Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Natur

Natur ist die Gesamtheit dessen, was aus sich selbst heraus entstanden ist und nicht unmittelbar vom Menschen geschaffen wurde. Dazu gehören sowohl die belebte Natur – etwa Pflanzen, Tiere, Pilze und Mikroorganismen – als auch die unbelebte Natur, beispielsweise Gesteine, Wasser, Luft, Klima und Landschaftsformen.

Der Begriff "Natur" hat Bedeutung nur in abgrenzender Gegenüberstellung zu einem anderen Begriff, wobei seine Bedeutung mit dem Gegenbegriff – etwa "Kultur", "Technik", "Gesellschaft", "Kunst", "Vernunft" – variiert.

Bedeutungsvielfalt

Der Begriff „Natur“ wird in verschiedenen Zusammenhängen unterschiedlich verwendet:

Natur und Mensch

Die verbreitete Gegenüberstellung von Natur und Kultur ist nützlich, aber nicht vollkommen. Menschen sind selbst Lebewesen und damit Teil der Natur; zugleich verändern sie ihre Umwelt durch Landwirtschaft, Siedlungen, Technik und Wirtschaft. Deshalb gibt es heute kaum noch Landschaften, die völlig unbeeinflusst sind. Ein bewirtschafteter Acker oder eine traditionelle Kulturlandschaft ist also keine „reine“ Natur, enthält aber natürliche Prozesse und ökologische Strukturen.

Natur und Landwirtschaft

Natur und Landwirtschaft sind eng miteinander verknüpft. Eine intakte Natur bietet der Landwirtschaft lebenswichtige Grundlagen wie gesunde Böden, sauberes Wasser und Bestäuber. Gleichzeitig prägt die Bewirtschaftung der Flächen die Kulturlandschaft und fördert oder beeinträchtigt die Artenvielfalt.

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