Lexikon des Agrarraums

U

U.S. Farm Bill

US-Farmgesetz, in dem für einen jeweils fünfjährigen Zeitraum die Grundzüge der US-Agrarpolitik festgelegt werden. Das aktuelle Gesetz mit der Bezeichnung Agricultural Act of 2014 wurde 2014 verabschiedet. Es weist folgende Artikel ("Titles") auf:

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Überdüngung

Begriff zur Beschreibung des Überangebots an pflanzlichen Nährstoffen gegenüber dem aktuellen Bedarf der Kulturen. Folge von Überdüngung ist, daß etwa Stickstoff- oder Phosphorverbindungen mit dem Niederschlag ausgewaschen werden. Dadurch werden die Gewässer überdüngt (Eutrophierung), auch das Grundwasser wird belastet. Überdüngung kann oben­drein zu Mindererträgen führen, zu stärkerer Krankheitsanfälligkeit der überdüngten Pflanzen und des davon fressenden Viehs (Fruchtbarkeitsstörungen beim Rind). Des weiteren wird angenommen, daß Böden nach einer Zufuhr von Stickstoff nur noch über ein vermindertes Potential zur Methanoxidation verfügen und somit zur Erhöhung der Konzentration des klimarelevanten Methans in der Atmosphäre beitragen.

Häufig müssen als Folge von Überdüngungen Halmverkürzungsmittel eingesetzt werden, um die Bestände zu stabilisieren.

Massentierhaltung ohne ausreichendes Land sowie auch zu kleine Jauchegruben, die zur Unzeit entleert werden müssen, etwa auf gefrorenem Boden, sind eine Ursache der Überdüngung. Aber auch Mineraldünger wird oft "vorsorglich" zu viel aufgebracht.

Hauptproblem bleibt immer noch der übermäßige Einsatz von Stickstoffdüngern. Fast ein Drittel der Messstellen für die Grundwasserqualität wiesen zwischen 2012 bis 2014 zu hohe Nitratwerte auf. Auch an den Küsten der Nord- und Ostsee gibt es kaum Anzeichen für eine Verbesserung. Hier führen die zu hohen Phosphor- und Stickstoffeinträge (Eutrophierung) zu übermäßigem Algenwachstum.

(s. a. Düngeverordnung, Gewässerbelastung, Umweltwirkungen)

Überproduktion

Marktsituation, in der das Angebot die Nachfrage übersteigt, gewöhnlich verbunden mit einem Preisverfall. Die Beseitigung von langfristiger Überproduktion führt häufig zu administrativ (Verordnungsinstrumentarium), logistisch (Lagerhäuser, Transporte, Vernichtung) und finanziell (u.a. Ausgaben für Preisstützungsmaßnahmen) aufwendigen Eingriffen in das Marktgeschehen. Überproduktion kann entstehen durch

Vorbeugend kann Überproduktion begegnet werden durch:

Überschwemmungsfeldbau

Form des Bewässerungsfeldbaus, bei der das über die Ufer tretende Wasser eines Flusses auf die Felder geleitet wird bzw. selbsttätig die Felder kurzzeitig überflutet. Als prominentestes Beispiel gilt die früher jahrtausendelang genutzte, periodische Hochwasserführung des Nil mit ihrer gleichzeitigen Schlammgabe.

(s. a. Bewässerung)

Überstaubewässerung

Form der Bewässerung, bei der eingedämmte, polderartige Flächen mit an Sinkstoffen reichem Hochwasser zeitweilig überflutet werden.

Überstockung

Übermäßiges Besetzen von Weideland mit Vieh und Überweidung als Folge.

Überweidung

Folge der Überstockung auf Weiden semihumider bis arider Ökosysteme. Um Wasserstellen bildet sich häufig eine konzentrische Vegetationszonierung infolge negativer Auslese durch das Weidevieh. So entsteht eine anthropogen verursachte Bodenerosion und/oder Desertifikation (Desertifikationsringe).

Umbruch

Das Umpflügen des Bodens. Üblicherweise ist damit das Umbrechen seitherigen Dauergrünlandes bzw. des im Rahmen der Feldgraswirtschaft periodisch genutzten Grünlandes gemeint.

Umlegung

Im Rahmen der Flurbereinigung die Zusammenfassung und Neuverteilung von landwirtschaftlichem Grundbesitz.

Umtriebsdauer

1. In der Landwirtschaft die Nutzungsdauer von Pflanzen- und Viehbeständen.

2. Die Länge des Fruchtumlaufes (Rotation) bei der Fruchtfolge.

3. In der Forstwirtschaft die Dauer vom Pflanzen eines Jungbaumes bis zum Zeitpunkt des Schlagens.

Umtriebssysteme

Umtriebssysteme sind Formen des zeitlich-räumlichen Wechsels bzw. der Permanenz der landwirtschaftlichen Bodennutzung auf der Fläche. Sie zählen zu den technisch-organisatorischen Strukturmerkmalen des Agrarraums.

