Schafhude
Schafhude (auch Schafhut) bezeichnet das historische Recht, eine Schafherde auf fremden oder gemeinschaftlichen Flächen (Allmende, Wälder, Heiden) weiden zu lassen. Es handelt sich um ein altes Nutzungsrecht (Servitut) aus der Landwirtschaft, das besonders in der mittelalterlichen und frühneuzeitlichen Heide- und Waldwirtschaft von großer Bedeutung war.
Das Weiden der Schafe diente in erster Linie der Düngung der kargen Ackerboden. Die Tiere wurden nachts auf den Feldern zusammengepfercht, um diese durch ihren Kot für den Ackerbau fruchtbar zu machen (sogenannter Hürdenschlag).
Meist fand die Hude auf Waldweiden (Waldhude), Heideflächen oder abgeernteten Stoppelfeldern (Stoppelhude) statt.
Zusammen mit der Schweinemast entzog die Beweidung dem Wald viele Nährstoffe. Dies trug im Mittelalter maßgeblich zur Entstehung der norddeutschen Heidelandschaften (wie der Lüneburger Heide) bei.
Mit der Verkoppelung (Gemeinheitsteilung) im 18. und 19. Jahrhundert sowie der Einführung von Kunstdünger verlor dieses Weiderecht seine wirtschaftliche Grundlage und existiert heute höchstens noch als Relikt in Einzelfällen.