Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Mähwiese

Eine Mähwiese ist durch regelmäßigen Schnitt entstandenes Kulturgrünland, das im Waldklima Mitteleuropas ohne Mitwirkung des Menschen nicht existieren würde. Es dominieren auch hier wie in natürlichen Trockenrasen und Magerrasen wuchs- und regenerationskräftige Hemikryptophyten. Man unterscheidet extensive ein- bis zweischürige, in der Regel ungedüngte bzw. wenig gedüngte Mähwiesen von den intensiv genutzten, stark gedüngten mehrschürigen Wiesen. In ein- bis zweischürigen Wiesen dominieren hohe Obergräser und Stauden. Je öfter die Wiese gemäht wird, um so höher ist der Anteil niedrigwüchsigerer Arten. In allen mehr als einmal gemähten Wiesen wechseln sich "Hochstände" mit "Tiefständen" der Wiesen ab. Überleben können nur solche Arten, die sich in diesen Rhythmus einpassen können.

Magere Flachland-Mähwiesen sind ein durch die FFH-Richtlinie geschützter Lebensraumtyp. Gemeinsam mit den selteneren Berg-Mähwiesen, einem nah verwandten Lebensraumtyp der FFH-Richtlinie, werden sie gemeinhin als FFH-Mähwiesen bezeichnet. FFH-Mähwiesen nehmen bei unterschiedlicher räumlicher Verteilung knapp 4 % des bundesweiten Dauergrünlands ein.

In den kühl-feuchten Lagen der deutschen Mittelgebirge ab einer Höhenlage von etwa 500 bis 600 Metern und in den Alpen werden die Flachland-Mähwiesen von den Berg-Mähwiesen abgelöst.

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