Lexikon des Agrarraums

C

Cabaña

In Südamerika ein kleiner bis mittelgroßer Zuchtbetrieb für Rinder und Schafe mit Weide-Stallhaltung und intensiver Futterwerbung.

CA-Lager

Von engl. controlled atmosphere; landwirtschaftliche Lagertechnik im Obst-, Gemüse- und Blumenanbau, bei der das Luftgemisch bzw. der Luftdruck im Lagerraum verändert und so haltbarkeitsfördernd die Atmung und die Äthylenbildung verringert wird. In einem CA-Lager wird das Altern verderblicher Waren, vor allem von Kernobst wie Äpfel, verlangsamt.

Gewöhnlich wird der Sauerstoffgehalt abgesenkt und der CO2-Gehalt geregelt. Daneben kann auch der Stickstoffgehalt verändert werden. Eine Lagerung bei reduziertem Druck vermindert den Partialdruck von Stickstoff, Sauerstoff, Kohlendioxid und Wasserdampf und setzt infolgedessen die Atmung herab. Außerdem werden die in der Pflanze entstehenden Gase einschließlich Äthylen (sog. "Reifungsgas") leichter aus dem Gewebe abgeführt.

Folgende Bedingungen liegen in CA-Lagern vor:

In der abgeschlossenen Kühlzelle veratmen die Äpfel den Sauerstoff der Luft. Ist die Atmung reduziert, fallen die Äpfel in einen "künstlichen Schlaf", in dem kein weiterer Abbau von Inhaltsstoffen stattfindet.

Eine Weiterentwicklung des CA-Lagers ist das sogenannte ULO-Lager (engl. Ultra Low Oxygen), das extrem wenig Sauerstoff (< 1 %) enthält. Bei relativer Luftfeuchtigkeit um 92 % und Temperaturen zwischen 1 °C und 4 °C bleiben die Äpfel bis weit ins nächste Jahr hinein frisch.

Cash Crop

Pflanze, die nicht zur Eigenversorgung, sondern zum Verkauf auf Binnenmärkten oder zum Export angebaut wird. Der Begriff wird häufig im Zusammenhang mit Entwicklungsländern verwendet. Cash crops sind typischerweise Produkte wie Reis, Sorghum, Erdnüsse, Mais, Kakao, Kaffee, Tee, Palmöl, Zuckerrohr, Jute, Kautschuk, Baumwolle, Soja und Tapioka.
Eine verbreitete Argumentation ist, daß der Export von Agrargütern aus Entwicklungsländern für den dortigen Hunger und Unterernährung verantwortlich ist. Die Exportorientierung der Landwirtschaft bindet in vielen Ländern Arbeitskräfte und Boden für den Anbau von Vermarktungsfrüchten, so daß der heimische Nahrungsmittelanbau vernachlässigt wird.
Diese Situation ist jedoch nicht zwingend, wenn folgende Faktoren beachtet werden, die beim Anbau von cash crops für eine verbesserte Nahrungs- und Ernährungssicherheit ausschlaggebend sind:

CCPR

Abk. für Codex Committee on Pesticide Residues; Komitee der Codex Alimentarius Kommission zur weltweiten Festlegung von Toleranzen für Pflanzenschutzmittel-Rückstände auf oder in Erntegütern, errechnet aus den medizinisch duldbaren Höchstmengen und der guten fachlichen Praxis (engl. good agricultural practice).

CGIAR

Die im Jahr 1971 gegründete Consultative Group on International Agricultural Research (CGIAR; dt. Beratungsgruppe für Internationale Agrarforschung) ist eine strategische Partnerschaft von 64 Mitgliedern, die mit einer Vielzahl von Regierungsorganisationen, zivilgesellschaftlichen Organisationen und auch der Privatwirtschaft in der ganzen Welt zusammenarbeitet. Die Mitglieder der CGIAR sind sowohl 21 Entwicklungs- und 26 Industrieländer, vier Co-Sponsoren, sowie dreizehn internationale Organisationen. Heute sind mehr als 8000 Wissenschaftler und Mitarbeiter in über 100 Staaten für die CGIAR aktiv. Das Gründungsziel der CGIAR war "die Bekämpfung der Nahrungsmittelknappheit in den tropischen und subtropischen Ländern durch Forschung und Investitionen in neue, hochproduktive Pflanzensorten und verbesserte Nutztierhaltung".

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C3-/C4-Pflanzen

Die Landpflanzen werden im wesentlichen in zwei große Gruppen (C3- und C4-Pflanzen) unterteilt, die sich durch die Art der CO2-Fixierung unterscheiden.

Das Wachstum hängt bei jeder Pflanze von der Differenz zwischen Brutto- und Nettophotosynthese ab - jenem Prozeß in dessen Verlauf komplexe organische Verbindungen (Kohlenhydrate) gebildet werden. Sofern kein Wassermangel herrscht, bestimmen die eng miteinander verknüpften Faktoren Temperatur und Licht die Rate und den Umfang des Wachstums. Diese Beziehung ist Grundlage der Unterscheidung zwischen Kulturpflanzen aus verschiedenen Klimazonen. Diese zonale Verbreitung spiegelt sich in unterschiedlichen biochemischen Prozessen der Photosynthese wider.

