Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Gestein

Gesteine sind Gemenge von mehreren Mineralarten, im Einzelfall auch aus nur einem Mineral (z.B. ein reiner Quarzit besteht nur aus Quarz) oder noch seltener aus natürlichem Glas.

Neben Mineralen können Gesteine in unterschiedlichem Ausmaß organisches Material enthalten, z.B. Reste toter Tiere (Knochen, Zähne, Schalen, etc.) oder abgestorbener Pflanzen. Pflanzenreste können sogar eigene Gesteine erzeugen: Kohlen und Anthrazit. Der ebenfalls aus Pflanzenresten bestehende Torf wird aber nicht zu den Gesteinen gezählt, was allerdings eine (geologisch) spätere Gesteinsgenese nicht ausschließt.

Gesteine können extrem unterschiedliche Festigkeit und Zusammenhalt haben. Nach der Genese lassen sich drei Gesteinsgruppen unterscheiden:

  1. sedimentäre Gesteine (Sedimentgestein),
  2. magmatische Gesteine (Magmatite) und
  3. metamorphe Gesteine (Metamorphite).

Hinsichtlich des Anteils der Bestandteile wird zwischen Hauptgemengteilen, Nebengemengteilen und Akzessorien (unter 1 %) differenziert. Im Allgemeinen verbindet sich mit dem Begriff Gestein der Zustand einer harten, verfestigten Masse, die durch den Vorgang der Diagenese erzeugt wird (Festgesteine). Tone, Sande, vulkanische Asche etc. gehören aber zu den Lockergesteinen, deren Gemengteile keinen festen Zusammenhalt, also wenig Kornbindung haben. 

Organogene Gesteine sind im Wesentlichen unter aktiver oder passiver Mitwirkung von Organismen entstanden (z.B. Riffkalke, Schillkalke).

Durch den Einfluss von Wetter und Klima zersetzt sich das Gestein. Physikalische Kräfte (z. B. Frostsprengung) zerkleinern das Gestein und ermöglichen, dass Feuchtigkeit eindringt und damit chemische Verwitterungsprozesse auslösen kann. Diese greifen Mineralien an, lösen und verändern sie. Es werden (Nähr)stoffe freigesetzt, und neue Mineralien wie Eisenoxid oder Ton entstehen.

Aus Gestein wird so über die Jahrtausende Boden, der Standort für die Landwirtschaft und damit die Grundlage der Ernährungssicherung. Auf dem Verwitterungsmaterial siedeln sich Moose, Flechten und andere Pflanzen an. Bakterien wandeln abgestorbenes pflanzliches Material (wie Wurzeln oder Blattstreu) zu Humus um und Bodenorganismen sorgen dann dafür, dass alles gut vermischt wird.

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