Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

domestiziertes Land

Der Begriff "domestiziertes Land" bezeichnet von Menschen dominierte Landschaftsräume, wie Städte, landwirtschaftliche Anbauflächen und intensiv genutztes Weideland, die aus natürlichen Biomen wie Primärwäldern, Savannen und Graslandschaften hervorgehen.

Seit die ersten Menschen vor über 10.000 Jahren begannen, Landwirtschaft zu betreiben und sesshaft zu werden, nimmt der Anteil wilder Ökosysteme ab. Deutschland z.B. besteht heute nur noch zu etwa 0,6% aus Wildnisgebieten, die sich hauptsächlich auf Nationalparks beschränken. Auch die im Allgemeinen als Wald bezeichneten Räume bestehen heute fast ausschließlich aus angelegten Nutzforsten

Seit 1750 hat sich der Anteil der von Menschen genutzten Landfläche von 8 auf 38% im Jahr 2010 erhöht. Seit den 1960er Jahren verlangsamt sich dieser Trend, was auf die Intensivierung der Landwirtschaft und nicht zuletzt auf ein Schwinden nutzbaren Landes zurückzuführen ist. In den vergangenen Jahrzehnten bezieht sich die Erschließung neuen Landes in erster Linie auf → tropische Wälder, die letzten übrig gebliebenen wilden und landwirtschaftlich nutzbaren Landflächen der Erde.

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