Formen und Merkmale von Umtriebssystemen
Stationäre Anbauwirtschaft

Dauerkultursysteme

Bodennutzung durch Anbau von Dauerkulturen, d.h. Pflanzen mit mehr- bis langjähriger Lebens- bzw. Nutzungsdauer, die nicht jedes Jahr neu gesät oder gepflanzt werden müssen wie die Feldkulturen. Zu ihnen zählen insbesondere die Baum- und Strauchkulturen, aber auch Pflanzen anderer Wuchsform wie Ananas, Sisal oder Bananen.

Nutzungswechselsysteme
Verschiedene Bodennutzungen wechseln sich in mehr oder weniger regelmäßiger Form auf festliegenden und klar begrenzten Parzellen ab. Nutzungswechsel dient der Regeneration der Bodenfruchtbarkeit sowie der Unkraut- und Schädlingsbekämpfung. Weitere Bezeichnungen sind Feld-, Fruchtfolge- oder Ackerbausysteme. Beispiele für für Fruchtfolge- oder Ackerbausysteme sind Dreifelderwirtschaft und Fruchtwechselwirtschaft.
Unterformen:
Feldgraswirtschaft: Vorwiegend in Gebieten mit hohen Niederschlägen und kurzer Vegetationszeit verbreiteter Nutzungswechsel zwischen Anbau annueller Kulturpflanzen (Feldkulturen) und mehrjähriger Grünlandnutzung.

Felderwirtschaft: Ackerbau folgt auf Ackerbau, gewöhnlich in Form regelhafter Rotationen von Feldkulturen bzw. von Feldkulturen und Brache.
Mobile Anbauwirtschaft

Flächenwechselsysteme

Kein Nutzungswechsel auf festliegender Parzelle, sondern Verlegung der Anbaufläche, sobald die Ertragsfähigkeit so weit abgesunken ist, daß keine befriedigenden Erträge mehr erzielt werden; vor allem in der 3. Welt verbreitet.
Unterformen:
Wanderfeldbau: Anbaufläche und Siedlungen wandern
Landwechselwirtschaft: Siedlungen festliegend, Anbaufläche wandert.

Beide Formen werden oft unter dem englischen Begriff Shifting Cultivation zusammengefasst.

Umtriebsweide

Wie die Koppelweide und die Portionsweide eine Weide mit räumlicher Begrenzung des täglichen Weidegangs. Bei der Umtriebsweide wird durch Unterteilung der Weidefläche in 10 - 20 umzäunte Felder (Koppeln) eine rationelle Bestandesausnutzung und Wuchserneuerung ermöglicht. Die kurzfristig erhöhte Beweidungsintensität schränkt das selektive Fressen ein und fördert die Allgemeinnutzung. Die übrig bleibenden Weideunkräuter werden nach Abschluß der Beweidung beseitigt. Danach wird eine nicht-beweidete Ruhephase eingeschaltet, während der sich die Futterpflanzen bis zum nächsten Umtrieb erholen können. Zusätzlich erfolgt eine Nachdüngung.

Der Grasüberschuss im Frühjahr und Frühsommer wird als Silage oder Heu konserviert. Im Sommer und Herbst werden diese Koppeln mitbeweidet. Die Mähnutzung ist gleichbedeutend mit einem Reinigungsschnitt. Umtriebsweiden finden sich bevorzugt bei Flächenknappheit und ungünstigeren Standortvoraussetzungen.

(s. a. Standweide)

Umwelt

1. Die Gesamtheit der den Menschen umgebenden Medien Lithosphäre, Pedosphäre, Atmosphäre, Hydrosphäre, einschließlich der mit diesen, der Anthroposphäre und untereinander über Wechselbeziehungen verbundenen Organismen.

2. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht häufig die weitgefaßte Bezeichnung für das Umfeld eines Betriebes. Im Falle eines landwirtschaftlichen Betriebes gliedert sich Umwelt in eine natürlich-technische, eine wirtschaftliche, eine politische und eine soziale Komponente.

3. In der betriebliche Umweltökonomie gilt Umwelt als die Gesamtheit aller Faktoren, die in Form von Luft, Wasser, Boden, Lärm und Erschütterungen sowie als sonstige standortfaktorbestimmende flächen- oder raumbezogene Determinanten auf das Betriebsgeschehen einwirken bzw. auf die der Betrieb seinerseits einwirkt. Folglich läßt sich die Funktion der Umwelt für den Betrieb folgendermaßen beschreiben:

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Umweltindikatoren

Parameter, die auf der Basis statistischer Daten über den Zustand der Umwelt und über menschliche Produktions- sowie Konsumaktivitäten entwickelt werden. Mit Hilfe von Indikatoren werden Daten in politikrelevante Informationen transformiert. (Agrar-) Umweltindikatoren sind wichtige Instrumente beim Umwelt-Monitoring, beim Umwelt-Controlling, bei der Formulierung geeigneter politischer Maßnahmen, bei der Beurteilung des Erfolgs von Programmen und bei der Evaluierung von Politiken hinsichtlich ihrer Umwelteffekte.

