Herde
Als (Tier)Herde bezeichnet man überwiegend eine Ansammlung großer Säugetiere und auch großer Laufvögel derselben Art, die zusammenleben, gemeinsam umherziehen und ein ausgeprägtes Sozialsystem haben.
Die Bezeichnung ist unabhängig davon, ob es sich um Wildtiere oder um Haustiere handelt. Der Begriff wird vor allem für Huftiere (wie Kühe, Schafe, Ziegen, Pferde, Hirsche oder Elefanten) verwendet. Bei anderen Tiergruppen nutzt man oft eigene Begriffe, wie zum Beispiel Rudel bei Wölfen oder Hunden, Schwarm bei Vögeln oder Fischen und Rudel/Kolonie bei Erdmännchen.
Merkmale einer Herde
- Gemeinsamer Schutz:
In der Herde gilt das Prinzip „Sicherheit durch Masse“. Fressfeinde werden schneller entdeckt, und Einzelne werden seltener als Beute herausgegriffen. - Soziale Struktur:
Herden sind meist keine zufälligen Gruppen. Oft gibt es eine klare Rangordnung oder Führungstiere (wie die Leitkuh bei Kühen oder eine erfahrenere Elefantenkuh). - Gemeinsames Verhalten:
Die Tiere fressen, ruhen und wandern meist synchron im gleichen Rhythmus.
Beweidung durch Herdentiere
In verschiedenen Wirtschaftsformen wie der Weidewirtschaft, Almwirtschaft und Fernweidewirtschaft macht sich der Mensch das durch den Sozialinstinkt dieser Tiere bedingte Herdenverhalten zunutze, um die Tiere gemeinsam in Herden zu halten, zu züchten und die gemeinsamen Wanderungen von einem Weidegrund zum nächsten oder auch zurück zu den Stallungen zu lenken. Bei zu großen Herden oder zu langem Aufenthalt im selben Weidegebiet besteht die Gefahr der Überweidung. Zum Schutz wie auch der Bewegung von Herden, insbesondere von Schafen, werden auch Hütehunde verwendet.