Archivboden
Böden sind Zeugen der Natur- und Kulturentwicklung einer Landschaft. Ein Boden, der solche Merkmale besonders ausgeprägt aufweist, wird als Archivboden bezeichnet. In ihm spiegeln sich Einzigartigkeit und Unersetzbarkeit wider. Dieses Zeugnis der Entwicklung wird durch
- Klima
- Relief
- Ausgangsgestein
- Dauer der Bodenentwicklung und
- die menschliche Nutzung
geprägt und wirkt sich auf die Bodeneigenschaften und -merkmale aus. Solche Merkmale sind oft bis in die Gegenwart zu erkennen, obwohl ihre Entstehung lange zurückliegt.
Besonders wertvolle Archive der Naturgeschichte und Beispiele für seltene Bodenbildungen sind Böden,
- die die während der Bodenbildung vorherrschenden Umweltbedingungen wie Klima und Vegetation besonders aufschlussreich widerspiegeln; das heißt, wenn sie die Relikte einer heute nicht mehr ablaufenden Bodenentwicklung verkörpern, zum Beispiel bei der Eiskeilbildung,
- die Umweltereignisse dokumentieren, z.B. Waldbrände oder vulkanische Aktivität,
- die einen sehr mächtigen humosen Oberboden aufweisen, der unter steppenhaften Bedingungen entstanden ist, beispielsweise bei Schwarzerden.
Kulturgeschichtlich wichtige Archivfunktionen erfüllen Böden,
- die durch historische Agrarnutzungen, beispielsweise Wölbäcker, Plaggenesche oder Hohlwege geprägt sind,
- die in historischen Bergbaugebieten liegen,
- die alte Handwerksplätze wie Kohlenmeiler belegen,
- die Zeichen frühgeschichtlicher Besiedlung beinhalten oder
- Grabstätten (zum Beispiel Hügelgräber).
Weitere Informationen:
- Archiv der Kulturgeschichte (Kuratorium Boden des Jahres)
- Archivböden (LABO 2011)