abplaggen
Unter 'abplaggen' versteht man den in Heidegebieten früher verbreiteten Abtrag der gesamten Vegetationsschicht (Heide und Gras) und der Rohhumusauflage, teilweise inklusive eines dünnen Anteils obersten Schicht des Mineralbodenhorizontes, gesamthaft als 'Plaggen' bezeichnet. Dies geschah üblicherweise mit einer sogenannten Plagghacke. Die Plagge wurde zunächst als Einstreu in Ställen, danach als Dünger für nährstoffarme Böden genutzt.
Dies ist eine alte Art der Heidepflege bzw. -nutzung, die heute nicht mehr angewendet wird.
Heute bezweckt man mit der Pflegemaßnahme „Plaggen“ etwas ganz anderes als vor einigen Jahrhunderten. Es geht nicht mehr um eine Nutzung, sondern um die Erhaltung einer alten Kulturlandschaft.
Fachliche Begründung für die Entscheidung zum Plaggen
Neben der allgemeinen Begründung der Rückführung vergraster Flächen zu vitalen Heiden, werden Plaggflächen auch angelegt, um Pionierstadien und Offenboden in den Heiden zu erhalten.
Neben vielen anderen Arten profitieren Grab- sowie Wegwespen, Ödlandschrecken, Kreuzottern, Zauneidechsen und Steinschmätzer von den entstehenden Offensandbereichen.
Arten mit geringer Konkurrenzkraft und/oder langen Entwicklungszeiten, wie zum Beispiel Bärlappe, viele Erdflechten und Moose, können durch tiefes Plaggen gefördert werden.