Die unzulängliche volkswirtschaftliche Gesamtrechnung berücksichtigt gegenwärtig noch nicht die Kosten der Umweltbelastungen und den Nutzen des Umweltschutzes. Daher sind Umweltindikatorensysteme als ein wesentlicher Faktor in die Beurteilung von Wohlstand einzubeziehen. Darüber hinaus besteht die Forderung an Umweltindikatorensysteme nach Früherkennung von potentiellen Umweltschäden.
Indikatoren müssen an umweltpolitischen Zielen orientiert sein. Solche Ziele lassen sich aus dem Leitbild einer dauerhaft-umweltgerechten Entwicklung ableiten, das über Handlungsweisen bzw. Leitlinien, Umweltqualitätsziele und entsprechende Umweltqualitätsstandards allerdings weiter operationalisiert und konkretisiert werden muss. Hierzu ist es erforderlich, die Ressourceneffizienz, die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes sowie die menschliche Gesundheit einzubeziehen.

Bisher liegt kein befriedigendes Konzept zur Indikation von strukturellen, die Arten- und Lebensraumvielfalt beeinträchtigenden Veränderungen der Landschaft vor. Einen Ansatz zur Bewertung struktureller Veränderungen bietet die Erfassung der Bodenbedeckung und -nutzung nach dem Grad des menschlichen Einflusses. Von Seiten des Umweltrates wird angeregt, als Weiterentwicklung und Differenzierung des Natürlichkeitskonzeptes einen Bewertungsrahmen für die Erfassung struktureller Veränderungen zu schaffen, der vom Leitbild einer vielfältig genutzten Kulturlandschaft ausgeht und der Bedeutung der historischen und extensiven Nutzungsformen für die Arten- und Lebensraumvielfalt gerecht wird.

Die Bemühungen um die hierfür erforderliche flächendeckende Bodennutzungs- und Biotopkartierung sollen verstärkt werden und die Kartierung um weitere Indikatoren, wie u.a. Zerschneidungs-, Versiegelungs- und Erosionsgrad erweitert werden.

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Umweltleistung

Auch ökologische Leistung; eine Umweltleistung liegt dann vor, wenn der gesamtgesellschaftliche Nutzen einer landwirtschaftlichen Tätigkeit und der private Nutzen des Landwirtes nicht übereinstimmen, d.h. die Landbewirtschaftung im Umweltbereich Vorteile bringt, die die Gesellschaft kostenlos nutzen kann. Danach erbringen Landwirte eine ökologische Leistung, wenn sie die biologische Vielfalt bzw. die Qualität der Naturgüter erhöhen.

Umweltrat

Genauer: Der Sachverständigenrat für Umweltfragen (SRU) gehört zu den ersten Institutionen wissenschaftlicher Politikberatung für die deutsche Umweltpolitik. Er wurde im Jahr 1972 von der Bundesregierung eingerichtet. Der Umweltrat wurde im August 1990 neukonstituiert, nachdem bereits im Jahre 1971 sein Vorläufer beim Bundesministerium des Innern geschaffen worden war.

Der Umweltrat hat alle vier (früher alle zwei) Jahre der Bundesregierung ein Umweltgutachten zu übergeben. Es dient der periodischen Berichterstattung und bietet eine detaillierte Gesamtevaluation der Umweltsituation und Umweltpolitik. Zusätzliche Gutachten oder Stellungnahmen zu umweltpolitischen Themen können auf Eigeninitiative des Umweltrates erstellt werden. Darüber hinaus kann der zuständige Bundesminister den Umweltrat mit weiteren Gutachten und Stellungnahmen beauftragen.

Besondere Merkmale des SRU sind seine Interdisziplinarität und seine fachliche Unabhängigkeit. Er besteht aus sieben Professorinnen und Professoren mit besonderer Umweltexpertise, die unterschiedliche Fachdisziplinen vertreten. Diese werden von der Bundesregierung für vier Jahre ernannt.

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Umweltschutz

Überwiegend technische Vermeidung und Sanierung von Umweltbelastungen. In Bezug auf die Kulturlandschaft kann es beispielsweise um deren Wiederherstellung gehen, damit sie allen erforderlichen Umweltfunktionen einschließlich der Erholungsfunktion gerecht wird.

(s. a. Naturschutz)

Umweltverträglichkeitsprüfung

Die antizipatorische Beurteilung der Umweltverträglichkeit von geplanten Vorhaben wie z.B. wasserwirtschaftliche Projekte in der Landwirtschaft, Anlagen in der Tierhaltung, Anlagen zur Gewinnung von Kohle oder der Bau von Straßen.

