Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Kaskadennutzung

Kaskadennutzung, auch Mehrfachnutzung, beschreibt die Strategie, Rohstoffe oder daraus hergestellte Produkte über mehrere Stufen im Wirtschaftssystem zu nutzen. Dabei werden Nutzungskaskaden durchlaufen, die vom hohen Wertschöpfungsniveau schrittweise in tiefere Niveaus münden.

Auf diese Weise soll eine besonders nachhaltige und effektive Nutzung sowie eine Einsparung beim Rohstoffeinsatz von Rohstoffen erreicht werden, Rohstoffe oder daraus hergestellte Produkte werden so lange wie möglich im Wirtschaftssystem genutzt und die Wertschöpfung insgesamt erhöht, sowie die Umweltwirkung weiter verbessert.

Im Regelfall umfasst eine Nutzungskaskade dabei eine einfache bis mehrfache stoffliche Nutzung mit abnehmender Wertschöpfung sowie eine abschließende energetische Nutzung oder eine Kompostierung des Rohstoffs. Durch eine Kaskadennutzung können sowohl ökologische wie ökonomische Vorteile wie eine geringere Belastung der Umwelt, Einsparung von Treibhausgasen, geringere Kosten und höhere Wertschöpfungen erreicht werden.

Die Kaskadennutzung wird sowohl bei etablierter Rohstoffbasis in der Petrochemie wie auch bei der Verwendung von nachwachsenden Rohstoffen diskutiert. Beispiele für Kaskadennutzung sind etablierte und neuartige Recyclingketten oder die Nutzung von Ersatzbrennstoffen zur Energiegewinnung. Im Bereich der nachwachsenden Rohstoffen ist z.B. zunächst eine stoffliche Nutzung von Holz oder Biokunststoffen als Industrierohstoff und anschließend in der Energieerzeugung möglich.

Die Kaskadennutzung wird unterschieden von der Koppelnutzung, die neben der Nutzung eines Hauptrohstoffs bzw. -produkts auch die Nutzung von Nebenprodukten vorsieht.

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