Desilifizierung
Unter Desilifizierung (auch Entkieselung genannt) versteht man in der Geologie und Bodenkunde einen chemischen Verwitterungsprozess, bei dem Siliziumdioxid (SiO2, Kieselsäure) aus dem Boden oder Gestein gelöst und abtransportiert wird. Die Desilifizierung ist damit ein Teilprozess der Ferralitisierung, der zur Bildung des Ferralits bzw. Ferralsols führt. Betroffen sind vor allem Böden der Tropen und Subtropen, da die Mobilisierung und Löslichkeit von Kieselsäure im Verlauf der Silikatverwitterung temperaturabhängig ist und mit der Temperatur an Intensität zunimmt.
Die Folgen für den Boden
Wenn Kieselsäure den Boden verlässt, ändern sich die chemische Zusammensetzung und die Farbe drastisch:
- Anreicherung von Oxiden:
Da das Silizium verschwindet, bleiben schwer lösliche Eisenoxide (Hämatit, Goethit) und Aluminiumoxide (Gibbsit) zurück. - Farbwechsel:
Die Eisenanreicherung verleiht dem Boden seine charakteristische tiefrote oder gelbe Farbe. - Geringe Fruchtbarkeit:
Da die Silikate, die normalerweise Nährstoffe speichern könnten, abgebaut sind, sind desilifizierte Böden meist sehr nährstoffarm.