Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Geflügelhaltung

Zweig der Nutztierhaltung mit dem Produktionsziel Fleisch, Eier und Federn als Nebenprodukt bei einigen Tierarten. Man unterscheidet:

Die vielfältigen Betriebsformen und Betriebssysteme der Geflügelhaltung reichen von den kleinen Beständen bäuerlicher Betriebe bis zur Massentierhaltung in horizontal und vertikal integrierten agrarindustriellen Unternehmen. Hinsichtlich der Masse erzeugter Hähnchen und Eier herrschen weltweit vollintensive Haltungsformen (z. T. Batteriehaltung) vor. Diese sind aus ethischen, tiermedizinischen, seuchenhygienischen und ökologischen Gründen umstritten.

Die Käfighaltung ist in Deutschland seit 2010 verboten und in der EU seit 2012. Außerhalb der EU ist sie allerdings noch erlaubt und gängige Praxis. Auch aus solchen Ländern (z.B. Ukraine) werden Käfigeier in die EU importiert.

Deutschland ist nach Polen und Spanien der drittgrößte Produzent von Geflügelfleisch in der EU. Während die heimische Produktion den Inlandsverbrauch an Geflügelfleisch zu rund 100 Prozent deckt, sind es bei Eiern nur 72 Prozent. Eier und Geflügelfleisch tragen rund acht Prozent zum Produktionswert der Landwirtschaft bei. Im Jahr 2024 waren es rund 5,9 Milliarden Euro - 58 Prozent davon entfielen auf Geflügelfleisch.

Mit über 156 Millionen Tieren dominierte 2023 auf deutschen Geflügelhöfen das Huhn. Legehennen und Masthühner stellten damit 93 Prozent des Geflügelbestandes. An zweiter Stelle mit rund neun Millionen Tieren stand das Truthuhn, das im Handel als Pute vermarktet wird. Platz drei belegten Enten mit rund 1,6 Millionen Tieren.

Oft als Martinsgans oder Weihnachtsgans vermarktet, nimmt die Gänsehaltung in Deutschland lediglich eine Marktnische ein. Perlhühner, Strauße, Fasane, Wachteln und Tauben können auch landwirtschaftlich genutzt werden. Gemessen an den Schlachtzahlen findet dies in Deutschland aber nur in sehr geringem Umfang statt.

Der Geflügelbestand ist deutschlandweit regional sehr unterschiedlich verteilt. Allerdings sticht ein Bundesland als Schwerpunkt der Hühnerhaltung in Deutschland hervor: Niedersachsen. So wurde 2023 etwa jedes zweite Huhn in einem niedersächsischen Geflügelhof gehalten. Bei den Puten waren es rund 37 Prozent, die in Niedersachsen gehalten wurden.

Andere Geflügelarten wie Perlhühner, Wachteln oder Fasane werden nur in sehr geringen Stückzahlen gehalten. (BMEL)

Weitere Informationen:

Pfeil nach linksGeflügelHausIndexGeflügelpestPfeil nach rechts