Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Alkohol

Alkohol ist eine Gruppe chemischer Verbindungen, deren wichtigste Form Ethanol (Trinkalkohol) in Getränken vorkommt. Gemeinsamer Nenner ist die in der Struktur enthaltene Ethanolgruppe (C2H5OH). Alkohol ist primär ein Stoffwechselprodukt von Mikroorganismen. Je nach Verwendungszweck unterscheidet man zwischen Agraralkohol (Gärung) und technischem Alkohol (Synthese).

Trinkalkohol entsteht durch Fermentation von Zucker durch Hefen. Er dient u. a. als Genussmittel, kann aber bei übermäßigem Konsum gesundheitsschädlich sein.

Landwirtschaftliche Betriebe können Alkohol als Spirituosen, Obstbrand oder ähnliche Produkte herstellen, wenn die Rohstoffe aus eigenem Anbau oder gesammeltem inländischem Wildgewächs stammen. Die Regeln sind streng, weil Brennrechte, Steuerbefreiungen und jährliche Deklarationen an klare Bedingungen gebunden sind. In Deutschland und Österreich spielt außerdem die Frage eine Rolle, ob die Herstellung noch als landwirtschaftlich gilt oder schon gewerblich bzw. steuerlich anders behandelt wird.

Produkte

Alkoholische Genussmittel aus der Landwirtschaft

„Alkohol aus der Landwirtschaft“ meint in der Regel Ethanol, der aus landwirtschaftlichen Rohstoffen wie Obst, Getreide, Zuckerrüben, Zuckerrohr, Melasse oder Kartoffeln gewonnen wird.

Alkoholische Genussmittel sind tief in der Landwirtschaft verwurzelt, da sie das Ergebnis der Veredelung pflanzlicher Rohstoffe durch Gärung oder Destillation sind. Dieser Prozess verwandelt leicht verderbliche Erzeugnisse (wie Weintrauben oder Obst) in lagerfähige Produkte mit hoher Wertschöpfung.

Bioethanol aus Agrarrohstoffen

Bioethanol aus Agrarrohstoffen entsteht, indem pflanzliche Zucker oder vorher aus Stärke/Zellulose freigesetzte Zucker vergoren und danach gereinigt werden. Typische Rohstoffe sind in Deutschland vor allem Futtergetreide und Zuckerrüben, weltweit auch Zuckerrohr, Mais, Kartoffeln, Stroh und andere Reststoffe.

Ethanol aus landwirtschaftlichen Rohstoffen wird nicht nur für Spirituosen genutzt, sondern auch für Arzneimittel, Kosmetik, Reinigungsmittel und Bioethanol als Kraftstoffzusatz (E 10). Hier steht die Landwirtschaft oft in der Kritik, da Energiepflanzen mit Nahrungsmittelpflanzen um Fläche konkurrieren.

Koppelprodukte

Ein großer Vorteil der Verbindung von Alkohol und Landwirtschaft ist die Verwertung von Reststoffen:

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