Wildgetreide
Wildgetreide sind nicht gezüchtete, sondern wild wachsende Süßgräser (Poaceae), deren Körner wie unser heutiges Getreide (Weizen, Gerste, Hirse usw.) als Nahrungsquelle dienen und schon lange vor dem Ackerbau genutzt wurden. Man kann sich darunter die ursprünglichen, noch nicht domestizierten Vorfahren unserer heutigen Getreidearten vorstellen, deren Körner von Menschen gesammelt oder nur sehr einfach angebaut wurden. Wildgetreide wurde schon vor 32.000 Jahren als Nahrungsmittel verwendet, damals das Wildeinkorn.
Aus dem Wildgetreide wurde über Jahrtausende hinweg durch Selektion das heutige Hochleistungsgetreide gezüchtet. Wildgräser wachsen auch heute noch ohne menschliches Zutun, vor allem im sogenannten „Fruchtbaren Halbmond“ (Naher Osten).
Getreideanbau und -zucht wurden - im Nahen Osten für Einkorn und Gerste agrargeschichtlich belegt - bereits vor mehr als 10.000 Jahren praktiziert.