Lahnergras
Lahnergras ist kein einzelnes Gras, sondern ein alpenländischer Ausdruck für eine bestimmte Rasengesellschaft auf steilen, baumfreien Berghängen, vor allem an Lawinen- und Gleitschneehängen oder an Bereichen mit starkem Wildverbiss.
Das filzige Altgras, das dichte Wurzelwerk sowie der große Wasserbedarf behindern das Aufkommen junger Bäume. Typischerweise besteht dieses Lahnergras aus Arten wie Rostsegge, Bergreitgras und Blauem Pfeifgras. Die Bestände bilden dichte, relativ hohe Grasdecken mit langen Halmen, auf denen nasser Schnee leicht talwärts gleiten kann – daher auch der Zusammenhang mit „Lahnen“ (Lawinen).
Früher mähten die Bauern die Graslahner für Viehfutter und Stalleinstreu. Das Begehen ist riskant, weil man schlecht Halt findet. Trockenes Lahnergras erhöht die Waldbrandgefahr.