Palmengewächse
Die Palmengewächse oder Palmen (Arecaceae oder Palmae) sind eine Familie der Ordnung der Palmenartigen (Arecales) innerhalb der Monokotyledonen (Einkeimblättrigen Pflanzen). Verwandte Arten waren schon vor etwa 70 Millionen Jahren in der Kreidezeit weit verbreitet. Die Familie enthält 183 Gattungen mit etwa 2600 rezenten Arten.
Palmengewächse gehören zu den Einkeimblättrigen, wachsen meist in den Tropen und Subtropen und sind an ihren unverzweigten Stämmen und den großen fächer- oder fiederförmigen Blättern gut zu erkennen.
Palmen sind im biologischen Sinne keine Bäume! Da ihnen das dafür notwendige Wachstumsgewebe (das sogenannte Kambium) fehlt, können sie kein echtes Holz und keine Jahresringe bilden. Ihr Stamm wächst also nicht im Laufe der Jahre in die Breite, sondern behält von Anfang an fast denselben Durchmesser. Er besteht stattdessen aus extrem robusten, flexiblen Faserbündeln, die der Palme ihre enorme Elastizität bei tropischen Stürmen verleihen.
Typische Merkmale
- Meist ein einzelner, nicht oder nur wenig verzweigter Stamm.
- Palmenblätter werden als "Wedel" bezeichnet. Sie sind entweder fächerförmig (wie bei der Hanfpalme) oder gefiedert (wie bei der Kokos- oder Dattelpalme).
- Nahezu alle Palmen haben nur einen einzigen Wachstumspunkt an der Spitze des Stammes – das sogenannte Palmenherz. Aus diesem treiben kontinuierlich neue Wedel aus, während die älteren unten vertrocknen und abfallen. Wird dieser Vegetationskegel zerstört, stirbt die gesamte Palme.
- Blüten oft eingeschlechtlich.
- Früchte je nach Art als Beeren, Steinfrüchte oder harte Samen. Die bekanntesten Nutzpflanzen unter den Palmen liefern uns Kokosnüsse, Datteln oder Palmöl.
Beispiele und Bedeutung
Zu den bekannten Palmengewächsen gehören etwa Dattelpalmen und Kokospalmen. Viele Arten sind für den Menschen nützlich, zum Beispiel als Nahrungs-, Bau- oder Zierpflanzen.
Nahrungsmittel
Die Früchte von rund 100 Palmenarten sind essbar (Dattelpalmen, Palmyrapalme), von anderen deren Samen (Kokosnuss, Betelnuss, Palmyrapalme). Den essbaren Vegetationskegel bezeichnet man als Palmherz, aus dem Mark des Stammes einiger Arten lässt sich Sago gewinnen. Im indomalayischen Raum hat die Sagopalme eine große Bedeutung als Stärkelieferant. Der Saft von Palmen – vor allem der Zuckerpalme – wird zur Herstellung von Getränken benutzt, aus ihm kann auch Zucker gewonnen werden. Durch Gärung entsteht Palmwein. Auch durch die Vergärung von Fruchtfleisch lassen sich Getränke herstellen. Wenige Palmenblüten locken Bienen an, Palmhonig ist daher eigentlich ein Palmsirup und wird nicht von Bienen produziert, sondern entsteht durch Einkochen des Palmensaftes, vergleichbar mit Ahornsirup. Als wirtschaftlich bedeutender Ölproduzent wird die aus Afrika stammende Ölpalme mittlerweile weltweit in den Tropen kultiviert.
Weitere Nutzung
In vielen Ländern sind Palmenarten das Grundmaterial für den Hausbau, wobei deren Stämme wie Holz und die wasserabweisenden Blätter für die Dach-Eindeckung genutzt werden. Aus Rotangpalmen (Calamus) werden Rattan-Möbel hergestellt.
Palmenarten werden sowohl als Stilelement zur Vermittlung eines südländischen Eindrucks in öffentlichen Grünanlagen und Gärten genutzt wie auch als Zimmerpflanzen.
In regenarmen Gebieten werden sie zum Stabilisieren des Bodens an Böschungen und (evtl. bewässerten) Grünanlagen verwendet. Sie sind auch wesentlich unempfindlicher gegen Windbruch als Laubbäume, sodass sie gut an windexponierten Stellen gedeihen können.