Ginseng
Ginseng (Panax ginseng), auch Asiatischer Ginseng oder Chinesischer und Koreanischer Ginseng genannt und trivial unter anderem als Gilgen, Samwurzel oder Kraftwurzel bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Familie der Araliengewächse (Araliaceae). Sie kommt hauptsächlich in Gebirgs- und Waldregionen im nördlichen Korea, im nordöstlichen China und im südöstlichen Sibirien vor. Zur Gewinnung der Wurzeln als Basis für die Erzeugung von medizinisch-pharmazeutischen Produkten wird sie weltweit kultiviert. Neben dieser ostasiatischen Art werden weitere Arten der Gattung Panax (z. B. Chinesischer Ginseng: Panax pseudoginseng bzw. Panax notoginseng) und einige gattungsfremde Pflanzenarten trivial ebenfalls als Ginseng bezeichnet.
Ginseng ist eine der bekanntesten Heilpflanzen der Welt und wird seit Jahrtausenden vor allem in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) geschätzt. Botanisch gehört er zur Gattung Panax, was übersetzt so viel wie „Allheilmittel“ bedeutet (vom griechischen pan für alles und axos für Heilung)
Beschreibung
Ginseng wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von etwa 30 bis 60 cm. Der „Wurzelstock“ besteht meist aus ein bis zwei Bündeln spindelförmiger oder zylindrischer Wurzeln. Der aufrechte Stängel ist rund und kahl.
Verbreitung
Ginseng besiedelt Mischwälder und sommergrüne Laubwälder in den nordöstlichen chinesischen Provinzen Heilongjiang, Jilin, Liaoning, weiters den Norden Koreas und den südlichsten Teil der russischen Region Primorje. Darüber hinaus wird die Art in gemäßigten Zonen mehrerer Kontinente kultiviert. Innerhalb seines natürlichen Verbreitungsgebiets ist er die einzige Art der Gattung, nur selten kommt hier heute auch der kultivierte und verwilderte Panax quinquefolius (als Neophyt) vor.
Anbau
Schon früh nutzten die Koreaner den in der Wildnis ausgegrabenen Ginseng zu medizinischen Zwecken. Versuche zur Kultivierung von Ginseng in Korea begannen um 11 v. Chr. durch Verpflanzungen von Wildginseng. Diese setzten sich um 1122 n. Chr. mit Versuchen der Vermehrung aus gewonnenen Samen fort.
Heutzutage wird Ginseng in Plantagen angebaut. Der Ginsenganbau ist mühsam und erfordert neben den notwendigen Kenntnissen vor allem Geduld. Die Saat findet im Herbst statt. Auf dafür geeigneten Böden wird die Pflanze unter Abdeckungen gezogen, die vor der Sonne schützen – wilder Ginseng wächst ausschließlich in schattigen Wäldern. Der Anbau erfolgt auch heutzutage hauptsächlich von Hand. Ein koreanisches Sprichwort sagt, der Ginseng möchte ständig die Schritte des Bauern hören. Dies deutet auf die arbeits- und zeitintensive Pflege des wachsenden Ginsengs hin.
Die Kultivierung von Ginseng in Plantagen war eine Folge des vermehrten Bedarfs und der Verknappung der Bestände und erfolgte vorerst in den Ursprungsländern Korea, den chinesischen Provinzen Hebei und Shanxi sowie im russischen Primorje. Heute wird Ginseng auf mehreren Kontinenten in Ländern der gemäßigten Zonen wie Japan, im Kaukasus, in Australien und Mitteleuropa angebaut.
Anfang der 1980er Jahre wurde mit dem Ginsenganbau in Deutschland begonnen. In der Lüneburger Heide bei Walsrode-Bockhorn gelang es, echten koreanischen Ginseng zu kultivieren. Im brandenburgischen Gräfendorf wird Ginseng seit Beginn der 2000er Jahre angebaut. In der Schweiz wird Ginseng 'biologisch' angebaut.
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