Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

Auwald

Auwälder sind dynamische, durch Hochwasser geprägte Wälder entlang von Flüssen, die als seltene, artenreiche Ökosysteme gelten. Sie fungieren als natürliche Hochwasserschutzgebiete, filtern Schadstoffe und bieten Lebensraum für spezialisierte Arten wie Weiden, Pappeln, Eisvögel und Amphibien. Man unterscheidet wassernahe Weichholzauen (Weiden, Pappeln) und etwas höher gelegene Hartholzauen (Stieleiche, Esche, Ulme).

In der Vergangenheit wurden viele Auwälder gerodet, um das fruchtbare Schwemmland nutzbar zu machen (Beweidung, Ackerbau). Bei Eindeichung gehen diese Eingriffe meist auf Kosten des natürlichen Hochwasserschutzes, da die Retentionsflächen verloren gehen.

Der Wunsch, die Flussläufe zu regulieren und möglichst ganzjährig schiffbar zu machen, hat vor allem in Mitteleuropa nur noch Reste des ursprünglichen Auwaldvorkommens übrig gelassen (rund 300 km² Auwald, davon 60 km² naturnah), etwa den Leipziger Auenwald. Die häufiger und schwerer gewordenen Flusshochwasser erhalten größere öffentliche Aufmerksamkeit. Sie deuten auf eine Fehlentwicklung im Wasserbau hin.

Auwälder werden heute vor allem naturnah erhalten, renaturiert und nur vorsichtig genutzt, weil sie besonders wertvoll für Biodiversität, Wasserhaushalt und Klimaschutz sind. In Deutschland gelten sie als ökologisch sehr wichtige Waldökosysteme, deren ursprüngliche Integrität durch frühere Nutzung stark beeinträchtigt wurde.

Typische Nutzungsformen

Weitere Informationen:

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