Umweltwirkungen

Auswirkungen menschlicher Tätigkeit auf terrestrische Systeme unterschiedlicher Art Größe und darin lebende Organismen. In einer allein aus natürlichen Ökosystemen bestehenden Umwelt konnte der Mensch nur als Jäger und Sammler existieren. Erst der Übergang zu Pflanzenbau und Viehhaltung ermöglichte den Menschen sich vom Zwang der eigenständigen Nahrungsbeschaffung zu befreien. Die zuverlässige Sicherung der Ernährung auch der nicht in der Landwirtschaft tätigen Bevölkerung durch die Landwirtschaft stellte die Grundlage unserer heutigen arbeitsteiligen Gesellschaft dar. Die wachsende Produktion in Pflanzenbau und Tierhaltung ermöglichte die Ansammlung und Aufbewahrung größerer Nahrungsmittelvorräte und schuf damit die Voraussetzung für die räumliche Differenzierung in Stadt und Land sowie die Versorgung der immer stärker wachsenden Bevölkerung.

Die Befriedigung des elementaren Grundbedürfnisses der Nahrungsmittelversorgung besitzt daher einen hohen ökonomischen Stellenwert. Gleichzeitig ist sie von großer ökologischer Bedeutung, da die Nahrung nur durch mehr oder weniger starke Eingriffe in die natürliche Umwelt erzeugt werden kann.

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Ungräser

Einkeimblättrige, in gärtnerisch oder landwirtschaftlich genutzten Flächen unerwünschte Bedecktsamer mit fließendem Übergang zu den Unkräutern.

Unkrautbekämpfung

Weitgehend synonym zu Unkrautregulierung und Unkrautmanagement; eine ausreichend effektive Unkrautregulierung ist die Ausgangsbasis für eine standortspezifische Ertragsleistung und Garant für eine hohe Erntegutqualität.

Eine Unterdrückung des Aufwuchses von Unkräutern in Agrarökosystemen lässt sich durch eine Vielzahl an Maßnahmen erreichen. Sie sind entweder darauf ausgerichtet, den Kulturpflanzen eine möglichst günstige Ausgangsposition in der Konkurrenz mit anderen Arten zu verschaffen oder den Kulturpflanzenbestand möglichst frei von Unkräutern zu halten.

Einsatz von Herbiziden

Bei den heute eingesetzten Herbiziden handelt es sich größtenteils um organische Verbindungen aus einer Vielzahl von Stoffgruppen. Derzeit gibt es mehr als 200 Wirkstoffe mit etwa 20 verschiedenen Wirkungsweisen. In den meisten beeinträchtigen die Herbizide den Stoffwechsel der Pflanze indem sie Enzymaktivitäten hemmen. Die wichtigsten Prozesse, in den Herbizide eingreifen:

Herbizide werden überwiegend in flüssiger Form ausgebracht und entweder über die Wurzeln (Bodenherbizide) oder die Blätter (Blattherbizide) von der Pflanze aufgenommen. Man unterscheidet auch zwischen Kontaktherbiziden, die nur an den Stellen wirken, an denen sie mit der Pflanze in Berührung kommen, und systemisch wirkenden Herbiziden, die in der Pflanze zu den Orten ihrer Wirkung transportiert werden.

Ein weiteres Kriterium bei den Herbizidklassen betrifft die Selektivität ihrer Wirkungen. Mit Total- oder Breitbandherbiziden lässt sich ein breites Spektrum von Pflanzenarten bekämpfen. Selektive Herbizide wirken dagegen nur auf bestimmte Pflanzen und können daher gezielt gegen einzelne Unkrautarten im Bestand eingesetzt werden, ohne dabei die Kultupflanzen nennenswert zu schädigen.

Als Schutz gegen die Wirkung bestimmter Herbizide wurden für einige Getreidearten so genannte Safener (engl. safe) oder Antidote (Gegengifte) entwickelt. Dies sind Zusatzstoffe in Herbiziden, die von den Kulturpflanzen aufgenommen werden und die Wirkungen der Herbizide auf unterschiedliche Weise hemmen. Safener beeinträchtigen aber nicht die erwünschte Wirkung auf die zu bekämpfenden Arten, da diese andere physiologische Eigenschaften aufweisen als die Kulturpflanzen.

Anbau Herbizid-resistenter Kulturpflanzen

Eine weitere Möglichkeit, bei Kulturpflanzen eine biochemische Selektivität gegenüber Herbiziden herbeizuführen, ist ihre gentechnische Veränderung. Durch die Übertragung entsprechender Gene aus anderen Organismen (v.a. Bakterien) gelang es, verschiedenen Kultupflanzenarten eine Resistenz gegen bestimmte Wirkstoffe zu verleihen. Solche transgenen Pflanzen können Enzyme synthetisieren, die den Herbizidwirkstoff unschädlich machen. Die wichtigsten Kultupflanzen mit solchen Eigenschaften sind Sorten von Sojabohen, Raps, Mais und Baumwolle. Sie sind gegen die Totalherbizide Glyphosat oder Glufosinat resistent.

