Granatapfel
Der Granatapfel (Punica granatum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Granatäpfel (Punica) innerhalb der Familie der Weiderichgewächse (Lythraceae). Die Granatapfelfrucht dient vielfältig als Nahrungsmittel.
Beschreibung
Mit einem Apfel hat die Frucht aber nur Form und Größe gemeinsam. Der kugelförmige, sechs bis zehn Zentimeter dicke Granatapfel ist botanisch gesehen eine Beere. Er besitzt eine glatte, lederartige Schale, die anfangs gelbgrün ist und später in orangerot übergeht. Die Färbung kann allerdings je nach Herkunft variieren. Insofern lässt die Farbe der Frucht kaum Rückschlüsse auf ihren Reifegrad zu. Das weißliche Fruchtfleisch ist in einzelne Kammern unterteilt, in denen sich mehrere Hundert Samen befinden. Diese haben eine kantige Form, eine intensivrote Färbung und schmecken leicht säuerlich-süß, etwas herb und sehr erfrischend.
Granatäpfel sind zwar ganzjährig im Angebot, die Hauptsaison ist jedoch die Zeit von September bis Januar. Die Früchte kommen dann aus dem Mittelmeerraum zu uns, etwa aus der Türkei, Spanien, Italien und Ägypten.
Historie
Der östliche Mittelmeerraum gilt als die Heimat der Früchte, was wohl auch indirekt für die Namensgebung verantwortlich ist. Zur Zeit des Römischen Reiches beherrschten die Phönizier die Gegend. Die Römer fühlten sich durch das Seefahrervolk bedroht und zettelten die sogenannten Punischen Kriege an. Die Römer nannten die Phönizier auch Punier – und tauften den Granatapfel „Malum punicum“ – Punischen Apfel. Der Name „Granatapfel“ leitet sich von der römischen Bezeichnung „malum granatum“ ab, was „gekörnter Apfel“ bedeutet. Dabei bezieht sich das „Granatum“ (Korn) auf das gekörnte Fruchtfleisch mit den vielen Samen.
Nutzung
Der Granatapfel wächst an einem bis zu 4 m hohen, dornigen Strauch, der in allen tropischen und subtropischen Ländern der Erde angebaut wird. Neben den bekannten rot-gelben Früchten trägt der Granatapfelbaum prächtige orangerote Blüten und wird auch als Ziergewächs angebaut. Es werden nicht nur die frischen Samen in verschiedenen Speisen verwendet, auch die getrockneten Samen werden als Würzmittel eingesetzt.
Anbau
Es ist eine Vielzahl von Formen gezüchtet worden, wobei teils die Blüten, teils die Früchte das Zuchtziel darstellten. Die kultivierte Pflanze ist kälteempfindlich, Temperaturen unter 12 °C können sie beschädigen. In der Ruhephase kann sie jedoch auch kurzen, nicht zu starken Frost ertragen. Einige Sorten aus kontinentalklimatischen Regionen wie Russland oder Usbekistan gelten sogar als frosthart bis zu zweistelligen Minusgraden und werden zum Beispiel in Usbekistan trotz strenger Winter, die mit denen in Mitteleuropa verglichen werden können, gewerblich angebaut. Der Granatapfel gedeiht am besten auf sandigen, durchlässigen, fruchtbaren Böden mit langen und heißen Sommern bis in eine Höhe von 2700 Metern. Er bevorzugt eine geschützte, sonnige Lage sowie nicht zu starken Niederschlag und übersteht gut auch Trockenperioden.
Verbreitung
Das Verbreitungsgebiet des Granatapfels liegt in West- bis Mittelasien; seit der Antike wird er unter anderem im Mittelmeerraum, Iran, in Afghanistan und Nordindien angebaut.
Das ursprüngliche Verbreitungsgebiet des Granatapfels liegt im westlichen bis mittleren Asien, von der Türkei über den Kaukasusraum (Dagestan) bis in den Iran sowie Mesopotamien/Irak und Zentralasien (Tadschikistan, Turkmenistan) bis zu den indischen Bundesstaaten Himachal Pradesh, Jammu and Kashmir sowie Uttar Pradesh. Iran zählt zu den Hauptproduzenten weltweit.
Im Mittelmeerraum und im Nahen Osten, beispielsweise in Aserbaidschan, im Iran, in Armenien, Ägypten, Spanien, Marokko, Tunesien, Syrien, Palästina, Israel und in Anatolien, wird der Granatapfel seit Jahrtausenden kultiviert (siehe auch Gartenkunst). In Indien wird der Granatapfel als Gewürz angebaut. Auch in Fernost-Asien tritt der Granatapfel auf. In Indonesien ist er als delima bekannt. Er wird heute auch in den USA, Chile, Südafrika, Australien, Argentinien und Brasilien angebaut.
Einige Sorten des Granatapfels gedeihen in wintermilden Regionen Mitteleuropas. Ein Strauch blüht zum Beispiel im Vorgarten des Museums für Kunstgewerbe in Budapest oder im Botanischen Garten in Halle (Saale). Im Zuge der spanischen Kolonialisierung gelangte der Granatapfel in die Karibik und nach Lateinamerika.