Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Integriertes Wasserressourcen-Management (IWRM)

Integriertes Wasserressourcenmanagement (IWRM) ist ein Prozess, der die koordinierte Entwicklung und Bewirtschaftung von Wasser, Land und damit verbundenen Ressourcen fördert, um den daraus resultierenden wirtschaftlichen und sozialen Wohlstand auf gerechte Weise zu maximieren, ohne die Nachhaltigkeit lebenswichtiger Ökosysteme zu beeinträchtigen.

Die Grundlage des IWRM ist, dass die vielen verschiedenen Verwendungszwecke endlicher Wasserressourcen voneinander abhängig sind. Ein hoher Bewässerungsbedarf und verschmutzte Abwässer aus der Landwirtschaft führen dazu, dass weniger Süßwasser für Trinkwasser oder industrielle Zwecke zur Verfügung steht; kontaminierte kommunale und industrielle Abwässer verschmutzen Flüsse und bedrohen Ökosysteme; wenn Wasser zum Schutz der Fischerei und der Ökosysteme in einem Fluss verbleiben muss, kann weniger Wasser für den Anbau von Nutzpflanzen umgeleitet werden. Es gibt noch viele weitere Beispiele für das Grundprinzip, dass die unregulierte Nutzung knapper Wasserressourcen verschwenderisch und von Natur aus nicht nachhaltig ist.

IWRM trägt zum Schutz der Umwelt weltweit, zur Förderung des Wirtschaftswachstums und einer nachhaltigen landwirtschaftlichen Entwicklung, zur Förderung der demokratischen Teilhabe an der Regierungsführung und zur Verbesserung der menschlichen Gesundheit bei. Weltweit beginnen Wasserpolitik und -management, die grundlegende Vernetzung der hydrologischen Ressourcen widerzuspiegeln, und IWRM entwickelt sich zu einer akzeptierten Alternative zum sektoralen, von oben nach unten gerichteten Managementstil, der in der Vergangenheit vorherrschte.

Die integrierte Wasserbewirtschaftung ist ein sektorübergreifender politischer Ansatz, der den traditionellen, fragmentierten sektoralen Ansatz für Wasserressourcen und -bewirtschaftung ersetzen soll, der zu schlechten Dienstleistungen und einer nicht nachhaltigen Ressourcennutzung geführt hat. IWRM basiert auf dem Verständnis, dass Wasserressourcen ein integraler Bestandteil des Ökosystems, eine natürliche Ressource und ein soziales und wirtschaftliches Gut sind.

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