Lexikon des Agrarraums

Kurt G. Baldenhofer

Zuckerrohrplantage in Australien

alpine Rasen

Alpiner Rasen bezeichnet die natürlichen, meist sehr artenreichen Gras- und Kräutergesellschaften oberhalb der Baum- und Krummholzzone im Hochgebirge, etwa grob zwischen 1900 und 3000 Metern Höhe in den Alpen.

Entscheidend sind kurze Vegetationsperiode, starke Temperatur- und Strahlungsschwankungen, Wind und oft lange Schneebedeckung – also „Leben am Limit“ für Pflanzen. Die Rasen unterscheiden sich vor allem nach Gesteinsuntergrund (Kalk vs. Silikat), Exposition (Nord-/Südhang), Geländeform und Bodenentwicklung.

Typen alpiner Rasen

Ab etwa 2.500 m Höhe wird die Vegetation sehr lückig und es können sich keine zusammenhängenden Rasen oder Wiesen mehr ausbilden. Weiter unten dominieren die Zwergstrauchheiden, die Gebüsche und der Bergwald.

Obwohl sich innerhalb der Gebirgsrasen verschiedene typische Pflanzengesellschaften abgrenzen lassen, findet man diese nur selten in großen, zusammenhängenden Flächen (mit Ausnahme der Krummseggenrasen). Ein vielfältiges Mosaik der Standorte ist charakteristisch für das Hochgebirge. Typische Rasenstandorte bilden in Verbindung mit Lawinenrinnen, Felsen, Hangquellen, kleinen und größeren Rinnsalen und Bächen, Schuttflächen, Gebüschen, Zwergstrauchheiden und Schneetälchen ein einzigartiges und vielfältiges Mosaik unterschiedlichster Lebensräume.

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