Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Biom

Begriff der Landschaftsökologie und der Bioökologie. Es handelt sich in der Regel um großflächige, als Ökosysteme funktionieren Lebensräume mit den potentiell darin vorkommenden Pflanzen und Tieren sowie allen unbelebten Faktoren, die durch gleiche Großklimate geprägt sind.

Nach H. Walter werden global neun ökologisch wirksame Klimazonen ausgeschieden, die als Zonobiome bezeichnet werden:

Weitgehend entsprechen diesen Zonobiomen zonale Boden- und Vegetationstypen (Vegetationszonen). Die Gebirge heben sich aber klimatisch aus den Klimazonen heraus und werden deshalb gesondert von den Zonobiomen behandelt und als Orobiome bezeichnet. Auch Flächen mit extremen Böden können von ihrem zugehörigen Zonobiom stark abweichen. Die Lebensräume sind in diesem Fall an die Verbreitung bestimmter Böden gebunden und werden als Pedobiome bezeichnet.

Innerhalb der neun Zonobiome unterscheidet man unter anderem folgende (Sub-)Biome:

Der Biom-Begriff wurde für festländische (terrestrische) Biozönosen entwickelt und wird bis heute hauptsächlich für solche Bereiche der Erdoberfläche verwendet. Erst in jüngerer Zeit wurden auch aquatische Biome ausgewiesen.
Ursprünglich geht der Biom-Begriff auf Forschungsansätze der Biowissenschaften zurück. Der mehr geowissenschaftlich geprägte Begriff „Ökoregion“ weist eine sehr große inhaltliche Ähnlichkeit zu Biom auf und wird daher heute oftmals synonym verwendet. Das Gleiche gilt für die geozonalen Ableitungen „Zonobiom“ und „Ökozone.

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