Die bevorzugt in gemäßigten Klimazonen verbreiteten C3-Pflanzen binden das CO2 an einen Zucker, der fünf Kohlenstoffatome enthält. Die entstandene Verbindung mit sechs Kohlenstoffatomen zerfällt in zwei Zucker, die aus je drei Kohlenstoffatomen (= C3) aufgebaut sind. Neben der photosynthetischen CO2-Fixierung jedoch bilden diese Pflanzen, ebenfalls im Licht, unter Sauerstoffverbrauch wieder CO2. Dieser der Photosynthese gegenläufige Prozeß, als Photorespiration bezeichnet, verbraucht in erheblichem Maße Energie. Die Photorespiration addiert sich zu der normalen Atmung (Dunkelatmung in den Mitochondrien) und verschlechtert die Bilanz aus Bruttophotosynthese und Atmung. Die Nettophotosynthese nimmt ab. Da der aktuelle Anstieg der CO2-Konzentration in der Atmosphäre das CO2 : O2-Verhältnis in der Pflanze erhöht, werden die Verluste durch Lichtatmung verringert, d.h. die Nettophotosynthese steigt.

Die aus wärmeren und trockeneren Regionen stammenden C4-Pflanzen zeigen neben einer erheblich höheren CO2-Fixierungsrate als C3-Pflanzen im Licht keine CO2-Entwicklung über Photorespiration. Diese Pflanzen binden das CO2 zunächst an eine C3-Verbindung. In dem so entstandenen C4-Körper (organische Säuren) wird das CO2 zwischengespeichert und der Photosynthese in einer effizienten Form zugeführt.

C4-Pflanzen weisen eine geringere Öffnungsweite der Stomata als C3-Pflanzen auf und besitzen damit eine geringere Transpirationsrate. Daher nutzen sie das zur Verfügung stehende Wasser effizienter aus und sind besser an aride und semiaride Standorte angepaßt.
Die C4-Pflanzen verfügen bei heutigen CO2-Gehalten in der Luft im Vergleich zu C3-Pflanzen über einen effektiveren Mechanismus der internen CO2-Anreicherung. Dies bedeutet gleichzeitig, daß bei künftig steigender CO2-Konzentration in der Luft bei C4-Pflanzen eine wesentlich geringere Zunahme der Nettophotosynthese und der Biomasseproduktion zu erwarten ist, als bei den meisten C3-Pflanzen.
Eine dritte - unbedeutendere - Gruppe von Landpflanzen stellen die CAM-Pflanzen (Crasulacean Acid Metabolism) dar. Sie sind an wasserarme Lebensräume adaptiert. Obwohl ihr Photosyntheseweg und ihre Temperaturreaktion denen der C4-Pflanzen ähneln, können CAM-Pflanzen in der Nacht, während der ihre Spaltöffnungen geöffnet sind, Kohlendioxid absorbieren und speichern. Am Tag betreiben sie bei geschlossenen Stomata Photosynthese. Zu den CAM-Spezies gehören Sukkulenten zahlreicher Familien, aber nur zwei Kulturpflanzen mit landwirtschaftlicher Bedeutung, die Sisalagave und die Ananas.

Wichtige C3-Kulturarten sind Reis, Weizen, Gerste, Kartoffeln und Bohnen, wichtige C4-Pflanzen sind Mais, Hirse und Zuckerrohr. Die Mehrzahl aller Kulturarten gehören zu den C3-Pflanzen. In Europa beträgt ihr Anteil an der Pflanzenproduktion über 90 %.

Center-Pivot-System

Nach "pivot" (e./fr.) = Drehpunkt, Kreisbewegung; Bewässerungsverfahren, das sich seit 1970 zunächst in den Great Plains ausbreitete und durch seine kreisrunden Bewässerungsflächen das Erscheinungsbild der Agrarlandschaft stark veränderte. Das Funktionsprinzip beruht auf einem horizontalen, auf Rädern kreisförmig rotierenden Sprinklerrohr, das mit einer Länge von 396 m so bemessen ist, daß eine Quarter Section (65 ha, abzüglich der 11 ha Ecken-Anteile) beregnet werden kann. Mittels schwenkbarer Zusatzrohre können auch die Ecken erreicht werden.

(s. a. Bewässerung, Bewässerungswirtschaft)

Cerrado

Auch Cerrados oder Campos cerrados; Bezeichnung für die ursprünglich ca. 2 Mio. km² großen Savannen und savannenähnliche Gebiete Zentralbrasiliens, die seit einigen Jahrzehnten durch unterschiedliche ‚Inwertsetzungen‘ ihren Charakter und ihre Ausdehnung verlieren. Der Begriff lässt sich mit ‚dicht‘ und ‚geschlossen‘ übersetzen. Der Cerrado nimmt eine Mittelstellung zwischen den Wäldern und den echten Savannen ein. Eine genaue Angabe über die ursprüngliche Verbreitung des Cerrados ist spekulativ, denn die massive Zerstörung dieser überaus artenreichen Gebiete setzte schon ein, bevor seine wissenschaftliche Erforschung begann. Mitte der 2010er Jahre bedeckte der Cerrado laut dem brasilianischen Umweltministerium noch ca. 350.000 km² (Anhuf 2017).

