Feldscheune
Eine Feldscheune (regional oft auch als Feldscheuer oder Heuschupfen bezeichnet) ist ein freistehendes Wirtschaftsgebäude, das abseits des eigentlichen Gutshofes direkt auf den Feldern oder Wiesen liegt.
Zweck
Vor der Erfindung moderner, schneller Traktoren war der Transport von der Ernte extrem zeitaufwendig. Die Feldscheune löste dieses logistische Problem im historischen Ackerbau:
- Zwischenlagerung: Heu, Stroh oder Getreide wurden direkt nach der Ernte dort trocken untergebracht, anstatt sie sofort mühsam mit dem Ochsen- oder Pferdewagen zum weit entfernten Hof zu karren.
- Wetterschutz: Bei plötzlichen Unwettern boten sie den Feldarbeitern und den Zugtieren schnellen Unterschlupf.
- Geräteunterstand: Pflüge, Sensen und andere Werkzeuge konnten direkt vor Ort gelagert werden, was tägliche Transportwege sparte.
- Winterfutter: Im Winter wurde das dort gelagerte Heu nach und nach zum Hof geholt oder direkt vor Ort an das Vieh verfüttert, wenn es sich um Weidehütten handelte.
Bauweise
Feldscheunen sind meist sehr zweckmäßig und schlicht gebaut. Je nach Region bestehen sie komplett aus Holz (oft in Blockbau- oder Fachwerkbauweise) oder besitzen ein stabiles Fundament und Wände aus Bruchstein. Um das gelagerte Heu trocken zu halten und Schimmel zu vermeiden, sind die Wände oft nicht komplett luftdicht, sondern besitzen Schlitze zur Belüftung.
Bedeutung heute
Durch die moderne Landwirtschaft mit leistungsstarken Traktoren und Mähdreschern haben Feldscheunen ihre ursprüngliche Funktion fast vollständig verloren. Heute stehen viele von ihnen unter Denkmalschutz, da sie das historische Landschaftsbild prägen. Manche werden von Landwirten noch als Unterstand für moderne Maschinen genutzt, viele verfallen jedoch leider oder werden zu kleinen Ferienhütten umgebaut.