Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Verdorfung

Als Verdorfung bezeichnet man den Prozess der Verdichtung von Kleinsiedlungen (Einzelhöfe und Weiler) zu Dörfern während der Dorfgenese im Hochmittelalter.

Dabei erfolgte eine Umstrukturierung der Siedlungstopographie, indem eine ältere Streusiedlungsweise von einer geschlossenen Ortslage abgelöst wurde, z. B. also einzelne Weilersiedlungen durch eine Konzentration zum Dorf und vom Personenverband zum Gebietsverband, also zur Gemeindebildung. Gleichzeitig erfolgte eine Vergetreidung und eine Verzelgung mit Gewannflurbildung.

Der gegenläufige Prozess ist die Vereinödung, bei der Dörfer zugunsten von Einzelhöfen aufgelöst wurden (v.a. im Allgäu seit dem 16. Jh.). Oft wurde damit auch die Reduzierung der Brandgefahr angestrebt.

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