Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Sojaschrot

Sojabohnen gehören zu den Ölsaaten. Bei ihrer Verarbeitung zu Öl entsteht als Nebenprodukt Sojaschrot (engl. soybean meal). Dazu werden die Sojabohnen zerkleinert, erhitzt und das Öl herausgepresst. Es entsteht der sogenannte Presskuchen (Sojakuchen). Durch Zugabe eines Lösungsmittels wird auch das restliche Öl extrahiert und es entsteht Sojaextraktionsschrot (SES).

Die Verwendung von unbehandeltem Sojaschrot in Lebensmitteln ist sehr gering.

Sowohl Sojakuchen als auch Sojaextraktionsschrot sind als eiweißhaltiges Futtermittel nutzbar. Die rohe Sojabohne lässt sich hingegen nur sehr beschränkt einsetzen. Nur Rinder als Wiederkäuer sind in der Lage das Eiweiß aufzuschließen.

Im Vergleich mit anderen Ölschroten etwa aus Raps enthält Sojaschrot besonders viel Rohprotein (Eiweiß). Wenn die Sojabohnen vor der Verarbeitung geschält wurden, ist der Proteingehalt noch höher. Ein weiterer Vorteil ist auch die Zusammensetzung der essentiellen Aminosäuren, die für die Verdaulichkeit bei Schweinen und Geflügel notwendig sind.

Die wichtigsten Anbauländer für Sojabohnen sind Nord- und Südamerika. Führend sind Brasilien mit 144 Mio. Tonnen und die USA mit 118 Mio. Tonnen (2024).

Die globalen Sojaschrot-Exporte werden für 2025/26 auf rund 84,6 Mio. t geschätzt. Größte Sojaschrot-Exporteure sind 2025 Argentinien, Brasilien und die USA.

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