Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Faschinen

Faschinen (von lat. fascis; ital. fascio ‚Bündel‘, ‚Bund‘) sind mit Draht gesicherte, walzenförmige Reisig- bzw. Rutenbündel von einigen Metern Länge und mit einer Stärke bis zu 50 cm. Sie werden in erster Linie zur Abwehr von Erosionserscheinungen bzw. Böschungsbrüchen genutzt.

Ferner kommen Faschinen bei der Landgewinnung im Watt beim Bau der Lahnungen zum Einsatz, um durch Beruhigung der Strömungen die durch die Gezeiten im Wasser transportierten Schwebstoffe zur Sedimentation und Aufschlickung zu bringen. Auch finden sie im Wasserbau zur Strukturverbesserung an Ufer- oder Gewässersohlenbefestigungen Anwendung,

Bis in die Neuzeit hinein kamen sie als Teil von Knüppeldämmen im Wegebau auf sumpfigem Untergrund zum Einsatz.

Im militärischen Einsatz wurden Faschinen z.B. zur Abstützung von Wänden in Laufgräben, insbesondere im 1. und 2. Weltkrieg, aber auch zuvor, verwendet. Auch zu einer temporären Überquerung von schmaleren Gewässern wurde die Technologie von Faschinen verwendet, ebenso zum Ausbau von militärischen Stellungen, z.B. Batterien. Zurückzuverfolgen ist diese Technologie bis ins Mittelalter, beim Schanzenbau und vergleichbaren Anwendungen.

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