetzten Tropfern angeboten, welche porös, düsenartig oder mikrokanalartig ausgebildet sind. Bei der Sprühberegnung wird das Wasser von den Düsen nicht tropfenweise, sondern in Einzelstrahlen oder als Wasserschleier verteilt.

Milchquote

Obsolete Regelung der Gemeinsamen Agrarpolitik, in der zur Einschränkung der Milchproduktion und damit zum Abbau von Überschüssen seit 1985 jedem Mitgliedstaat die volle Preisgarantie nur noch für eine bestimmte Milchmenge zugesagt wurde. Den Mitgliedstaaten oblag die Aufteilung der Quote auf die einzelnen Betriebe. Bei einer Überschreitung der zugeteilten Produktionsmenge musste der Betrieb eine "Mitverantwortungsabgabe" entrichten.

Die EU-Milchquotenregelung ist zum 31. März 2015 ausgelaufen. Die Milchquotenregelung wurde eingeführt um der früher starken Überproduktion Herr zu werden, die Einkommen der Milcherzeuger zu sichern und den Fortbestand der Milchviehbetriebe zu sichern. Rückblickend scheint die Quotenregelung ihre Ziele nicht erreicht zu haben: Sie hat weder zu stabilen Erzeugerpreisen geführt noch den Strukturwandel aufgehalten:

Mit dem Auslaufen der Quotenregelung erhalten die Milcherzeuger die Verantwortung zurück, die erzeugte Rohmilchmenge selbst zu bestimmen.

Für schwierige Marktsituationen und Krisenzeiten steht auch nach dem Auslaufen der EU-Milchquotenregelung ein Maßnahmenbündel zur Verfügung und Milcherzeuger erfahren weiter staatliche Unterstützung. Zentraler Baustein der staatlichen Einkommenspolitik sind entkoppelte, regional für Grünland und Ackerflächen einheitliche Direktzahlungen. Das vorhandene Sicherheitsnetz für den Milchbereich wurde durch die Reform der Gemeinsamen Agrarpolitik ausgeweitet, ohne dauerhaft direkt ins Marktgeschehen einzugreifen. Es sieht neben privater Lagerhaltung und Intervention auch vor, dass die Europäische Kommission bei außergewöhnlichen Marktkrisen weitere erforderliche Maßnahmen ergreifen kann.

Milchtierhaltung

Zweig der Nutztierhaltung zum Zwecke der Milchgewinnung. Hinsichtlich der Marktorientierung ist zu unterscheiden zwischen Milchtierhaltung in

Spezialisierungen in der Milchtierhaltung und unterschiedliche sozio-ökonomische Rahmenbedingungen führten zu verschiedenen Betriebsgrößen und -organisationen:

In Deutschland setzt die Zahl der Milchkuhhalter 2016 ihre rückläufige Entwicklung fort. Im Mai 2016 wurden noch 71.300 und damit 4,6 Prozent weniger als zum entsprechenden Vorjahresmonat gezählt. Damit hat sich die Zahl der Milchviehhalter in den vergangenen 8 Jahren um 29 Prozent verringert.

Im Bundesdurchschnitt hält ein Milchviehhalter 60 Milchkühe. Groß sind die regionalen Unterschiede. Die größten Herden befinden sich in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern mit einer Durchschnittsgröße von 226 bzw. 224 Tieren. Relativ klein sind die durchschnittlichen Milchviehbestände in Bayern (37 Kühe), Baden-Württemberg (43 Kühe) oder Hessen (47 Kühe).

Milpa-System

Mit Brandrodung verbundene Form des Wanderfeldbaus in Zentralamerika.

(s. a. shifting cultivation)

Mindestpreis

Vom Staat festgelegte Untergrenze für die Erlöse bestimmter Produkte zum Schutz eines Wirtschaftszweiges. Auch in einigen Marktordnungen der Gemeinsame Agrarpolitik sind Mindestpreise vorgesehen.

Mineralboden

1. Boden, bei dem die Festsubstanz aller Bodenhorizonte - mit Ausnahme der Humusauflage - mindestens zu 70 %, i.d.R. jedoch zu mehr als 95 % aus anorganischen (mineralischen) Substanzen besteht und bei dem entweder keine H-Lagen oder nur solche von <30 cm Mächtigkeit vorliegen.