Indigene Ethnien und traditionelle Bevölkerungsgruppen, wie die Quilombolas, Geraizeiros, Ribeirinhos, Babaçueiras und Vazanteiros leben von den natürlichen Ressourcen des Cerrado und sind mit ihrem traditionellen Wissen über die lokale Natur wichtiger Teil des historischen und kulturellen Erbes Brasiliens. Auch diese soziale Vielfalt ist jedoch von einer zunehmenden Landnutzungsänderung bedroht.

Cerrado Parque Estadual dos Pirineus
(15° 48′ 15.76″ S, 48° 50′ 37.08″ W)

The cerrado is characterized by unique vegetation types. It is composed of a shifting mosaic of habitat types with the savanna-like cerrado itself on well drained areas between strips of gallery forest which occur along streams. Between the cerrado and the gallery forest is an area of vegetation known as the wet campo with distinct up and downslope borders where tree growth is inhibited due to wide seasonal fluctuations in the water table.
Cerrado vegetation is believed to be ancient, stretching back perhaps as far in a prototypic form during the Cretaceous before Africa and South America separated. A dynamic expansion and contraction between cerrado and Amazonian forest has probably occurred historically, with expansion of the cerrado during glacial periods like the Pleistocene.

Quelle: Wikimedia

Die Cerrados haben ein semiarides Klima mit zwei deutlich getrennten Jahreszeiten. Während der Regenzeit im Oktober bis April (Sommer) fällt ein Großteil der jährlichen Niederschlagsmenge von 1100 bis 2000 mm. Von Mai bis September herrscht Trockenzeit. Die mittlere Jahrestemperatur liegt zwischen 20 °C und 26 °C.

Die Böden der Campos cerrados sind durch Verwitterung aus den Graniten und Sandsteinen des Brasilianischen Schildes entstanden. Diese rötlichen oder gelblichen Böden sind sehr alt und tief verwittert (bis zu 50 m), ihre Nährstoffe sind aber längst ausgewaschen. Vor allem fehlen die Hauptnährelemente Phosphor und Kalium sowie die Spurenelemente Zink und Bor. Der Nährstoffmangel wird dafür verantwortlich gemacht, dass das Gebiet der Cerrados nicht von Wald, sondern von Savanne bedeckt ist.

Die vorherrschenden Böden (Latosole) sind so sauer, dass Al3+-Ionen in Konzentrationen freigesetzt werden, die nur von angepassten Pflanzen toleriert werden. Sie besitzen einen hohen Anteil an Eisen und Aluminium. Diese Eigenschaften beeinflussen massiv das Wurzelsystem und verhindern die Aufnahme von Kalzium und Phosphat, eine Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Landwirtschaft.
Es treten auch braune Böden auf (Cambisole), bei denen Prozesse der Verbraunung und Verlehmung dominieren. Sie enthalten auch 3-Schicht-Tonminerale mit einer deutlich höheren Kationenaustauschkapazität und eignen sich deshalb gut bis sehr gut für den Ackerbau. Allerdings sind sie sehr erosionsanfällig.

Die Bäume in den Cerrados erreichen eine Höhe von 4 bis 9 m, sie bedecken zwischen 3 % und 30 % der Fläche. Während der Trockenzeit bleibt der Boden ab einer Tiefe von 2 m feucht. Die Wurzeln der Bäume erreichen daher immer Wasser, sie bleiben ganzjährig grün und müssen ihre Transpiration nicht einschränken. Gräser und flachwurzelnde Pflanzen vertrocknen während der Trockenzeit.

Die Entwicklung der Cerrado-Vegetation ist durch unregelmäßig auftretende Wald- bzw. Buschbrände geprägt. Die Feuer werden natürlicherweise durch Blitzschlag ausgelöst, doch die vom Menschen gelegten Feuer werden immer häufiger. Charakteristisch für die Cerrado-Pflanzen sind die dicken, korkigen Rinden und unterirdische Organe, die zur Regeneration nach Feuern dienen. Durch zu häufige Feuer kommt es zu einer Änderung in der Vegetationszusammensetzung, die Zahl der Bäume nimmt in der Regel ab, da ihnen nicht genug Zeit bleibt, sich nach einem Brand zu erholen.

Der größte Wald hier ist aber unterirdisch: ein riesiges System von Verzweigungen und Wurzeln, tief genug unter der Erde, um Feuer zu überstehen und während langer Trockenzeiten Wasser zu finden. Knapp 70 Prozent der Pflanzen liegen unter der Erde. Deshalb wird der Cerrado manchmal auch der "auf dem Kopf stehende Wald" genannt. Umgekehrt nimmt das komplexe Wurzelsystem das Niederschlagswasser auf und speist damit das Grundwasser, welches wiederum der tiefergelegene Aquifer speist. Immerhin hat der Cerrado großen Anteil am zweit- und am drittgrößten Einzugsgebiet südamerikanischer Flusssysteme, dem Rio Paraná-Paraguai-System und dem der Flüsse Rio Araguaia und Rio Tocantins..

Die Biodiversität der Cerrados ist sehr groß: dort kommen etwa 10.000 verschiedene Arten von Gefäßpflanzen vor, die Hälfte davon ist endemisch. Die Tierwelt umfasst etwa 200 Säugetierarten, 840 Vogelarten, 180 Arten von Reptilien und 110 Amphibienarten.

