Lärchweide
Lärchweiden sind traditionelle Kulturlandschaften in alpinen Regionen, vor allem in den Alpen. Sie zeichnen sich durch einen lockeren Baumschirm aus Europäischer Lärche (Larix decidua) aus, der zu 10-30% der Fläche bedeckt und darunter liegende Weideflächen für Viehbeweidung schützt. Lärchweiden fördern vielfältige Pflanzengesellschaften und sind ökologisch wertvoll als extensive Grünlandbiotope. Sie kommen häufig auf steilen, peripheren Hängen vor, etwa im Toten Gebirge oder Dachsteingebiet.
Lärchweiden sind vorwiegend durch entfernen der Fichte aus ehemaligen Lärchen-Fichten-Wäldern entstanden. Die aufgelockerte Baumschicht wird von der sommergrünen Lärche gebildet. Dadurch kann viel Licht die Bodenoberfläche erreichen. In der Krautschicht überwiegen Arten der Bergfettwiesen und Bergfettweiden, Arten der subalpinen Hochstauden sowie Magerrasen- und Waldarten. Sie bilden häufig eine relativ gute Weidefläche. Der Futterertrag und die Futterqualität sind viel höher als in Fichtenwaldweiden.Die Lärchweiden ermöglichen eine sinnvolle landwirtschaftliche Mehrfachnutzung. Sie dienen als Weide und liefern gleichzeitig Bau- und Brennholz. Die Lärchweiden haben vor allem im Herbst, wenn sich die Nadeln der Lärche goldgelb verfärben, einen hohen landschaftsästhetischen Wert.
Allerdings ist die Pflege der Lärchweiden aufwendig. Die Weiden müssen jährlich von herabfallenden Ästen und aufkommenden Jungbäumen gesäubert werden. Ohne Pflege können sie in dichte Wälder übergehen, was ihre Biodiversität mindert.
Wiederherstellen und Erhaltung von Lärchweiden
Durch ihren Mehrfachnutzen ist die Lärchweide kulturhistorisch in vielen Regionen von besonderer Bedeutung. Die Stämme wurden als Bau- und Zaunholz und die Äste als Brennholz genutzt. Das feine Astwerk und die Nadelstreu wurden als Einstreu für die Tiere verwendet. Die Grasnarbe wurde beweidet oder gemäht. Lärchweiden zeichnen sich durch eine besonders hohe Biodiversität aus und prägen durch ihren halboffenen Charakter in einer besonderen Form das Landschaftsbild der Almen.
Auch übernimmt die Lärche eine wichtige Funktion zur Stabilisierung wechselfeuchter und damit häufig trittempfindlicher Böden in Hanglagen.
Heute sind viele Lärchweiden durchwachsen oder überaltert. Im Rahmen von Naturschutzplänen auf der Alm wird ihre Erhaltung und Wiederherstellung verschiedentlich gefördert. Der Almbewirtschafter entfernt die jungen Fichten, achtet auf die Naturverjüngung der Lärchen und säubert die Lärchweiden jedes Frühjahr von herabfallenden Ästen. Neben der Wiederherstellung von Lärchweiden wird die gezielte Pflanzung von Einzelbäumen oder Baumgruppen bis hin zur flächigen Neuanlage von Lärchweiden auf trittbelasteten Standorten gefördert.