2. Bodenprofilbereich unterhalb einer Humusauflage, in dem die Gehalte an Humus unter 30 % liegen müssen.

(s. a. Bodenprofil)

Mineraldünger

Entweder direkt verwendete, natürlich vorkommende Mineralstoffe (mineralische Naturdünger) oder zur besseren Aufnehmbarkeit oder Anpassung an den Pflanzenbedarf chemisch aufbereitete Stoffe (viele Phosphat- und Kalidünger). Die meisten N-Dünger werden allerdings synthetisch aus dem Luftstickstoff hergestellt (wobei der organische Dünger Harnstoff aus gesetzlicher Sicht auch zu den Mineraldüngern zählt). Entsprechend ihrer fabrikatorischen "künstlichen" Herstellung werden die Mineraldünger auch als "Kunstdünger" bezeichnet.
Üblich wurde die Mineraldüngung nach der Begründung der Agrikulturchemie durch J. von Liebig (1803 - 1873). Kunstdünger (Ammoniumsulfat) wurde erst nach 1820 als Nebenprodukt der Verkokung hergestellt. 1855 entstand in Lehrte die erste Superphosphatfabrik in Deutschland. Nachdem 1839 bei Staßfurt Kalisalze erbohrt worden waren, gewann die Kalidüngung nach 1860 rasch an Bedeutung. Der wichtigste Schritt für die Phosphatdüngung erfolgte 1885 mit der Anwendung von Thomasmehl (gemahlene Thomasschlacke). Ab 1910 fand synthetisch gewonnener Stickstoff Verwendung.

Mineralische Düngemittel können in Abhängigkeit von der Herkunft ihrer Rohstoffe oder aufgrund der Herstellungsverfahren mit Schadstoffen belastet sein. Es werden vor allem Cadmium (überwiegend aus Phosphatdüngern) und Chrom, in geringerem Ausmaß Blei, Nickel und Arsen eingetragen. Ein dringend erforderlicher EU-weiter Cadmium-Grenzwert besteht nicht.

Mineralfuttermittel

Ergänzungsfuttermittel, die überwiegend aus mineralischen Einzelfuttermitteln zusammengesetzt sind, mindestens 40 % Rohasche enthalten und vitaminisiert sowie mit bestimmten Spurenelementen angereichert sein können. Für jede Tierart muß abhängig von der Grundfutterbasis eine gezielte Auswahl des passenden Mineralfuttermittels vorgenommen werden. Fertig gekaufte Mischfutter enthalten bereits einen leistungsgerechten Mineralausgleich.

Mineralisation

Auch Mineralisierung; biochemische Zersetzung von organischer Masse (Nichthuminstoffe) durch Mikroorganismen im Boden, wobei die Pflanzennährstoffe (anorganische, mineralische Substanzen) frei und verfügbar werden. Die Mineralisation ist eine Teilprozeß der Verwesung. Dabei wird Energie freigesetzt, was deutlich wird an der Erwärmung von Stallmist oder Kompost. Unter aeroben Bedingungen (gute Bodendurchlüftung) handelt es sich um Oxidations- (mikrobielle Veratmung) unter aeroben Bedingungen um Reduktionsprozesse. Je nach ihren Inhaltsstoffen ist organische Substanz leicht oder schwerer mineralisierbar. Die Mineralisation ist ein wichtiges Glied im Nährstoffkreislauf eines Ökosystems, da durch sie ein großer Teil der Nährstofffreisetzung und damit die Pflanzenernährung gewährleistet wird.