In der Vergangenheit war der Cerrado nur dünn besiedelt und weit von den Zentren der brasilianischen Wirtschaft entfernt. Erst ab ca. 1970 strebte die Regierung eine stärkere Integration der Regionen in die nationale Ökonomie an. Die Anbindung erfolgte über Straßen und Schienenwege, und symbolträchtig wurde die neue Hauptstadt Brasilia (1960) in der Mitte des Cerrado aufgebaut.

Soja-Ernte im Mato Grosso (Brasilien)

In Brasilien sind die mit gentechnisch veränderten Sojabohnen bewirtschafteten Flächen seit 2010 steil angestiegen. 2016 haben sie einen Anteil von über 96 % der gesamten Sojaproduktion erreicht. Erst seit 2006 ist der Anbau von gv-Sojabohnen in Brasilien gesetzlich geregelt. „Gentechnik-freie“ Sojarohstoffe für den europäischen Markt werden nur noch in einigen Regionen im Norden des Landes erzeugt. Der Verzicht auf den Anbau von gv-Sojabohnen sollte der brasilianischen Landwirtschaft gegen die Konkurrenz aus Argentinien und den USA einen Vorteil auf dem besonders sensiblen Markt in Europa verschaffen.

Doch in den letzten Jahren ist für Brasilien vor allem China als Absatzmarkt interessant geworden. Dort ist die Verwendung von gv-Sojabohnen als Futter- und Lebensmittel erlaubt.

Quelle: ETHZ / transGEN

Die Cerrado-Region wird erst seit etwa 50 Jahren im großen Stil landwirtschaftlich genutzt. Davor betrieb die Bevölkerung zumeist Subsistenzlandwirtschaft, deren Grundlage eine extensive Weidewirtschaft war. Hinzu kamen etwas Jagd und Fischfang. Seit den 1980-90er Jahren werden zunehmend ackerbauliche Nutzungen auf ehemaligen Weiden betrieben, und heute wird die natürliche Vegetation direkt in Ackerland umgewandelt. Steuerliche Anreize bei der Erschließung, Preisgarantien und weitere Fördermaßnahmen führten zur Entwicklung einer hochmechanisierten kapitalintensiven Landwirtschaft. Gleichermaßen spielen große Fortschritte in der Pflanzenzüchtung im Verbund mit einem ausgeklügelten Düngungssystem eine große Rolle bei den Anbauerfolgen. Gleichermaßen spielen große Fortschritte in der Pflanzenzüchtung im Verbund mit einem ausgeklügelten Düngungssystem eine große Rolle bei den Anbauerfolgen.

Der Cerrado ist eine leicht zu bearbeitende Gegend mit verbreiteten Hochebenen ohne größere Reliefierung. Der relativ niedrige Baumbestand erleichtert seine Rodung zu Erschließungszwecken. Allerdings muss zum Feldfruchtanbau die Nährstoffarmut der Böden durch Düngung ausgeglichen werden. Voraussetzung für die Nährstoffverfügbarkeit ist zudem eine ph-Wertanhebung des Boden, was durch enorme Kalkmengen (Dolomit) realisiert wird. Er ist reichlich im Süden des Bundesstaates Mato Grosso vorhanden.

In Großbetrieben werden Sojabohnen, Mais, Zuckerrohr, Reis und Baumwolle angebaut. Eine jüngere Entwicklung in der Nutzung der Cerrados ist die Ausweitung der Zuckerrohrplantagen für die Produktion von Bioethanol, unter anderem auch auf Kosten der Nahrungsmittelproduktion. Viehhaltung wird ebenfalls betrieben. Zusätzlich gibt es weite Flächen mit Eukalyptus- und Pinien-Monokulturen zur Zellstoffproduktion und Holzkohlegewinnung für Stahlwerke. Letztere setzen schon seit Längerem Holzkohle ein, die aus dem beim Vorrücken der Agrarfront gefällten Holz produziert wurde.

Mittlerweile sind bereits zwei Drittel der Cerrado-Flächen, möglicherweise sogar 80 % durch menschlichen Einfluss stark verändert worden. Bis heute fiel schon die Hälfte dieses Biodiversitäts-Hotspots der Agrarindustrie zum Opfer. Lediglich 3 % der Gesamtfläche steht unter Naturschutz. Mit der Ausweitung der für Landwirtschaft und Viehwirtschaft genutzten Flächen geht immer mehr der natürlichen Flora und Fauna verloren.

