Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Maisalm

Maisalmen sind eine historische, nicht mehr gebräuchliche Nutzungsform, vornehmlich im Chiemgau. Sie basierten auf der zeitlich begrenzten Erlaubnis zur Bestoßung frischer Holzschläge. Die Rinder hielten das Gras kurz, so dass die jungen Bäume genug Licht bekamen. Mit dem Zuwachsen der Lichtungen verschwanden die Maisalmen in der Regel wieder. Man zog weiter zum nächsten Holzschlag. Meist blieben kaum Spuren zurück. Holzknechte verwendeten die ehemaligen Kaser vielleicht noch als Stuben, wobei es vermutlich auch den umgekehrten Fall der Umnutzung einer Holzstube zur Almhütte gab.

"Mais" ist eine alte Bezeichnung für einen Kahlschlag. Es war üblich, dass nach einer Hiebsmaßnahme im Forst den Bauern erlaubt wurde, für einige Jahre ihr Vieh dort einzutreiben. 1829 hieß das Gebiet "Haindorfer Mais".

Der Begriff stammt aus dem Chiemgau und ist abgeleitet von Moaß "Kahlhieb" (mhd. meizen "schlagen").

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