Landschaftshaushalt
Der Begriff Landschaftshaushalt steht für den Ein- und Austrag sowie die vertikalen und lateralen Transporte von Energie, Wasser und Stoffen in einem Gebiet einschließlich der dabei stattfindenden Stoffumwandlungsprozesse.
Diese Prozesse werden in ihren Abhängigkeiten von der geoökologischen Struktur (Relief, Boden, Vegetation, Gesteinsuntergrund) und der Nutzung betrachtet. Wichtig sind dabei Wechselwirkungen zwischen den Prozessen selbst und ihren beeinflussenden Faktoren. Die kleinste räumliche Einheit des Landschaftshaushaltes ist das lokale Einzugsgebiet.
Auch ganze Landschaftsräume können im oben definierten Sinne haushaltlich betrachtet werden; allerdings ändern sich mit größer werdendem Bezugsraum Art und Umfang der betrachteten Prozesse. Auf regionaler Ebene treten anstelle des differenzierter aufgeschlüsselten Landschaftshaushaltes regionale Wasser- und Stoffbilanzen. Die wichtigsten Prozesse des Landschaftshaushalts sind:
- Strahlungs- und Wärmehaushalt der verschiedenen Oberflächen,
- Speicherung und Umsetzung von Wasser im Boden,
- Wasserbilanz der verschiedenen Nutzungseinheiten oder Ökotope,
- autochthone Luftströmungen,
- Wassererosion und Winderosion,
- Oberflächenabfluss und damit verlagerte Stoffe einschließlich Stofftransporte in die Oberflächengewässer,
- vertikale Stoffverlagerung von der Bodendecke in den Untergrund,
- Nähr- und Schadstoffverteilung in der Landschaft und deren Folgewirkungen auf Vegetation und Nutzung.
Der Begriff Landschaftshaushalt umfasst auch das Beziehungs- und Wirkungsgefüge zwischen Lebewesen und Geoökofaktoren in einer Landschaft und zwischen benachbarten Landschaftsräumen. Aufgrund von anthropogenen Eingriffen in die Landschaft kann der Landschaftshaushalt nicht mehr als Naturlandschaft bezeichnet werden.
Die quantitative Darstellung des Landschaftshaushaltes ist die Aufgabe der Landschaftsökologie.