Besenheide
Die Besenheide (Calluna vulgaris) ist ein verholzender und immergrüner Zwergstrauch, der relativ langsam wächst und etwa 40 Jahre alt werden kann.
Aussehen
Die reich veästelten Stämmchen der Besenheide werden 20 bis 100 cm hoch. Die schuppenförmigen Blättchen sind gegenständig angeordnet, leicht nach oben eingerollt und überdecken sich dachziegelartig. Die hell-rosaroten oder selten weißen Blüten stehen in Trauben. Die Blütezeit ist von Juli bis November.
Lebensraum
Die Besenheide wächst auf Borstgrasrasen und Heideflächen. Im kühl gemäßigten Europa ist sie vom Flachland bis in 2000 m Höhe verbreitet. Sie wächst oft in großen Beständen auf offenen Flächen mit sehr nährstoffarmen Böden, häufig kalkfreie, versauerte Lehm- und Sandböden. Da die Heide in Symbiose mit einem Wurzelpilz (Mykorrhiza) lebt, der ihr auch aus sehr mageren Böden noch die erforderlichen Nährsalze herausbereitet, besiedelt sie viele Standorte, die für Wald zu nährstoffarm sind.
Nutzung
Wenn Besenheide älter als 20 Jahre wird, verkümmert sie langsam. Schneidet man sie dann ab, treibt sie verjüngt und neu aus. Durch die traditionelle Heidenutzung, bei der man Heide alle 10-15 Jahre abstach und als Stalleinstreu verwendete, erfolgte über Jahrhunderte eine ständige Pflege der Heide. Hinzu kam die Beweidung mit Schafen, die ebenfalls die Besenheide fördert, weil Schafe alle Gräser wegfressen. So entstanden in Norddeutschland seit dem Mittelalter riesige Heideflächen anstelle ehemaliger Wälder.
Ein Hektar blühende Heide kann bis zu 200 kg Honig von kräftigem, relativ herbem Geschmack und geleeartiger Konsistenz liefern. Bienen können allerdings nur dort so viel Heidehonig sammeln, wo Schafe die Spinnennetze im Heidkraut zertreten. Daher war die traditionelle Nutzung der Heide durch Wanderschafherden aus Heidschnucken oft mit der Imkerei kombiniert. Heute sind viele frühere Heideflächen wieder mit Wald bestanden, die restlichen Heiden pflegt der Naturschutz.
Das Heidekraut wurde auch als Heil- und Färbepflanze verwendet. Auch wurde das Kraut früher oft zum Dachdecken verwendet.
Namensgebend ist allerdings die Nutzung der Besenheide in der Besenbinderei. Noch in den 1980er Jahren wurden solche Besen in der Teerindustrie verwendet. Unter anderem waren diese Besen industriell gefertigten Besen durch ihre Temperaturbeständigkeit überlegen.