Hydrologisch bedeutet die Beseitigung der einheimischen Vegetation und ihr Ersatz durch flachwurzelnde Wirtschaftspflanzen wie Soja oder Baumwolle, dass die Niederschläge nicht in gleichem Maße in den Boden eindringen können wie bei der Cerrado-Vegetation. Im Laufe der Zeit reduziert sich der Grundwasserspiegel, das wiederum beeinträchtigt die Aquifere, deren Kapazität dann kontinuierlich geringer wird.
Die häufiger gelegten Brände und der Eintrag von Dünger stören die Ökosysteme. Der hohe Pestizideinsatz z.B. im Sojaanbau führt in Verbindung mit der fast fehlenden Rückhaltefähigkeit des Bodens und der Bodenerosion beispielsweise in Mato Grosso und West-Bahia zu einer enormen Belastung des Grund- und Oberflächenwassers. Von den grossen Chemiefirmen werden zudem in Brasilien noch besonders problematische Produkte in grossen Mengen abgesetzt, die in Europa längst verboten sind, beispielsweise das Herbizid Paraquat von Syngenta. Da im nördlichen Cerrado wichtige Quellgebiete der grossen Flüsse Brasiliens liegen, ist dort der hohe Pestizideinsatz besonders folgenreich. In einigen Regionen soll der Fischrückgang dramatisch sein. Obwohl sie sich schwer beziffern lassen und viele dazu nötige Daten fehlen, dürften die ökologischen und sozialen Kosten des Sojabooms in Brasilien riesig sein.

Die GIZ hilft brasilianischen Behörden mit einem verbesserten Feuermanagement sowie mit der Entwicklung neuer Monitoringsysteme für Feuer und Entwaldungsprozesse, damit betroffene Teile des Cerrado als globalen Kohlenstoffspeicher erhalten und die Biodiversität geschützt werden können.

Weitere Informationen:

CIF-Preis

Die beiden wichtigsten Lieferungsmodalitäten (Incoterms) im internationalen Seehandel mit Getreide sind f.o.b. (free on board) und c.i.f. (cost, insurances, freight). Während Verkäufer bei f.o.b.-Verkäufen die Ware an Bord des vom Verkäufer angegebenen Seeschiffes im vereinbarten Verschiffungshafen zum vereinbarten Zeitpunkt liefern muß, muß er bei Verkäufen auf Basis c.i.f. zusätzlich noch den Beförderungsvertrag auf eigene Rechnung in einem Seeschiff bis zum vereinbarten Bestimmungshafen abschließen sowie die Kosten für Fracht und Löschen im Zielhafen tragen.

Der c.i.f.-Preis Rotterdam wurde von der Kommission der EU zur Festsetzung der Abschöpfung benötigt. Die Weltmarktpreise, Basis c.i.f.-Rotterdam, werden von der EU-Kommission täglich ermittelt, wobei für die Festsetzung der Abschöpfung die billigste Einkaufsmöglichkeit auf dem Weltmarkt zu berücksichtigen ist. Die unterschiedlichen Qualitäten auf dem Weltmarkt gegenüber dem europäischen Standard werden durch sogenannte Ausgleichskoeffizienten vergleichbar gemacht.

Climate Change

Englische Bezeichnung für die erwarteten regionalen und globalen Veränderungen hinsichtlich Klima und klimabezogenen Parametern wie Temperatur, Niederschlag, Bodenfeuchte und Meeresspiegel (Klimawandel). Sie werden als Folge der anthropogenen Einwirkungen auf die Atmosphäre gesehen: einerseits der Erhöhung der Treibhausgas-Konzentrationen (Erwärmungseffekt) und andererseits der regionalen Erhöhung von Aerosol-Konzentrationen (Abkühlungseffekt). Das Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC) rechnet mit einer weltweiten Zunahme der Oberflächentemperatur um 1 - 3,5 °C und einem damit verbundenen Meeresspiegelanstieg um 15 - 95 cm. Die Verläßlichkeit regionaler Vorhersagen ist noch gering.
Die möglichen Auswirkungen auf die Landwirtschaft betreffen u.a. folgende Aspekte:

(s. a. Klimaszenario (Westeuropa) und Landwirtschaft, Kohlendioxid, Treibhauseffekt)

Clos

Französischer Begriff für einen von einer Mauer oder ähnlichem eingefriedeten Weingarten oder Weinberg.

Cloud Seeding

Siehe Regenerzeugung

Cluster

Bezeichnung für eine räumliche Konzentration miteinander verbundener Unternehmen und Institutionen innerhalb eines bestimmten Wirtschaftszweiges, die über gemeinsame Austauschbeziehungen entlang einer Wertschöpfungskette entstehen oder die sich aufgrund gemeinsamer günstiger Standortfaktoren regional ballen.

Der Cluster kann neben Unternehmen vernetzter Branchen auch weitere für den Wettbewerb relevante Organisationseinheiten (z.B. Forschungsinstitutionen, Hochschulen, Kammern, Behörden, Normen setzende Instanzen etc.) beinhalten. Ein Cluster muss nicht zwingend mit administrativen Grenzen kongruent sein. Cluster divergieren hinsichtlich ihrer Größe, Bandbreite und ihres Entwicklungsstandes.

Durch die rasanten Entwicklungen im modernen Agribusiness mit seinen der Landwirtschaft vor- und nachgelagerten Bereichen kommt es auch in diesem Sektor zu Clusterbildungen. Als erfolgreiches Beispiel gilt die nur 48 × 6,4 km große Weinbauregion Napa Valley in Kalifornien, in der 2001 23.000 Beschäftigte in 250 Winzereien und 666 Weinbauern gut 120 Millionen Flaschen Wein produzierten und vermarkteten.