Kulturmaßnahmen

Mit verschiedenen Maßnahmen der Gestaltung und Bewirtschaftung von Anbausystemen lassen sich die Wachstums- und Entwicklungsbedingungen von Unkräutern beeinflussen:

Weitere Methoden der Unkrautbekämpfung

Neben den genanten Mehtoden der Unkrautbekämpfung gibt es eine Reihe weiterer Verfahren, die v.a. in Abhängigkeit von den technischen und finanziellen Möglichkeiten als Ergänzung oder Alternative eingesetzt werden können:

Unkräuter

Unter diesem Begriff versteht man aus der Sicht des Nutzers (z.B. Landwirt) jeglichen unerwünschten Pflanzenwuchs wie Wildgräser und -kräuter, Moose oder auch zufällig wachsende Kulturpflanzen (Durchwuchs) in einem Kulturpflanzenbestand.

Unkräuter treten dabei als Konkurrenten um Licht, Wasser, Nährstoffe und Standplatz auf, sind Zwischenstationen z.B. für Schädlinge, Krankheiten, vermögen die Qualität von Produkten der Pflanzen- und Tierproduktion zu mindern und können Giftstoffe enthalten oder die Ernte bzw. Pflege der Kulturpflanzen behindern. Parasitische Unkräuter - insbesondere in wärmeren Regionen - greifen die Wirtspflanzen gar direkt an. Der von Unkräutern verursachte Schaden besteht letztlich darin, daß sie den Funktionswert von Flächen beeinträchtigen, wobei es sich dabei sowohl um Ackerflächen, Grünland, stillgelegte Flächen, forstwirtschaftlich genutzte Flächen als auch um Wasserflächen, Rasenflächen aller Art, befestigte Flächen, Verkehrsflächen, Böschungen oder gar geschützte Flächen handeln kann. Die aufgezählten Areale haben für den Menschen jeweils eine ganz bestimmte Funktion, für die sie bewußt entwickelt oder in ihrem aktuellen Zustand erhalten werden sollen.

Unkräuter besitzen häufig über eine große Vitalität, ausgedrückt in langjähriger Keimfähigkeit der Samen, rascher Vermehrungsfähigkeit, raschem Keimen usw. Sie beherbergen häufig tatsächliche oder potentielle Pflanzenschädlinge, sie sind auch Nahrungsquelle für Schädlinge, besonders wenn die Anbauperiode kürzer ist als die Nahrungssaison der Insekten.

Besonders prekär ist die Ertragsminderung durch Unkräuter in den feucht-heißen Tropen. Die neun Unkräuter, die man für die weltweit schlimmsten hält, kommen alle in den Tropen vor. Als Folge muß in den Tropen die Hälfte der Arbeitsleistung, die man für den Anbau von Kulturpflanzen aufwendet, auf das Unkrautjäten entfallen. Die Ertragsminderungen durch Konkurrenz um Wachstumsfaktoren erreichen hier durchschnittlich 35 bis 60 Prozent.

Die angeführte Definition betont vorwiegend die wirtschaftlich negativen Wirkungen, läßt aber die aus ökologischer Sicht nötige Stabilität von Agrophytozönosen unberücksichtigt. Diesem Aspekt werden die Begriffe Beikraut oder Ackerwildkraut besser gerecht. Der Begriff Un-Kraut wird in diesem Zusammenhang häufig als verbale Entgleisung gesehen.

Im Gegensatz zu den negativen Aspekten vermag eine Pflanzenart, welche als Unkraut vorkommen kann, unter Umständen durchaus positive Funktionen erfüllen:

Unkrautflur

Pflanzengesellschaft aus Unkräutern und Ungräsern, die auf Acker- und Grünland, Rainen, in Weinbergen, Forsten sowie auf Wegen, Straßen und Plätzen usw. zusammen mit Kulturpflanzen auftritt und die eine Folge menschlichen Wirkens darstellt. In ihrer Ausprägung stellt eine Unkrautflur das Ergebnis aus den angebotenen ökologischen Bedingungen und einer möglichen Unkrautbekämpfung dar.

Unland

Der Begriff ist verwandt dem Ödland und steht für jene Bodenflächen, die aus natürlichen Gründen keine land- oder forstwirtschaftliche Nutzung zulassen, weil sie nicht (mehr) kultivierbar sind, oder die keinen land- oder forstwirtschaftlichen Ertrag liefern. Die deutsche Agrarstatistik rechnet Felsen, Steinriegel, größere Böschungen, Dünen und stillgelegtes Abbauland dazu.

Unterboden

Der Bereich des Bodenprofils, der sich unterhalb der Bearbeitungszone von Bodenbearbeitungsgeräten (Pflug) befindet. Er umfasst gewöhnlich die B-Horizonte.

