Peublierung
Peuplierung bezeichnet die planmäßige Besiedlung eines un- oder dünn besiedelten Gebiets. Historisch wurde der Begriff besonders für die Bevölkerungspolitik des 17. und 18. Jahrhunderts verwendet: Herrscher warben gezielt Siedler an, um durch eine höhere Bevölkerungszahl Wirtschaft, Steueraufkommen und staatliche Macht zu stärken. Der Begriff ist über französisch peuple ‚Volk‘ von lateinisch populus abgeleitet.
Motivation und Maßnahmen
Seit der Gründung von Staatswesen wurde Peuplierung häufig von Regierungen beschlossen. Je nach politischem System und äußeren Bedingungen wurden die Betroffenen auf unterschiedliche Weise zur Umsiedelung gebracht:
Zwang: Die Umsiedelung in die zu besiedelnden Gebiete wird befohlen oder Menschen werden gewaltsam dorthin transportiert, mitunter auch als Strafe. Beispiele: Besiedelung der Region Sibirien oder der Strafkolonie Australien.
Einräumung von Rechten: Ausländische Flüchtlinge oder auch Sträflinge erhalten Bürgerrechte, wenn sie sich in dem angewiesenen Gebiet ansiedeln oder es wurde Religionsfreiheit gewährt. Beispiel: Zuwanderung von Juden und Hugenotten in die Ostgebiete Preußens, die Besiedlung der Militärgrenze des Habsburgerreiches.
Soziale und wirtschaftliche Anreize: Die Bewohner des zu bevölkernden Gebietes erhalten Prämien, Steuervorteile oder besondere Sozialleistungen, um freiwillige Umzüge zu befördern. Beispiel: In Skandinavien wird in den dünn besiedelten, aber rohstoffreichen Nordregionen besonders viel Geld für Sozialleistungen bereitgestellt.