Mineralsalze

Unter natürlichen Bedingungen im Boden enthaltene Nährstoffe für die Pflanzen. Die wichtigsten sind N, K, Ca, Mg, P, S, auch Hauptnährelemente genannt.
Stickstoff kommt im Boden als Nitrat oder Ammoniumsalz vor. Das Ammonium entsteht beim Abbau von Aminosäuren, bzw. beim Humusabbau ("ständig fließende Stickstoffquelle"). Daneben können in schlecht durchlüfteten Böden auch Nitrit, N2O, NO und NO2 vorkommen; sie spielen für die Pflanze aber keine große Rolle.
Die wichtigste Phosphorquelle im Boden sind die Phosphate, Salze der Orthophosphorsäure. Phosphate können aus natürlichen Mineralphosphaten (= Apatite) durch Verwitterung freigesetzt werden. Sie werden dann von den Bodenkolloiden oder dem Humus adsorbiert. Phosphor ist in vielen Naturböden ein Minimumfaktor, da die Nachlieferung aus Mineralien schlecht ist.
Kaliumionen können z.B. aus Feldspat und Glimmer durch Verwitterung freigesetzt werden. Diese Ionen werden dann an Tonmineralen sorbiert. K kann aber im humiden Klima rasch ausgewaschen werden, was in fast allen Böden einen K-Mangel verursacht.
Calcium wird wie Kalium aus vielen Mineralien (Kalke, Dolomite, Gips, Kalkfeldspat u.w.) freigesetzt. Auch Ca2+ wird im Boden an Kolloidteilchen sorbiert.
Magnesium kommt im Boden in vielen Mineralien vor. Nach der Freisetzung als Mg2+ erfolgt ebenfalls eine Sorption.

Minifundium

Landwirtschaftlicher Kleinbesitz mit Subsistenzwirtschaft, der in vielen Staaten, besonders in Entwicklungsländern weit verbreitet ist. Die Besitzer von Minifundien sind sozial den Landarbeitern sehr nahe, da ihr Betrieb als Existenzbasis meist nicht ausreicht. Häufig sind sie zu einem Zuverdienst auf Latifundien gezwungen.

Minimal-Bestelltechnik

Weitgehend synonym zu Minimalbodenbearbeitung; Gesamtheit der Verfahren, die in einem Arbeitsgang, also mit einer kombinierten Maschine, die Bodenbearbeitung (Saatbettvorbereitung) und Aussaat, teilweise auch die Düngerausbringung durchführen. Die Minimal-Bestelltechnik strebt an, den Gesamtaufwand für die Feldbestellung zu verringern. Sie findet in der Getreidebestellung ihren bevorzugten Anwendungsbereich, regional besonders im maritimen Klimabereich und bei schweren Böden (z.B. in England und Schleswig-Holstein).

Formen der Minimal-Bestelltechnik:

Mit der Minimalbestellung ohne Pflug will man nicht nur den Gesamtaufwand senken, sondern auch gravierende Nachteile des Pflügens (Förderung von Bodenerosion, und Verschlämmung, Fäulnisprozesse durch vergrabene organische Substanz, Verdichtungen u.a.) vermeiden.

(s. a. Drusch-Saat-Verfahren)

Minimumfaktor

Umweltfaktor, der jeweils die Wachstumsleistungen der Pflanzen am stärksten begrenzt, bzw. dessen Steigerung die größte Produktionszunahme bewirkt (z.B. Gehalt an pflanzenverfügbarem Phosphor im Boden).

Mir-System

In der vorsozialistischen russischen Agrarverfassung die bäuerliche Gemeinschaft, in der die Gemeinschaft der Familienhäupter (Mir) über das Nutzungsrecht am Gemeindebesitz verfügt. Der Mir teilte jedem männlichen Mitglied der Dorfgemeinschaft in jährlichem oder mehrjährigem Turnus aus dem Gemeindebesitz Land zu. Dies geschah im Umverteilungsverfahren und war mit starker Besitzzersplitterung und Flurzwang verbunden.

Mischfutter(mittel)

Mischungen aus lufttrockenen Einzelfuttermitteln, die zu 80 % pelletiert, aber auch mehlförmig in den Handel gelangen. Sie werden als Schüttgüter gelagert und hauptsächlich lose in Silofahrzeuge verladen und zu den Kunden transportiert.

Rohstoffverbrauch der Mischfutterhersteller
in Deutschland 1997/98
(Gesamtverbrauch: 18,4 Mio t)

Quelle: Fachverband der Futtermittelindustrie 1996 und pers. Mitteilung

Mischfutter ist das bedeutendste Betriebsmittel für die deutsche Landwirtschaft. Es ist eine notwendige Vorleistung für eine intensive und rentable Tierproduktion. So erfolgt die Fütterung von Schweinen und Geflügel in größeren Anlagen ausschließlich oder weitgehend auf der Basis von Mischfuttermitteln.

