Bruttowertschöpfung
Die Bruttowertschöpfung gibt den im Produktionsprozess geschaffenen Mehrwert ohne Steuern an. Die Bruttowertschöpfung zu Marktpreisen ergibt sich als Differenz aus Produktionswert (Wert aller produzierter Waren und Dienstleistungen) und Vorleistungen. Aus der BWS ergibt sich nach Abzug der verbrauchsbedingten, zu Wiederbeschaffungspreisen bewerteten Abschreibungen und der Produktionssteuern sowie nach Addition der für die laufende Produktion gewährten Ausgleichszahlungen die Nettowertschöpfung zu Faktorkosten.
Der Beitrag der Land– und Forstwirtschaft zur volkswirtschaftlichen Bruttowertschöpfung lag 2023 in der EU–27 bei 1,8 %. In Deutschland, der größten Volkswirtschaft der EU, steuert die Landwirtschaft etwa 0,9 % zur gesamtwirtschaftlichen Bruttowertschöpfung bei. Deutlich höher ist dieser Anteil mit 1,9 bzw. 2,2 % in Frankreich und Italien. Am größten ist der Anteil der Landwirtschaft in Lettland (4,7 %), gefolgt von Rumänien und Griechenland (jeweils 4,3 %).
Der Landwirtschaft als wesentlichem Teil der Wertschöpfungsketten für Lebens- und Futtermittel kommt in Deutschland eine größere Bedeutung für den Wirtschaftsstandort und den Export zu als es der Anteil an der Bruttowertschöpfung oder am Bruttoinlandsprodukt ausdrückt.
Größter Agrarproduzent der EU–27 ist Frankreich mit einem Gesamtwert der landwirtschaftlichen Produktion von 96 Milliarden Euro (2023). Damit erwirtschaftet Frankreich 18 Prozent der europäischen Agrarproduktion. Mit deutlichem Abstand folgt Deutschland mit einem Produktionswert von 76 Milliarden Euro, dahinter Italien und Spanien mit 73 bzw. 66 Milliarden Euro.