In Deutschland ist in den vergangenen Jahrzehnten in der Region Südoldenburg ein Produktionscluster der Veredelungswirtschaft (Geflügel, Schweine, Milchprodukte) entstanden, das zu den Innovationszentren der internationalen Agrar- und Ernährungswirtschaft zählt, mit der Landwirtschaft als Basis und Motor einer leistungsstarken Wertschöpfungskette. Aus der Primärproduktion entstand ein Cluster der Agrartechnologie (Herstellung und Vermarktung von Tierhaltungsgeräten) mit weltweiten Absatzbeziehungen (u. a. USA, Vorderer Orient). Insofern ist verständlich, dass auch von einem "Silicon Valley" der Agrartechnologie gesprochen wird.

Neben der raum- und produktionsspezifisch bezogenen Verwendung des Begriffes "Cluster" spricht man auch vom "Cluster Agribusiness", der die gesamte Nahrungsmittelwirtschaft einschließlich eines Großteils der Erzeugung und Verwendung von Non Food-Agrarrohstoffen z. B. in Deutschland umfasst.

Weitere Informationen:

Codex Alimentarius

Sammlung von in einheitlicher Form dargebotener internationaler Lebensmittelstandards. Der Kodex beruht auf den Annahmen und Beschlüssen der sogenannten Codex-Alimentarius-Kommission, eines gemeinsamen Gremiums der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) der Vereinten Nationen.

Der Codex Alimentarius umfasst Standards der Vereinten Nationen für zahlreiche zur Abgabe an den Verbraucher bestimmte Lebensmittel. Sie sollen dem Verbraucher ein gesundheitlich unbedenkliches, unverfälschtes und ordnungsgemäß gekennzeichnetes Lebensmittel garantieren.

Der Codex Alimentarius umfasst Standards für zahlreiche zur Abgabe an den Verbraucher bestimmte Lebensmittel. Er enthält außerdem Empfehlungen in Form von Verfahrensregeln (codes of practice), Richtlinien (guidelines) und andere empfohlene Maßnahmen, die darauf abzielen, die Zwecke des Codex Alimentarius zu erfüllen.

Codex-Standards enthalten Anforderungen an Lebensmittel, die dem Verbraucher ein gesundheitlich unbedenkliches, unverfälschtes und ordnungsgemäß gekennzeichnetes Lebensmittel garantieren sollen. Sie werden nach einem bestimmten Schema ausgearbeitet, das in folgende Rubriken unterteilt ist:

Die Codex-Standards erfuhren durch die Gründung der Welthandelsorganisation (WTO) bzw. insbesondere durch das In-Kraft-Treten des Übereinkommens über die Anwendung von gesundheitspolizeilichen und pflanzenschutzrechtlichen Maßnahmen (SPS-Abkommen) eine starke Aufwertung. Das SPS-Abkommen ist eines von 13 multilateralen Übereinkommen der sogenannten Uruguay-Runde im Anhang zum Übereinkommen zur Errichtung der WTO, das am 1. Januar 1995 in Kraft getreten ist.

Alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union sind Mitglied im Codex Alimentarius. Ende 2003 ist darüber hinaus die Europäische Union der Codex-Alimentarius-Kommission beigetreten. Durch ein internes Verfahrensregime ist gewährleistet, dass die Europäische Union bzw. ihre Mitgliedstaaten regelmäßig ihre in den Codex-Gremien einzunehmende Haltung koordinieren und so weit wie möglich eine einheitliche Linie vertreten. Damit ist das Gewicht einer von nunmehr 28 Mitgliedstaaten eingenommenen Position der Europäischen Union im Codex Alimentarius stark gestiegen.

Das SPS-Abkommen enthält Regelungen über Maßnahmen zum Gesundheitsschutz von Menschen und Tieren, sowie Pflanzen, die sich unmittelbar oder mittelbar auf den internationalen Handel auswirken können. Den Lebensmittelbereich betreffend, sind darunter insbesondere alle Maßnahmen zu verstehen, die vor Gefahren schützen sollen, die durch Zusätze, Verunreinigungen, Toxine oder krankheitsverursachende Organismen in Nahrungsmitteln oder Getränken entstehen.

Das grundlegende Ziel des SPS-Abkommens besteht dabei darin, einerseits die Hoheitsrechte jedes WTO-Mitgliedstaates zu wahren, den von ihm für angemessen erachteten Grad an Gesundheitsschutz zu sichern, aber andererseits zu gewährleisten, dass diese Hoheitsrechte nicht zu protektionistischen Zwecken missbraucht werden und zu unnötigen Hemmnissen im internationalen Handel führen.

Weitere Informationen:

Codex Alimentarius Kommission (CAK)

Fachinstitution, die 1963 von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gegründet wurde, mit Sitz eines Sekretariats bei der FAO in Rom.

Heute (2017) gehören ihr 186 Staaten an sowie eine Organisation (Europäische Union), und ca. 220 Organisationen (Nichregierungsorganisationen, Industrieverbände, internationale Organisationen) sind als Beobachter akkreditiert. Hauptaufgabe der Kommission ist die Erarbeitung internationaler Lebensmittelstandards, Leitlinien und Verhaltenskodizes zum Schutz der Verbrauchergesundheit und im Interesse fairer Praktiken beim Handel mit Lebensmitteln. Ebenso unterstützt die Kommission die Koordinierung aller Arbeiten der internationalen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen im Bereich der Lebensmittelstandards.