Vorteile des Einsatzes von Mischfuttermitteln:

Die 541 Mischfutterwerke in Deutschland produzierten im Wirtschaftsjahr 1996/97 19,12 Mio. Tonnen Mischfutter. Geprägt wird die deutsche Mischfutterwirtschaft von vier großen Herstellern mit einer Jahresproduktion von ca. 1 Mio. Tonnen und mehr und von sieben weiteren Firmen mit einer Jahrestonnage zwischen 450.000 und 800.000 Tonnen. Der Umsatz der deutschen Mischfutterindustrie beläuft sich auf rd. 8 Mrd. DM, das sind rd. 86 % der Umsätze des gesamten Futtermittelbereichs. Der wertmäßige Mischfutteranteil an den Vorleistungen der Landwirtschaft stieg von 5,9 % (1953/54, aBl) auf 23,1 % (1995/96, D).

Mischfutterverwendung in Deutschland nach Tierarten 1995

Quelle: AGRARMARKT 12/1996

Mischkultur

1. In der Landwirtschaft der gleichzeitige Anbau mehrerer Kulturpflanzenarten mit zeitlich gestuftem Reifeprozeß auf derselben Parzelle. Dabei kann die Mischkultur durchaus auch unterschiedliche Produktionsrichtungen auf dichtem Raum kombinieren. Die Anlage einer Mischkultur ist in der Reihe, in Zwischenreihen, in Streifen als Stockwerkkultur oder als Unterkultur möglich. Der Erfolg von Mischkulturen hängt von der ökologischen Verträglichkeit der beteiligten Pflanzen ab und davon, inwieweit sie sich ergänzen oder miteinander um die Nutzung der vorhandenen Umweltressourcen konkurrieren.
Mischkulturen sind vor allem in landwirtschaftlich stark gegliederten Regionen vertreten, in denen der Kleinstbetrieb vorherrscht und deshalb Handarbeit relativ preiswert einzusetzen ist. Global treten sie neben den mit nur einer Kulturart genutzten Parzellen in allen Agrarräumen auf:

Die Vorteile von Mischkulturen werden in der vielseitigen und konzentrierten Nutzung gesehen, die zu hohen Flächenerträgen sowie zu Weg- und Zeitersparnis führen kann. Zudem können sich Mischkulturpflanzen gegenseitig stützen, etwa wenn Kletterpflanzen an Getreidestengeln hochranken. Darüber hinaus vermögen sie einander gegenüber starkem Regen, direkter Sonneneinstrahlung und heftigem Wind zu schützen. Außerdem wirkt eine vollständigere Vegetationsdecke der schnell voranschreitenden Erosion entgegen. Sie hilft auch, Unkräuter zu unterdrücken, während die hohe Pflanzendiversität Schädlingspopulationen niedrig hält. Weitere Gewinne entstehen dadurch, daß die Feldfrüchte verschiedene Nährstoffe im Boden ausnutzen oder bestimmte Wechselwirkungen einen Schutz vor Krankheiten bieten. Gegenüber kurzfristigen Monokulturen bieten Mischkulturen für eine längere Zeit eine große Vielfalt an Nahrungsmitteln. Darüber hinaus mindern Mischkulturen die Risiken eines totalen Ernteausfalls durch ungünstiges Wetter während der Vegetationsperiode. Dem steht die Gefahr der raschen Bodenerschöpfung, des eingeschränkten Maschineneinsatzes und der Arbeitsbehinderung bei zu dichtem Stand der Kulturen gegenüber. (s. a. Ecofarming)

2. Im Rahmen der Moorkultivierung das Mischen von Resten des Torfs mit dem sandigen Unterboden bei Beendigung des Torfabbaus.

Mist

Siehe Stallmist

Mitverantwortungsabgabe

Innerhalb der Gemeinsamen Agrarpolitik eine Abgabe im Bereich bestimmter Agrarprodukte, die zur Absatzförderung, Forschung, Qualitätsverbesserung, aber auch als Sanktion zur Einhaltung bestimmter Produktionsmengen eingesetzt werden kann. Früher wurde beispielsweise im Milchsektor für die über die Garantiemenge hinaus erzeugte Milch zur Abschreckung eine Abgabe erhoben, die 115 % des Richtpreises für Milch betrug.

