Bergbauer
Bergbauern sind Landwirte, die Höfe und vorwiegend Grünlandflächen in Bergregionen bewirtschaften. Ihre Arbeit ist durch Hanglagen, kurze Vegetationsperioden, schwierige Erreichbarkeit und ein raueres Klima deutlich erschwert. Da der Ertrag oft geringer und der Arbeitsaufwand extrem hoch ist, erhalten Bergbauern in der EU und den Alpenländern spezielle staatliche Ausgleichszulagen, um die Bewirtschaftung dieser schweren Lagen aufrechtzuerhalten.
Typische Merkmale
- Nutzung von steilen Wiesen und Weiden, häufig durch Rinder, Schafe oder Ziegen.
- Begrenzter Einsatz großer Maschinen; viele Arbeiten erfolgen mit Spezialgeräten oder von Hand.
- Landwirtschaftliche Seilwege (Seilbahnen), wo einfache Fahrwege aus verschiedenen Gründen (Gelände, Naturschutzgebiet) nicht angelegt werden können; sie dienen zum Transport von Heu, Dünger, Materialien und dem Transport der erzeugten Produkte, teils auch dem Personentransport bei eingeschränktem Benutzerkreis.
- Häufige Kombination aus Viehhaltung, Milchproduktion, Forstwirtschaft, Almwirtschaft und Tourismus.
- Sommerliche Nutzung höher gelegener Almen durch Weidevieh.
- Kleinere und arbeitsintensivere Betriebsstrukturen als in günstigen Tallagen.
Bedeutung für die Landschaft
Bergbauern halten durch Mahd und Beweidung offene Flächen frei. Dadurch verhindern sie Verbuschung und Verwaldung und tragen zum Erhalt artenreicher Bergwiesen, traditioneller Kulturlandschaften und regionaler Kulturgüter bei. Gepflegte Bergwiesen halten Schneemassen und Boden besser fest als ungepflegte Brachflächen, was das Risiko von Lawinen, Muren und Erosion senkt.
Keine einheitliche Definition
Der Begriff wird im Alltag allgemein für Landwirtschaft im Gebirge verwendet. Für Förderungen gelten jedoch je nach Land unterschiedliche Kriterien, etwa Höhenlage, Hangneigung, Klima, Betriebserschwernis und Erreichbarkeit. In Österreich werden Bergbauernbetriebe beispielsweise nach dem Grad ihrer natürlichen und wirtschaftlichen Erschwernisse in Zonen eingeteilt.