Drohnen in der Landwirtschaft
Drohnen, sog. UAV (unmanned aerial vehicle) bieten in der Landwirtschaft eine große Bandbreite an Einsatzmöglichkeiten.
Die gegenüber der Fernaufklärung mit Satellitenbildern (Auflösungen zwischen 0,5 und 10 m) mit bis zu 2 cm deutlich höhere Bildauflösung der Nahaufklärung ermöglicht eine deutlich bessere, kleinräumlichere und häufigere Darstellung z.B. von Pflanzenbeständen oder Bodenverhältnissen. Durch die Kombination mit anderen Geoinformationsdaten (auch Satellitendaten) können Drohnen daher die Landwirte bei vielen wichtigen Entscheidungen unterstützen.
In einer bundesweiten Befragung von 420 Landwirten Ende 2018 durch den Digitalverband Bitkom e.V. im Auftrag des Deutschen Bauernverbandes gaben 9 % der Betriebe an, dass sie bereits heute regelmäßig Drohnen im Betrieb einsetzen. Bei Betrieben über 100 ha liegt dieser Anteil bereits bei 25 %. Die Hälfte der Betriebe setzen dabei eigene Drohnen ein, die andere Hälfte nimmt dagegen externe Dienstleister in Anspruch. In keiner anderen Branche gibt es einen vergleichbar intensiven Einsatz von Drohnen.
Die Bandbreite der Einsätze reicht von der Wildrettung mit Infarotkameras (1/3 der Einsätze) über die Dokumentation von Wild- und Hagelschäden, der Zustandsaufnahme von Pflanzenbeständen und Bodenverhältnissen bis hin zu Bestandskartierungen oder -kontrollen und Bekämpfungsmaßnahmen mit Nützlingen (z.B. Abwurf von Kapseln mit Eiern der Trichogramma-Schlupfwespe gegen Maiszünsler).
Selbst das Ausbringen von flüssigen Pflanzenschutzmitteln kann inzwischen mit Drohnen erledigt werden. Moderne Geräte sind in der Lage bis zu 16 Liter Sprühmittel zu transportieren. Ein solcher Einsatz ist vor allem in unwegsamem Gelände sinnvoll, wo man mit Traktoren oder zu Fuß nur schlecht hinkommt – zum Beispiel an steilen Weinhängen. In Japan ist diese Form der Anwendung mit Drohnen im Reisanbau bereits verbreitet. In Deutschland dürfen Drohnen aus rein rechtlichen Gründen bislang noch nicht zur Pflanzenschutzmittelausbringung eingesetzt werden.
Eine weitere Anwendung ist die Erstellung von Dünger-Applikationskarten. Dabei werden Multispektralkameras verwendet, mit denen verschiedene Wachstumsindizes ausgewertet werden können. In der Folge können Teilschläge gebildet und eine Düngerstrategie entwickelt werden. Andere Anwendungen beziehen sich auf den Wein- und Obstbau, wo Drohnen z.B. Rückschlüsse auf den Säuregehalt der Reben, Bewässerung und Ernte ermöglichen. In der Forstwirtschaft liefern Drohnen wertvolle Information über die räumliche Flächenstruktur. Visuelle Kalamitäts- und Schadflächenerfassung als Teil der fotographischen Dokumentation für den Waldbesitzer und Wärmebildaufnahmen für das Wildtier-Monitoring sind weitere Anwendungsfelder.
Die aktuell größten Agrar-Drohnen können bis zu 30 kg Nutzlast tragen, daher sind sie nur bedingt für die Ausbringung von größeren Mengen (z.B. Mineraldünger) geeignet.
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