Molkerei

Milchverarbeitender Betrieb (regional auch Meierei oder Käserei genannt). Die Milch wird seitens der Molkerei von den Milchbauern in Kühlwagen abgeholt und dann zu Milch verschiedener Fettstufen und Haltbarkeit, Butter, Käse, Sauermilchprodukten wie Jogurt oder Quark weiter verarbeitet. Der Umsatz der Molkereien in Deutschland betrug 2004 20,3 Milliarden € Die Zahl der Molkereien ist abnehmend: 2004 gab es 108 Unternehmen mit über 39.000 Beschäftigten. 1990 waren es noch 360.

Molluskizide

Pestizide zur Bekämpfung von Mollusken (vorwiegend Schnecken). In Mitteleuropa werden sie vor allem gegen Nacktschnecken eingesetzt.

Monitoring

Ein System wiederholter Beobachtungen eines oder mehrerer Elemente der natürlichen Umwelt nach Raum und Zeit mit bestimmten vorgegebenen Zeiten entsprechend eines zuvor festgelegten Planes. Es dient der Bewertung und Prognose des Zustandes der natürlichen Umwelt, schließt jedoch eine Steuerung der Qualität der natürlichen Umwelt nicht mit ein und unterscheidet sich dadurch vom Terminus Kontrolle.

(s. a. Landschaftsmonitoring)

Monokultur

Ständiger Anbau der gleichen Kulturpflanze (Selbstfolge) auf dem gleichen Standort (Feld, Plantage). Bei einjährigen Kulturen läßt sich ein wiederholter Anbau der gleichen Pflanzenart innerhalb eines Jahres oder in jährlichem Abstand vollziehen. Größere Abstände ergeben sich bei mehrjährigen Kulturen. Bei Dauerkulturen sind es Jahrzehnte, die zwischen einem wiederholten Anbau liegen.
Monokultur ist auf Dauer nur möglich, wenn besondere Anbauverfahren und geeignete Pflanzenarten, wie beispielsweise bei der teils seit Jahrhunderten betriebenen Wasserreismonokultur in dicht besiedelten Gebieten Asiens, angewandt werden. Auch beim selbstverträglichen Mais ist aus Südamerika langjährige Monokultur bekannt.
Allgemein ist Monokultur mit einem Ertragsabfall bis zu einem etwa gleichbleibenden niedrigen Ertragsniveau oder auch bis zum völligen Ertragsausfall verbunden.

Wirkungsfaktoren bei durch Monokultur bedingtem Ertragsabfall:

(s. a. Fruchtwechselwirtschaft, Polykultur)

Monoproduktion

Der dominierende Anbau einer volkswirtschaftlich wichtigen Kulturpflanze in einem Land.

Montado

Port. Bezeichnung für beweidete Eichenhaine (Hutewälder), die vor allem die vor allem im portugiesischen Alentejo und im Südwesten Spaniens (span. Dehesa) ausgedehnte Flächen einnehmen. Der Montado zeichnet sich aus durch seine Multifunktionalität in der Nutzung von drei Komponenten: Waldwirtschaft, Viehwirtschaft und Feldbau, und ist damit ein agrosilvopastorales System. Montandos können sich sowohl in Gemein(de)besitz als auch in Privatbesitz befinden.

(s. a. Dehesa)

Moor

Vom Regen- oder Mineralbodenwasser abhängige Lebensgemeinschaften auf Torfböden in natürlichem oder naturnahem Zustand, einschließlich bestimmter Degenerations- und Regenerationsstadien. Es besteht eine überwiegend waldfreie Formation aus moortypischer Vegetation.
Entsprechend ihrer Entstehung hängt die Verbreitung der Moore in Mitteleuropa eng mit den Klimabedingungen sowie der Oberflächengestaltung nach Rückgang des Inlandeises zusammen:
Hochmoore: in den niederschlagsreichen, küstennahen Gebieten der Nordsee, nördliches, glazial geprägtes Alpenvorland, außerhalb der Vereisungsgebiete kleinere Hochmoore in fast allen Mittelgebirgen
Niedermoore: vor allem im Bereich der Urstromtäler (Warthe-Netze-Oderbruch) und anderen Flußniederungen (Donaumoos).
Weltweit gesehen, haben Moore ihre größte Verbreitung in kühlen Klimaten. Das hängt damit zusammen, daß dort durch niedrigere Temperaturen die Tätigkeit der Streuzersetzer stärker gehemmt ist als der Pflanzenwuchs.
Hochmoore wurden in den vergangenen Jahrhunderten vielfach durch mehr oder minder planlosen Torfstich zur Gewinnung von Brenntorf oder durch extensive Moorbrandwirtschaft genutzt. Die in Deutschland gebräuchlichsten Verfahren der Niedermoorkultivierung waren die Schwarzkultur und die Sanddeckkultur.