In Angelegenheiten der Lebensmittelsicherheit und Ernährung legt die Kommission als Risikomanager unter Anwendung der Grundsätze der Risikoanalyse ihre Standards fest und stützt ihr Vorgehen auf die wissenschaftliche Beratung durch die Gemeinsamen FAO/WHO-Sachverständigengremien und Konsultationen. Die Codex-Standards gelten auch für Fragen der Lebensmittelqualität zur Sicherstellung fairer Praktiken im Handel mit Lebensmitteln. Mit der zunehmenden Globalisierung muss die Kommission auch in der Lage sein, rechtzeitig auf neu auftretende Fragen der Lebensmittelsicherheit und andere Faktoren zu reagieren, die sich auf die Lebensmittelsicherheit und den fairen Lebensmittelhandel auswirken können, wie z.B. die Auswirkungen der Bevölkerungswanderungen, des Klimawandels und der entsprechenden Belange der Verbraucher. Von der Kommission festgelegte Lebensmittelstandards, Leitlinien und Empfehlungen gelten als Referenzwerte für Lebensmittel im Rahmen der entsprechenden WTO-Übereinkommen.

Die CAK wird verschiedentlich ob ihrer Anonymität, ihrer fehlenden demokratischen Legitimation, ihrer weitgehend unbeachteten Verhandlungsweise und gleichzeitig großen Tragweite ihrer Entscheidungen kritisiert. Auch gibt es bei der Standardsetzung im Lebensmittelbereich eine klare Rollenverteilung: Die Entwicklungsländer sind die Standardnehmer, die entwickelten Länder hingegegen die Standardsetzer. Zunehmend versuchen sich die Entwicklungsländer nur noch so gut wie möglich zu arrangieren oder sie ziehen sich aus hochstandardisierten Märkten zurück.

(s. a. CCPR, SPS-Übereinkommen, TBT-Übereinkommen)

Weitere Informationen:

COGECA

Abk. für franz. Comité Général de la Coopération Agricole de la CE; seit 1959 bestehender Zusammenschluß der nationalen Zentralverbände der Agrargenossenschaften auf EU-Ebene.
Diese Genossenschaften umfassen nahezu 14 Mio. Mitglieder und stellen 800.000 Arbeitsplätze in Europa. Sie sind zu über 50 % an der Versorgung der landwirtschaftlichen Betriebe beteiligt und vermarkten mehr als 60 % der europäischen landwirtschaftlichen Erzeugung. Von seiten Deutschlands ist der Deutsche Raiffeisenverband in der COGECA vertreten.
Über ein Büro in Brüssel und über Fachgremien verfolgt die COGECA u.a. folgende Ziele:

In seinen Verwaltungsorganen arbeitet die COGECA teilweise eng mit dem Bauernverband COPA zusammen.

(s. a. EFA, Genossenschaften)

Weitere Informationen:

coltura mista

Italienischer Begriff für die mediterrane Ausprägung der Mischkultur, einer intensiven, bodensparenden Anbauweise von Sonderkulturen, meist auf kleinen Parzellen. Der Anbau erfolgt häufig zwei- oder mehrstöckig. Die aktuelle Bedeutung der coltura mista ist stark zurückgegangen.

(s. a. Stockwerkkultur)

COPA

Abk. für franz. Comité des Organisations Professionelles Agricoles de la CE; der 1958 gegründete Ausschuß der berufsständischen landwirtschaftlichen Organisationen der EU. In diesem föderalistischen, flächendeckenden Einheitsverband haben sich die nationalen Dach- bzw. Spitzenverbände der Bauernverbände zusammengeschlossen. Die 30 Mitgliedsverbände vertreten ca. 9 Mio. landwirtschaftliche Betriebsleiter auf EU-Ebene. Aus Deutschland ist der Deutsche Bauernverband Mitglied. (s. a. COGECA, EFA)

Weitere Informationen:

Corn-Cob-Mix

Amerikanische Bezeichnung für ein Gemisch, bestehend aus gehäckselter Spindel und gehäckseltem Kolben des Mais´, das in Silos eingelagert wird. CCM ist ein wertvolles Grundfutter in der Schweinemast.

Critical Loads-Konzept

Konzept zur Messung und Bewertung ökologischer Effekte, das als Weiterentwicklung der mit gesetzlichen Schwellen- bzw. Höchstwerten arbeitenden Verfahren gilt. Während letztere die erlaubte Belastung von Produkten, Ökosystemen und weiteren definierten Zielsystemen beschreiben, nennt das critical loads-Konzept die tatsächliche und die maximale Belastung von Systemen. Während üblicherweise einzelne ökologische Konfliktfelder (z.B. Nitrat und Pflanzenschutzmittel im Trinkwasser oder Schwermetalle in Böden) für sich betrachtet werden, versucht das critical loads-Konzept bestehende Zusammenhänge zwischen ökologischen Konfliktfeldern zu berücksichtigen. Das Konzept bewertet Stoffein- und -austräge über die Definition von Belastungsgrenzwerten von Ökosystemen.

