Johannisbrot
Johannisbrot, auch Karob, Locustbohne, ist eine flache, braune, bis 20 cm lange Hülsenfrucht des Johannisbrotbaums (Ceratonia siliqua, Familie der Schmetterlingsblütler, Fabaceae). Der Johannisbrotbaum ist in der Mittelmeerregion und im Nahen Osten beheimatet.
Merkmale
Der bis ca. 15 m hohe (in kultivierten Beständen oft kleiner).immergrüne Johannisbrotbaum bildet eine halbkugelige, dichte Krone und einen knorrigen Stamm mit graubrauner Rinde.Die Blüte ist unscheinbar und von grünlich-gelber Farbe.
Die harten, lederartigen Hülsenfrüchte werden 10 bis 30 cm lang. Sie färben sich bei der Reife tiefbraun. Die Schoten enthalten eine braune Fruchtmasse mit 4–12 Samen, die so genau 0,18 g wiegen, dass sie deshalb früher zum Abwiegen von Edelsteinen benutzt wurden (ehem. Definition für Karat, von arab. qīrāṭ / griechisch kerátion = Johannisbrotkern). Das Fruchtmark enthält bis zu 50 % Zucker.
Ansprüche an Standort und Klima
Der Johannisbrotbaum ist perfekt an das mediterrane Klima angepasst und extrem widerstandsfähig gegen Trockenheit.
- Klima: Er benötigt milde Winter und heiße, trockene Sommer. Frost verträgt die Pflanze nur kurzzeitig und bis maximal ca. -6 °C.
- Boden: Der Baum stellt geringe Ansprüche an den Boden. Er wächst hervorragend auf kalkhaltigen, steinigen und nährstoffarmen Böden. Staunässe verträgt er hingegen überhaupt nicht.
- Wasser: Durch ein extrem tief reichendes Wurzelsystem kann der Baum lange Dürreperioden überstehen und kommt fast ohne zusätzliche Bewässerung aus.
Anbau und Ernte
Da Wildformen meist kleine Früchte tragen, werden Kulturformen in der Landwirtschaft meist durch Veredelung (Pfropfung) vermehrt. Der Baum wächst langsam. Die volle Produktivität wird oft erst nach 20 bis 25 Jahren erreicht, hält dann aber über Jahrzehnte an. Die Ernte erfolgt im Spätsommer (August/September). Traditionell werden die reifen Schoten mit langen Stangen von den Bäumen geschlagen und auf am Boden ausgelegten Netzen aufgesammelt.
Wirtschaftliche Bedeutung und Nutzung
Johannisbrot ist ein vielseitiger Rohstoff, der in verschiedenen Branchen stark nachgefragt wird.
| Lebensmittel |
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| Tierfutter |
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| Ökologie und Holzwirtschaft |
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Die Weltproduktionsmenge der Johannisbrot-Frucht lag 2021 bei 51.907 Tonnen. Die größten Produzenten waren Marokko, Türkei, Libanon. Kleinere Mengen wurden in Algerien, Tunesien und Israel produziert. Die Hauptabnehmer sind die Nahrungsmittelindustrie (Babykost, Eiscreme, Soßen, Käse, Diabetikerprodukte, Limonade), die Kosmetik- und Pharmaindustrie (Tablettierhilfsmittel) und neuerdings Bio- und Naturproduktehersteller.
Weitere Informationen:
- Johannisbrot, die ballaststoffreichen Samen (Darwin Nutrition)