Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Cranberry

Englische Bezeichnung für die (Großfrüchtige) Moosbeere (ndt. Kraanbeere oder Kranbeere, von kraan, Kranich). Als Anglizismus findet der Name aus Vermarktungsgründen auch in außerenglischen Sprachräumen Verwendung. Die Moosbeere ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium) in der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Die Form der Blüten erinnert an einen Kranichschnabel.

Die Beerenfrüchte ihrer Vertreter sind essbar und haben einen süß-sauren, teilweise leicht faden Geschmack. Die Moosbeeren kommen in gemäßigten Regionen (z. B. auch in Deutschland) im Wald, im Moor und auf der Heide vor.

Beschreibung

Cranberries sind niedrige, kriechende Sträucher mit einer Länge von bis zu 2 Metern und einer Höhe von 5 bis 20 Zentimetern; sie haben schlanke Stängel, die nicht dick verholzt sind, und kleine immergrüne Blätter. Die Blüten sind dunkelrosa. Die Frucht ist eine Beere, die größer ist als die Blätter der Pflanze; sie ist zunächst hellgrün und färbt sich bei Reife rot. Sie ist essbar, hat aber einen sauren Geschmack.

Cranberry-Pflanzen in einem 'Bog' vor der Ernte
Cranberry-Pflanzen in einem 'Bog' vor der Ernte

Quelle: Agricutural Research Service USDA

Verbreitung

In Großbritannien kann Cranberry die einheimische Art Vaccinium oxycoccos bezeichnen, während in Nordamerika Cranberry Vaccinium macrocarpon bezeichnet.

Die natürliche Heimat von Vaccinium macrocarpon liegt in sauren Hochmooren im östlichen Nordamerika. Das Verbreitungsgebiet reicht von New Brunswick und Neufundland in Kanada bis zu den US-Bundesstaaten North CarolinaTennessee und Virginia.

Produktion

Im Jahr 2022 betrug die weltweite Produktion von Cranberries 582.924 Tonnen, wobei die Vereinigten Staaten und Kanada zusammen 99 % der Gesamtproduktion ausmachten. Wisconsin (59 % der US-Produktion) und Quebec (60 % der kanadischen Produktion) sind zwei der größten Cranberry-Produzenten in den beiden Ländern. Cranberries sind auch eine wichtige Nutzpflanze in Massachusetts, New Jersey, Oregon und Washington sowie in der kanadischen Provinz British Columbia (33 % der kanadischen Produktion).

Die amerikanischen Ureinwohner ernten die Früchte seit Jahrhunderten. Die kommerzielle Produktion in Wisconsin begann Mitte des 19. Jahrhunderts und expandierte mit der Verbesserung der Technologie und der Anbaumethoden. Um 1950 wurde die Ernte weitgehend von Handrechen auf Maschinen umgestellt. Bis 1956 war Wisconsin nach Massachusetts der zweitgrößte Cranberry-Produzent in den USA, und 1994 übernahm es den Spitzenplatz. Heute sind Cranberries in Wisconsin eine rund 1 Milliarde Dollar schwere Industrie, die fast 4.000 Menschen beschäftigt.

Verwendung

Die meisten Cranberries werden zu Produkten wie Saft, Soße, Marmelade und gesüßten getrockneten Cranberries verarbeitet, der Rest wird frisch an Verbraucher verkauft. Cranberry-Soße ist eine traditionelle Beilage zu Truthahn bei Weihnachts- und Thanksgiving-Essen in den USA und Kanada sowie beim Weihnachtsessen im Vereinigten Königreich.

Ernte

Heute gibt es zwei Methoden um Cranberries zu ernten: die Trockenernte und die Nassernte. Um die Cranberries trocken zu ernten und als frische Früchte auf den Markt zu bringen, werden mechanische Pflückmaschinen, die wie große Rasenmäher aussehen, benutzt. Der größte Teil der Jahresproduktion wird allerdings nass geerntet.

Nassernte von Cranberry-Beeren in New Jersey
Nassernte von Cranberry-Beeren in New Jersey

Quelle: Agricutural Research Service USDA

Bei der Nassernte fluten die Erzeuger die Felder (Bogs) mit bis zu 40 cm Wasser und lösen die Früchte dann mit künstlich erzeugten Wasserstrudeln von den Ranken. Da die Früchte Luftkammern enthalten, schwimmen sie an der Wasseroberfläche – wodurch ganze Felder rot gefärbt werden – und müssen nur noch mit Spezialmaschinen (Ernterechen) abgeschöpft werden.

Die Beete werden nicht alle auf einmal geflutet; Satellitenbilder, die im Laufe des Herbstes aufgenommen wurden, zeigen, dass verschiedene Bereiche zu unterschiedlichen Zeiten rot erscheinen.

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