Crofter

Regionaler Typ von Nebenerwerbslandwirt in den gebirgigen Randgebieten der britischen Inseln. Ursprünglich war der crofter ein mehr oder weniger landloser Arbeiter, der später von seinem Arbeitgeber das croft in Jahrespacht erhielt. Seit 1866 ging es durch gesetzliche Regelung in Erbpacht über. Heute ist der Begriff crofting zur agrarischen Typenbezeichnung für die Selbstversorger-Kleinbetriebe mit außeragrarischem Nebenerwerb geworden.

Cross-Compliance

Die so genannte „Cross-Compliance“, auch Auflagenbindung genannt, ist ein Mechanismus, mit dem Direktzahlungen an Landwirte an die Erfüllung von Auflagen im Bereich Umweltschutz, Lebensmittelsicherheit, Tier- und Pflanzengesundheit und Tierschutz sowie den Erhalt der landwirtschaftlichen Nutzfläche in gutem Bewirtschaftungs- und Umweltzustand gebunden sind.

In den genannten Bereichen setzt die Europäische Union (EU) im internationalen Vergleich hohe Standards. Die Direktzahlungen aus dem EU-Agrarhaushalt dienen unter anderem dem Ausgleich für die höheren Produktionskosten, die den landwirtschaftlichen Betrieben in den Mitgliedstaaten durch diese hohen Standards im Vergleich mit ihren Konkurrenten in anderen Ländern entstehen. Rechtsgrundlagen sind die Verordnung 73/2009 des Rates und die Verordnung 1122/2009 der Kommission.

Diesen Cross-Compliance-Verpflichtungen unterliegen seit 2005 EU-weit alle Betriebe, die

beziehen. Ausgenommen sind allerdings die Betriebe, die die Kleinerzeugerreglung für die landwirtschaftlichen Direktzahlungen in Anspruch nehmen.

Die Cross-Complicance umfasst zwei Elemente:

Die Cross-Compliance ist die Grundanforderung („Baseline“) oder die Grundlage aller Agrarumweltmaßnahmen. Für alle mit den Auflagen der Cross-Compliance verbundenen Kosten müssen die Landwirte selbst aufkommen (Verursacherprinzip, „Polluter-Pays-Principle“).

Die Cross-Compliance ist ein wichtiges Werkzeug zur Integration von Umweltanforderungen in die Gemeinsame Agrarpolitik. Durch die Cross-Compliance wird gewährleistet, dass die im Rahmen der Gemeinsamen Agrarpolitik gewährte finanzielle Unterstützung zur Förderung nachhaltiger Landwirtschaft beiträgt und damit auf die Besorgnisse der Bevölkerung reagiert.

Die Einhaltung der Auflagen wird von den fachlich zuständigen Behörden (z.B. Veterinärämter, Naturschutzbehörden) oder Zahlstellen vor Ort bei einer Stichprobe von normalerweise einem Prozent der Zahlungsempfänger kontrolliert. Hinzu kommen gegebenenfalls Kontrollen aufgrund konkreter Anlässe in einzelnen Betrieben. Festgestellte Verstöße werden nach Schwere, Ausmaß und Dauer bewertet und die Zahlungen entsprechend gekürzt. Im Regelfall erfolgt eine Kürzung um drei Prozent, wobei Abweichungen nach unten (z.B. bei leichten Verstößen) und nach oben (bei schweren, wiederholten oder vorsätzlichen Verstößen – im seltenen Extremfall bis zum Entzug der Zahlungen für ein ganzes oder sogar mehrere Jahre) möglich sind.

Das BMEL legt zusammen mit den zuständigen Landesministerien bundesweit einheitliche, auf das zur Erreichung der Schutzziele notwendige Maß konzentrierte Kontrollkriterien fest. Diese sind ebenso wie die relevanten Rechtsvorschriften in landesspezifischen Informationsbroschüren genau beschrieben. Einige Länder bieten außerdem detaillierte, an die Situation im einzelnen Betrieb angepasste Checklisten zu den Cross-Compliance-Verpflichtungen an.

Weitere Informationen:

cultura promiscua

Mediterrane Mischkultur, die sich vor allem in Italien entwickelte. Der Begriff steht für eine Mischung von kleinen Getreidebauparzellen, mit darin befindlichen Oliven- und Maulbeerbäumen sowie Reben neben und unterhalb der Bäumen. Dieses Bodennutzungssystem kam während des Spätmittelalters auf bis ins 17. Jahrhundert hinein.

Allerdings gab es bereits im frühen Rom eine sehr arbeitsintensive Landwirtschaft (Hackbau) mit gleicher Bezeichnung und ähnlichem Konzept: Sie sorgten für eine mehrstöckige Bodenbedeckung auf demselben Feld aus Olivenbäumen, Weinstöcken, Getreide und Futterfrüchten. Der gemischte Anbau von Nutzpflanzen unterschiedlicher Höhe unterdrückte Unkraut, sparte Arbeit und minderte die Erosion durch seine ganzjährige Schutzwirkung. Die Wurzeln der diversen Pflanzenarten reichten in unterschiedliche Tiefen und machten sich so keine Konkurrenz. Stattdessen bewirkte das Multifrucht-System eine Erhöhung der Bodentemperatur und verlängerte die Wachstumsperiode.

cultured meat

Siehe In-vitro-Fleisch