Unterbodenverdichtung

Eine Unterbodenverdichtung ist eine Schädigung der Bodenstruktur im Ackerbau, die wie die Pflugsohlenverdichtung durch die Bodenpressung durch Zug- und Erntemaschinen sowie Transportfahrzeuge hervorgerufen wird. Besonders gravierend wirken Bearbeiten und Transporte bei zu feuchtem Boden.

(s. a. Bodenverdichtung)

Unterernährung

Längerfristiger Mangel an Grundnahrungsmitteln, d.h. eine Ernährungssituation mit einer dauernd mangelhaften Versorgung unterhalb des Minimums, wodurch Beeinträchtigungen der Lebensfunktionen hervorgerufen werden.

(s. a. Mangelernährung)

Unterflurbewässerung

Eine wassersparende Form der Bewässerung, bei der die Wasserzufuhr über Rohrleitungen unterhalb der Bodenoberfläche direkt an den Wurzelbereich erfolgt. Verdunstung und Bodenversalzung werden so stark gemindert.

(s. a. Bewässerungswirtschaft)

Unterglaskultur

Pflanzen, die in Gewächshäusern (Hochglas) und Frühbeeten (Niederglas) mit großer Flächenproduktivität herangezogen werden. Unterglaskulturen, im wesentlichen Gemüse, Salate und Zierpflanzen werden häufig marktnah (am Rande von Verdichtungsräumen) produziert. Moderne Transport- und Lagertechnologien erlauben aber auch die Überwindung größerer Entfernungen ("Gemüse aus Holland").

Unterkultur

Der platzsparende Anbau von niedrigen Kulturpflanzen unter hochwüchsigen Kulturen (meist Dauerkulturen), z.B. Obstbäumen oder Rebstöcken. Weite Verbreitung besitzt die Unterkultur im Mittelmeerraum (coltura mista) oder in Oasen.

(s. a. Mischkultur, Stockwerkkultur)

Unterlage

Bezeichnung für den unteren Teil einer Gehölzpflanze (Wurzel mit einem Teil vom Stamm). Die Unterlage wird zum Veredeln benötigt.

Untersaat

Das Einsäen von Kulturpflanzen in eine andere Kultur. Häufig dient Klee oder Kleegras als Untersaat bei Getreide, der sogenannten Deckfrucht. Erst nach der Ernte der Deckfrucht kommt die Untersaat voll zur Entfaltung. So ist der Boden bedeckt und die Pflanzen haben schon einen solchen Entwicklungstand, dass sie rasch weiter wachsen und Ertrag bringen (Zwischenfrüchte).

Eine Klee-Untersaat erfolgte häufig bei der verbesserten Dreifelderwirtschaft in Zusammenhang mit dem Sommergetreidebau.

Urbane Landwirtschaft

Urbane Landwirtschaft, auch Urban Agriculture oder Urban Farming gilt als Oberbegriff für verschiedene Weisen der professionellen Lebensmittelproduktion in städtischen (urbanen) Räumen und deren unmittelbarer Umgebung überwiegend für den Eigenbedarf der jeweiligen Region. Er umfasst neben städtischen Formen des Gartenbaus auch Tierhaltung in urban geprägten Gebieten. Der Begriff geht über die bekannten Formen des urbanen Gartenbaus (Hausgarten, Kleingarten, Grabeland) hinaus und beinhaltet z. B. auch Ackerbau, Tierhaltung (Geflügel, Hauskaninchen, urbane Imkerei oder Aquakultur/Aquaponik ), sofern sie im Stadtgebiet und peri-urbanen Zonen betrieben werden.

Marktorientierte Landwirtschaft ist in urbanen Räumen ebenso vertreten wie die charakteristische Kombination von einer auf den städtischen Raum ausgerichteten spezialisierten und diversifizierten Erzeugung landwirtschaftlicher Produkte mit einer Vielzahl landwirtschaftsnaher Dienstleistungen.

Dabei sind die Formen urbaner Landwirtschaft an keine besondere Rechtsform (privat, gemeinschaftlich) oder sozioökonomische Zielrichtung (Selbstversorgung, Marktproduktion, sozialer Tausch) gebunden.

Die ökonomische Ausrichtung unterscheidet die urbane Landwirtschaft vom urbanen Gärtnern, dem wachsenden - häufig sozial geprägten - Trend gärtnerisch aktiver Stadtbewohner. Allerdings wird die Betonung der Profitorientierung und Professionalität der Akteure nicht von allen Beobachtern geteilt (ZALF).