(s. a. deutsche Hochmoorkultur, Fehnkultur, Sandmischkultur)

Moorbrandwirtschaft

Aus Holland im 18. und 19. Jh. in die nordwestdeutschen Moore gelangtes Wechselsystem. Dabei wurde im Herbst die zu nutzende Fläche flach entwässert, die obere Moorschicht aufgelockert, im späten Frühjahr auf ca. 5 - 10 cm Tiefe abgebrannt und in die als Düngung dienende Asche Sommergetreide (meist Buchweizen, daher auch der Begriff Buchweizenbrandkultur) eingesät. Nach 7 - 10 Jahren Anbau erfolgte eine Brache von 30 - 50 Jahren, während der sich das Moor regenerierte (Heidehumusbildung) und als Weidefläche diente. Die Erträge waren gering, Missernten keine Seltenheit, da es sich um ein bodenausbeutendes Ackerbausystem handelte, das tief in den Naturhaushalt eingriff. Durch das generationenlange Moorbrennen wurde der vorher bis 2 m mächtige Weißtorf vielerorts fast vollständig heruntergebrannt, und staunasse ackerbaulich wertlose Böden blieben zurück.

Die Moorbrandwirtschaft wird als extensive Vorstufe (Wanderfeldbau) zur heutigen Moorkultur angesehen.

Moorhufendorf

Planmäßig angelegte Reihensiedlung des 16. bis 18. Jh., die an streng geradlinigen Wegen oder Kanälen entstanden ist, typischerweise in den ehemaligen Moorgebieten Nordwestdeutschlands. Das Moorhufendorf hat in der Regel eine Breitstreifenflur mit Hofanschluss. Die Grenzen der Breitstreifen werden durch Entwässerungsgräben markiert.
Als Variante der Moorhufendörfer gelten die „Fehnkolonien“, planmäßig angelegte Siedlungen, die oft mehrere Kilometer Länge aufweisen, wobei als Leitlinie die Entwässerungs- und Transportkanäle dienten.
Ein häufig angeführtes Beispiel ist Papenburg (Emsland), wo im 17. Jh. nach holländischem Vorbild eine Fehnkolonie angelegt wurde.

Moorkolonisation

Vorgang der Landerschließung und -nutzung in Moorgebieten durch die Moorkultur. Dabei wurden Moorkolonien angelegt. Erste Moorerschließungen setzten im Mittelalter (Niederlande) ein. Die Kerngebiete der Moore blieben menschenleer bis in die Zeit des Merkantilismus. Durch die Peuplierungspolitik vermehrten die absolutistischen Fürsten die Zahl ihrer Untertanen und damit ihre Macht. Kolonisationen im 17. Jh. z.B. in den Hochmooren Ostfrieslands und des Emslandes wurden von erfahrenen Niederländern durchgeführt. Weitere Kolonisationen erfolgten im 18 Jh. z.B. in den Niedermooren des Havellandes, der Wartheniederung und des Rhinluch bei Rhinow. In Süddeutschland (Oberschwaben, bayerisches Voralpenland) wurden vor allem gegen Ende des 18. und zu Beginn des 19. Jh. weite Moorflächen entwässert. Große Flächen der Emslandmoore wurden erst im 20 Jh. zu Wirtschaftsland.

Moorkultur

Kulturtechnisches Verfahren zur Nutzung von Mooren. Bei der Moorkultur wird eine systematische Entwässerung betrieben und durch Melioration ein dauerhafter Kulturboden aufgebaut.

