Chinas Grüne Mauer
Die Große Grüne Mauer (auch Chinas Grüne Mauer) ist das größte Aufforstungs- und Landschaftsschutzprogramm der Welt. Offiziell heißt es 'Drei-Nord-Schutzwaldprogramm' (Three-North Shelterbelt Development Program) und dient dazu, die Ausbreitung der Wüsten Gobi und Taklamakan im Norden Chinas (Regionen Nordost-, Nord- und Nordwestchina) zu stoppen und die dortige Agrar- und Siedlungslandschaft vor Sandstürmen und Desertifikation zu schützen.
Nordchina verliert jährlich rund 2.500 km² Land durch Wüstenbildung – etwa die Fläche des Saarlands. Sandstürme aus der Gobi erreichen regelmäßig Peking und sogar Japan, Korea und die USA.
Ziel und Umfang
- Startjahr: 1978; geplante Fertigstellung um 2050.
- Räumliche Ausdehnung: Ein Wald- und Windschutzgürtel über rund 4.500 - 4.800 km Länge, der sich über 13 - 14 Provinzen in Nordwest-, Nord- und Nordostchina erstreckt.
- Flächenziel: Bis 2050 sollen etwa 35 - 40 Millionen Hektar (ca. 350.000 - 400.000 km²) mit Wäldern, Sträuchern und Grasland begrünt werden – mehr als die Fläche Deutschlands.
- Funktion: Wie die historische Große Mauer gegen Invasionen soll die „Grüne Mauer“ als ökologische Barriere Wüstenstürme abhalten, Bodenverlust mindern und landwirtschaftliche Nutzflächen sowie Siedlungen sichern.
Maßnahmen und Struktur
Es handelt sich nicht um eine durchgehende Baumreihe, sondern um ein Mosaik aus Schutzwäldern, Windschutzstreifen, Strauchzonen und wiederhergestelltem Grasland, das besonders in trockenen, windoffenen Lagen angelegt wird. In jüngerer Zeit wurden auch Teilstücke wie die 3.046 km lange Grüne Mauer um die Taklamakan-Wüste fertiggestellt, um lokale Sandverwehungen zu reduzieren.
Kritik und ökologische Herausforderungen
Trotz großer Fortschritte bei der Begrünung gibt es fachliche Einwände:
- In sehr trockenen Gebieten können monokulturelle Baumplantagen den Grundwasserspiegel absenken und die natürliche Vegetation verdrängen.
- Teilweise wurden Bäume in klimatisch ungeeigneten Zonen gepflanzt, was zu hohen Ausfallraten führte.
- Mittlerweile setzt China vermehrt auf angepasste, trockenresistente Arten und die Renaturierung von Grasland, um die ökologische Stabilität zu erhöhen.