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Urbaner Gartenbau

Urbaner (städtischer) Gartenbau, häufig auch Urban Gardening, ist die meist kleinräumige, gärtnerische Nutzung städtischer Flächen innerhalb von Siedlungsgebieten oder in deren direktem Umfeld zu verstehen. Dazu zählt man beispielsweise Hobbygärtner, die auf dem Balkon Obst, Kräuter oder Gemüse anziehen oder auf freien städtischen Flächen gartenbaulich aktiv werden sowie solche, die in geteilten Gärten gemeinsam mit anderen freiwilligen Helfern die dort angepflanzten Pflanzen pflegen und ernten. Auch das Anpflanzen von Blumen und Pflanzen, die nicht für den Verzehr geeignet ist, ist eine Variante des Gärtnerns in der Stadt. Die nachhaltige Bewirtschaftung der gärtnerischen Kulturen, die umweltschonende Produktion und ein bewusster Konsum der landwirtschaftlichen Erzeugnisse stehen im Vordergrund.

Das Gärtnern in der der Stadt ist ein weltweit immer beliebter werdender Trend, ohne allerdings ein neues Phänomen zu sein. Kleingärten, oder auch Schrebergarten genannt, waren schon immer ein begehrter Rückzugsort für Städter. Zudem gab es im Zuge der von dem Engländer Ebenezer Howard Ende des 19. Jahrhunderts entwickelten Gartenstadtidee, viele Gründungen von neuen Städten, auch in Deutschland, nach klar festgelegten Strukturen, die viel „Grün“ beinhalteten und ländliches mit städtischem Leben verknüpften.

Ein Ziel von „Urban Gardening“ kann die Eigenversorgung mit regionalen Nahrungsmitteln sein, die Nahe am Ort der Produktion auch konsumiert werden. Dabei sollen Ressourcen aber auch Transportkosten und Treibhausgase eingespart werden. Ein weiteres Ziel solcher Tätigkeiten kann es sein, die Vielfalt der Pflanzen, die Biodiversität, zu erhalten und auszubauen. Zu diesem Zweck können beispielsweise alte Sorten angepflanzt werden, die kommerziell (fast) nicht mehr angebaut werden. Darüber hinaus „begrünt“ man die Stadt. Über den rein ästhetischen Mehrwert hinaus, kann das förderlich sein für das Mikroklima und die Luftqualität sowie Lebensraum für Tiere wie bestäubende Insekten bieten.

Je nachdem in welchem Teil der Welt man sich befindet, kann der Beweggrund für die gärtnerische Arbeit in der Stadt ein anderer sein. Während für manche der Aspekt der selbstständigen Nahrungsversorgung im Fokus steht, ist für andere die Freude am Gärtner, das Erleben und Gestalten der Natur und das körperliche Arbeiten im Freien der Hauptantriebsgrund. Teilweise geschieht es auch aus dem Wunsch heraus, genau zu wissen, wie die Nahrungsmittel angebaut wurden.

Diese Sonderform des Gartenbaus gewinnt aufgrund des urbanen Bevölkerungswachstums bei gleichzeitiger Reduktion landwirtschaftlicher Anbauflächen als Folge des Klimawandels oder durch Flucht aus ländlichen Bürgerkriegsregionen in sichere Städte auch für die Armutsbekämpfung an Bedeutung.

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Urbar

Ein Urbar oder latinisiert Urbarium (pl. Urbare bzw. Urbarien, Betonung jeweils auf dem „a“) ist ein Verzeichnis über Besitzrechte einer Grundherrschaft und zu erbringende Leistungen und Abgaben ihrer Grunduntertanen (Grundholden). Es ist eine bedeutende Wirtschafts- und Rechtsquelle des mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Lehnswesens. Auch für Gült- und Lagerbücher sowie Zinsregister wird der Ausdruck verwendet. Je nach Region und Schriftträger sind für diese Verzeichnisse im deutschsprachigen Raum auch die Bezeichnungen Salbuch/Saalbuch, Berain, Heberegister, Erdbuch und (Zins)-Rödel oder Rodel geläufig.

Der Begriff Urbar wird vom althochdeutschen „ur-beran“ bzw. dem mittelhochdeutschen „erbern“ für „hervorbringen“, "ertragbringendes Grundstück" oder „einen Ertrag bringen“ abgeleitet. Er lässt sich erst ab dem 13. Jahrhundert nachweisen und bezeichnet zu ökonomischen, administrativen oder rechtlichen Zwecken angelegte Aufzeichnungen von Liegenschaften, Abgaben und Diensten einer Grundherrschaft (z. B. eines Klosters) oder einer Villikation.

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Urflur

1. Die Parzellierung einer Flur, wie sie zur Zeit der Landnahme vorgenommen wurde.

2. Bezeichnung für alte Fluren, deren Zustand sich bis in jüngere Zeit erhalten hat.

Urproduktion

Die Gewinnung materieller Güter unmittelbar aus der Natur. Zur Urproduktion zählen diejenigen Bereiche der Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und des Bergbaus, die sich mit der Gewinnung der Rohstoffe befassen. Oft ist noch eine gewisse Aufbereitung der Rohstoffe einbegriffen.