(s. a. Fehnkultur, Sanddeckkultur, Schwarzkultur)

Moorsiedlung

Hochmoorsiedlung, deren Existenz im Gegensatz zur Fehnsiedlung von Beginn an auf Landwirtschaft basierte und der deshalb ein schiffbarer Kanal für den Transport des Torfes fehlt. Siedlungsform der Moorsiedlungen ist zumeist die - im Vergleich zu den Fehnkolonien in der Regel lockere - Reihensiedlung mit hofanschließender Streifenflur.

Morgen

Dieses alte bäuerliche Feldmaß hat - je nach Region - viele Namen (z.B. Joch, Juchert, Tagewerk) und entspricht ebenso vielen Ackerflächen. Generell gilt heute, daß 1 Morgen ¼ Hektar umfaßt, also ca. 0,25 ha bzw. 25 a. Früher entsprach 1 Morgen derjenigen Ackerfläche, die mit dem regional üblichen Gespann bei den vor­herrschenden Böden an einem Vormittag gepflügt wurde.

Beispiele: Baden: 0,36 ha; Bayern: 0,341 ha; Braunschweig: 0,25 - 0,33 ha; Hannover: 0,262 ha; Hamburg und Hessen-Nassau: 0,25 ha; Holstein: 1,0 ha; Oldenburg: 1,22 ha; Preußen: 0,255 ha; Sachsen: 0,277 ha; Vor­pommern: 0,655 ha; Westfalen: 0,255 ha; Württemberg: 0,315 ha; Wien: 0,576 ha.

Moshav

Genossenschaftlich organisierte ländliche Siedlung in Israel, mit im Unterschied zum Kibbuz höherem Anteil von persönlichem Privateigentum. Ihre Idee beruht auf dem Prinzip der Gleichheit in den Grundbedingungen - Eigenarbeit und gegenseitige Hilfe der Siedler - verbunden mit Entscheidungsfreiheit in der Wirtschaftsführung und Lebenshaltung. Moshavim übertreffen heutzutage die Kibbuzim nach Zahl der Siedlungen (400 : 280), wie auch der Einwohner (160.000 : 130.000). Mit der verbesserten Sicherheitssituation im Gefolge der Staatsgründung erfolgten die meisten Neugründungen von ländlichen Siedlungen im Innern Israels in Form von Moshavim und nur entlang der Grenzen und im Negev als Kibbuzim.
Insbesondere Einwanderer aus Osteuropa und aus den arabischen Ländern, die nach 1948 nach Israel kamen und im Gegensatz zu den ersten Pionieren nicht von der sozialistischen Idee beseelt waren, zogen meistens diese Siedlungsform vor.

Mulchen

Das Belassen von Pflanzenresten auf der Bodenoberfläche. Dieser "Mulch" bricht die Aufschlagskraft der Regentropfen, erhöht die Wasserinfiltration in den Unterboden und verhindert damit den Wasserabfluß und die Bodenerosion. Als Mulchmaterial kommen in Frage:

Mulchsaat

Direktsaat in die abgestorbenen Pflanzenreste (Mulch) einer Zwischenfrucht oder direkt in die Vorfrucht-Stoppeln ohne vorbereitetes Saatbett. Mulchsaat ist eine Möglichkeit, in hängigem Gelände die Bodenerosion (z.B. bei Mais) zu verringern oder um das Auflaufen von Unkraut durch Bodenbedeckung zu ver- bzw. behindern.

Mutterkuhhaltung

Form der Rinderhaltung, bei der die Mutterkuh ihr Kalb bis zum Ende der Laktationsperiode säugt. Mutterkuhhaltung wie auch Ammenkuhhaltung dienen ausschließlich der Erzeugung von Rindfleisch. Weitere Kennzeichen der Mutterkuhhaltung:

Mykorrhiza

Eine Form des Zusammenlebens (Symbiose) von Pilzen und Pflanzen, bei der der Pilz mit dem Feinwurzelsystem der Pflanze verbunden ist. Die Mykorrhizapilze liefern der Pflanze Nährstoffe und Wasser und erhalten ihrerseits einen Teil der durch die Photosynthese der Pflanzen erzeugten Kohlenhydrate. Die Mykorrhizapilze verfügen über ein im Vergleich zur Pflanze erheblich größeres Vermögen, Mineralstoffe und Wasser aus dem Boden zu lösen, wodurch i. d. R. die Wasser-, Stickstoff- und Phosphat-Versorgung der mykorrhizierten Pflanzen verbessert wird.