Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Steillagenweinbau

Als Steillagenweinbau bezeichnet man den Weinbau in extremen Hanglagen, die keine Bewirtschaftung in Falllinie mit radgetriebenen Traktoren zulassen. Das Deutsche Weininstitut definiert Steillagen als „Weinberge mit mehr als 30% Neigung. Terrassenweinbau wird in traditionellen Kleinparzellen betrieben, die durch Trockenmauern und Mauertreppen gegliedert sind.

Die Mauersteine wurden aus dem umliegenden Gestein gebrochen und können daher aus Sandstein (Mainviereck, unteres Taubertal), Muschelkalk (Neckartal, Jagsttal), Schiefergestein (Mosel, Mittelrhein, Ahr, Rheingau), Syenit (Lößnitz) oder Flusskiesel bestehen. In flurbereinigten Steillagen sind auch andere Arten von Stützmauern zu finden, besonders bei der Anlage von Wirtschaftswegen und Entwässerungssystemen.

Merkmale

Verbreitung

Deutschland weist weltweit die größte Dichte an Steillagen auf. Auf rund 14.000 Hektar (etwa 14–15 % der gesamten Rebfläche) wird in Steillagen Wein angebaut, nach Einschätzung des Deutschen Weininstituts mit leichten Schwankungen weitgehend unverändert .

International prägen Steillagen berühmte Weinbaugebiete: Nordrhône, Dourotal (Portugal), Wallis (Schweiz), Málaga (Spanien). Im Mittelmeerraum sind Steillagenweinberge weit verbreitet, in Italien etwa Veneto (Amarone, Prosecco, Soave), Valtellina (Lombardei), Langhe (Piemont, UNESCO-Welterbe), Abruzzen und Trentino-Alto Adige. In Österreich ist die Wachau mit ihren Terrassenweinbergen besonders prägend.

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