Urwechselwirtschaft

Ein Ackerbausystem, bei dem eine Umlage des Ackerlandes in der Urvegetation erfolgt. Beispiele für diese exploitierende Form der Bodennutzung sind u.a. die Steppen-Umlagewirtschaft, die Waldbrandwirtschaft, die Haubergwirtschaft oder die Moorbrandwirtschaft.

Im Frühmittelalter war die Urwechselwirtschaft eine gängige Bodennutzungsform in Mitteleuropa, bei welcher das Land einige Jahre als Ackerland benutzt und danach der Aufwilderung (mit Strauch- und Buschbewuchs) überlassen wurde, soweit letztere nicht durch Beweidung niedergehalten wurde. Hatte sich der Boden nach einigen Jahren oder Jahrzehnten regeneriert, konnte er erneut gerodet und beackert werden. Entscheidendes Kennzeichen dieser Bodennutzungsform war das fortwährende Wechseln der Grundstücke, die als Acker genutzt wurden. Die unregelmäßige Folge von Bau- und Brachejahren war bis in das frühe Mittelalter typisch. Lediglich die Römer betrieben die Zweifelderwirtschaft wirtschaftlich mit einer geregelten Folge von Brache und Anbau.

Noch um 1300 wurden auf den Höhen der Eifel Flächen in der Weise bewirtschaftet, dass sechs- bis zehnjährige Baum- und Buschbestände abgebrannt und anschließend für ein bis zwei Jahre mit Getreide bestellt wurden. Danach überließ man die ertragsarm gewordenen Böden wieder der Aufwilderung.

UV-Strahlung

Ultraviolette Strahlung ist der Teil des Sonnenspektrums zwischen einer Wellenlänge von 100 und 400 nm, also zwischen der Röntgenstrahlung (< 100 nm) und dem sichtbaren Licht (400-780 nm). Das Band der UV-Strahlung wird wiederum in die drei Teilbereiche UV-A (320-400 nm), UV-B (280-320 nm) und UV-C (100-280 nm) unterteilt. UV-C Strahlung hat die höchste Energie und birgt potentiell die größte Gefahr für biologische Systeme, da es stark mit Proteinen und dem Erbgut (DNA) von lebenden Zellen wechselwirken kann. Diese Strahlungsart hat aber nur eine untergeordnete Bedeutung für die Umwelt, da sie bereits vollständig von der Atmosphäre absorbiert wird und nicht zur Erdoberfläche vordringen kann. Die energieärmere UV-A Strahlung wird nur zu einem geringen Teil durch die Atmosphäre herausgefiltert und erreicht nahezu vollständig die Erdoberfläche.

Die UV-B Strahlung, die lebenden Systemen ebenfalls potentiell gefährlich sein kann, wird aufgrund der Absorption durch Ozon in der Stratosphäre stark geschwächt. Die aktuelle Reduktion der stratosphärischen Ozonschicht verursacht eine Zunahme der die Erdoberfläche erreichenden UV-B Strahlung (nachgewiesen für die Südhemisphäre, für die Nordhemisphäre durch Modellrechnungen angenommen). Die schädigende Wirkung der UV-B Strahlung für lebende Systeme beruht darauf, daß viele biologische Moleküle (Nukleinsäuren, Strukturproteine, Enzyme, Pigmente etc.) die Strahlung in diesem Spektralbereich absorbieren und dadurch Veränderungen an diesen Molekülen hervorgerufen werden. Die schädliche Wirkung ist dabei abhängig von der Wellenlänge: Bei 300 nm z.B. ist die Wirkung 1.000 mal stärker als bei 310 nm und 10.000 mal stärker als bei 320 nm.

Die Folgen sind negative Auswirkungen auf Wachstum, Morphologie und auch Reproduktion der betroffenen Pflanzen. Hinzu kommen Indizien, daß die Konkurrenzfähigkeit gegenüber Unkräutern, die Pollenreifung und die Blühinduktion abnehmen können. Bisherige Versuche mit Kulturpflanzen ergaben eine UV-B-Empfindlichkeit bei mehr als der Hälfte, mit je nach Pflanzenart unterschiedlichen Schäden. Eine Verminderung der Ernteerträge ist demnach wahrscheinlich. Auch die Qualität der Pflanzen wird - meist negativ - verändert.
Die Zunahme der UV-B Strahlung hat nicht nur Auswirkungen auf terrestrische Ökosysteme. Da UV-B Strahlung etwa bis zu einer Tiefe von 25 m in Wasser eindringt, wird nach Modellrechnungen ein Rückgang von 6 % bis 12 % der Phytoplanktonproduktion erwartet, wenn über der Antarktis das Gesamtozon von 300 DU (Dobson Unit) auf 200 DU abnimmt und dadurch die UV-B Strahlung zunimmt. Damit wird eine wichtige Senke für Kohlendioxid (Bindung von CO2 durch Assimilation) beeinträchtigt und der anthropogene Anteil des Treibhauseffekts verstärkt mit entsprechenden Konsequenzen für Klima und Landbau(zonen).