Lebensmittelverluste
Der Begriff 'Lebensmittelverluste' bezeichnet Lebensmittel, die entlang der Wertschöpfungskette verloren gehen oder weggeworfen werden, also etwa bei Ernte, Lagerung, Transport, Verarbeitung, Handel, Gastronomie und auch in Haushalten. In der deutschen Praxis wird der Begriff oft zusammen mit Lebensmittelverschwendung verwendet; dabei gelten essbare Lebensmittel, die noch genießbar wären, als vermeidbare Verluste.
Eine weitere Differenzierung:
- Lebensmittelverluste fallen am Beginn der Wertschöpfungskette an, d. h. bei der Ernte, beim Transport und bei der Lagerung.
- Lebensmittelabfälle fallen am Ende der Wertschöpfungskette an. Als Lebensmittelabfälle gelten Lebensmittel, die für den menschlichen Verzehr geeignet sind, aber nicht gegessen wurden. Verantwortlich hierfür sind hauptsächlich der Handel, die Gastronomie und Endverbraucher.
Von der Erzeugung bis hin zur heimischen Küche werden in Deutschland jährlich fast elf Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen. Die größten Mengen entstehen in privaten Haushalten mit 6,3 Millionen Tonnen sowie in Gastronomie und Gemeinschaftsverpflegung mit rund zwei Millionen Tonnen. Auf die landwirtschaftliche Produktion entfallen dagegen nur rund 200.000 Tonnen.
Die tatsächlichen Mengen an Lebensmitteln, die nicht konsumiert werden, weil sie vorher von der Landwirtschaft aussortiert werden, sind jedoch größer. Das liegt zum einen daran, dass pflanzliche Produkte erst nach der Ernte und tierische Produkte erst nach der Schlachtung als Lebensmittel gelten. Abfälle, die bereits vorher entstehen, tauchen deshalb in der Abfallstatistik gar nicht auf.
Lässt sich für Gemüse, Obst, Kartoffeln oder Getreide kein Markt finden, bleiben sie häufig im landwirtschaftlichen oder industriellen Stoffkreislauf erhalten und werden anderweitig genutzt. Oft werden sie als Viehfutter eingesetzt oder in Biogasanlagen verwertet. Die enthaltenen Nährstoffe und die Energie gehen dadurch nicht vollständig verloren. So kann Brotgetreide, das die Qualitätsanforderungen für die Herstellung von Backwaren nicht erfüllt, beispielsweise als Futtergetreide eingesetzt werden. Auch überschüssige Kartoffeln werden in Jahren mit sehr hohen Erntemengen zum Teil an Tiere verfüttert oder in Biogasanlagen genutzt. Dies war beispielsweise bei der Kartoffelernte 2025 der Fall.
Teilweise verbleiben Ernteverluste auch direkt auf dem Feld und tragen dort als organischer Dünger zur Humusbildung sowie zur Nährstoffversorgung des Bodens bei.
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