Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Landschaftshaushalt

Der Begriff Landschaftshaushalt steht für den Ein- und Austrag sowie die vertikalen und lateralen Transporte von Energie, Wasser und Stoffen in einem Gebiet einschließlich der dabei stattfindenden Stoffumwandlungsprozesse.

Diese Prozesse werden in ihren Abhängigkeiten von der geoökologischen Struktur (Relief, Boden, Vegetation, Gesteinsuntergrund) und der Nutzung betrachtet. Wichtig sind dabei Wechselwirkungen zwischen den Prozessen selbst und ihren beeinflussenden Faktoren. Die kleinste räumliche Einheit des Landschaftshaushaltes ist das lokale Einzugsgebiet.

Auch ganze Landschaftsräume können im oben definierten Sinne haushaltlich betrachtet werden; allerdings ändern sich mit größer werdendem Bezugsraum Art und Umfang der betrachteten Prozesse. Auf regionaler Ebene treten anstelle des differenzierter aufgeschlüsselten Landschaftshaushaltes regionale Wasser- und Stoffbilanzen. Die wichtigsten Prozesse des Landschaftshaushalts sind:

Der Begriff Landschaftshaushalt umfasst auch das Beziehungs- und Wirkungsgefüge zwischen Lebewesen und Geoökofaktoren in einer Landschaft und zwischen benachbarten Landschaftsräumen. Aufgrund von anthropogenen Eingriffen in die Landschaft kann der Landschaftshaushalt nicht mehr als Naturlandschaft bezeichnet werden.

Die quantitative Darstellung des Landschaftshaushaltes ist die Aufgabe der Landschaftsökologie.

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