Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Gummi

In der Botanik werden als Gummi  (Mz. Gummen) bestimmte Pflanzensäfte (Exsudate) bezeichnet, die aus verletzten Stellen austreten. Diese Dispersionen enthalten verschiedene Heteropolysaccharide und andere Stoffe, die an der Luft mehr oder weniger elastisch erhärten und in Verbindung mit Wasser klebrige Lösungen bilden.

In der Natur dient Gummi dem Schutz des Baumes, denn es dichtet verletzte Stellen vor Krankheitsbefall ab. Beispiele für Gummen sind Gummi arabicum (Harz afrikanischer Akazienarten), Traganth und Karayagummi. Einige Gummen werden als Emulgatoren oder Verdickungsmittel für Lebensmittel oder Kosmetika verwendet.

In der Technik werden als Gummi (Mz. Gummis) die Vulkanisate von Natur- und Synthesekautschuken bezeichnet. Durch Vulkanisation entstehen elastische und relativ strapazierfähige (Weich-)Gummis, die Elastomere. Ein sehr hoher Vulkanisationsgrad von Kautschuken führt jedoch zu Duroplasten. Diese nichtelastischen, starren Stoffe werden gelegentlich als Hartgummis oder Ebonite bezeichnet.

Gummi in diesem zweiten Sinne ist ein weites, elastisches Polymer, das sich bei Zug dehnt und in seine ursprüngliche Form zurückkehrt. Verwendung findet es in Reifen, Dichtungen, Schläuchen und als Dämpfungsmaterial.

Wichtige Fakten zu Gummi:

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