Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Maische

Als Maische bezeichnet man das feuchte Ausgangsgemisch aus zerkleinerten festen Rohstoffen und Flüssigkeit, das bei der Produktion von alkoholischen Getränken durch Gärung oder Mälzung entsteht. Der Begriff hat je nach Herstellungsart unterschiedliche Bedeutungen:

1. Bei der Weinherstellung

In der Kellerei ist Maische der dickflüssige Brei aus Fruchtfleisch, Schalen, Kernen und Saft, der beim sanften Quetschen der Weintrauben entsteht.

2. Beim Bierbrauen (Maischen)

In der Brauerei ist das Maischen der erste, enzymatische Schritt des Brauprozesses. Hierbei wird geschrotetes Malz (gekeimtes Getreide) mit warmem Wasser vermischt. Durch genau definierte Temperaturstufen (Rasten) lösen malzeigene Enzyme die Stärke aus dem Getreide und spalten diese in vergärbaren Malzzucker auf. Anschließend wird die Maische geläutert, um den festen Treber von der zuckerhaltigen Würze zu trennen.

3. Bei der Herstellung von Spirituosen (Obst- und Getreidemaische)

Zur Herstellung von Schnäpsen, Whisky oder Rum versteht man unter Maische den gärfähigen Brei.

Verwertung der Nebenprodukte

Nebenprodukt Typische Verwertung Einordnung
Treber / Biertreber Futtermittel, Trocknung zu Pellets, teilweise Lebensmittelzusatz nach Aufbereitung Sehr häufig genutzt
Maiskeime Ölgewinnung, Extraktionskuchen als Futter Höherwertige stoffliche Nutzung
Flüssige Nebenströme / Maischwasser Biogas, technische Weiterverarbeitung, teilweise Prozesswasser-Nutzung Vor allem energetisch oder intern rückgeführt
CO2 aus der Gärung Abscheidung und Nutzung in Technik/Industrie oder Emissionsminderung Gasförmiges Nebenprodukt
Reststoffe mit Zucker/Protein/Faser Extraktion wertvoller Inhaltsstoffe, Biotechnologie, Futter Bioökonomische Nutzung
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